Es gibt doch Literatur zum Thema, weshalb die untere Gesellschaftsschicht nicht für ihre Rechte eintritt, oder?

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4 Antworten

Hinweise gibt es meiner Meinung nach in Gerhard Schulze "Die Erlebnisgesellschaft" in der auch Milieus erfasst werden und ihre unterschiedlichen Interessenschwerpunkte.

Ein anderer Beitrag wäre:

https://www.boell.de/de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html

und das, obwohl ich dessen Analyse nicht komplett teile. Globalisierung, gesellschaftliche Vermassung, die Tendenz zu Massengesellschaften (EU) und immer weniger Transparenz. Die Verlogenheit politischer Etiketten und Selbstzuschreibungen im Verhältnis zum erfahrbaren Handeln (man schimpft gegen die Banken und macht sie in Wirklichkeit stark). Dazu kommt die Irritation durch gekünstelte Welt- und Wunschbilder durch die Werbung. Indoktrination statt Information.

Die "untere Gesellschaftsschicht" ist keine präzise Zuordnung. Im Gegenteil, dort werden unterschiedlichste Strategien verfolgt, erlebt man sich gegenseitig als Konkurrent. Kriminalität richtet sich recht selten gegen die da oben, findet in erheblichem Maße innerhalb der Milieus statt. Eine Verbreiterung der Masse entsolidarisiert: DIe Unterschicht in Spanien gegen die in Deutschland, die in Griechenland gegen die deutschen Nazis usw.. In komplexer werdenden Massengesellschaften fehlt meist Wissen und Bildung, die Komplexität zu durchschauen.

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Die Basis zu diesen Studien findet sich nach meiner Ansicht bei Palton. Wer Platon kennt und gelesen hat, der empfindet sämtliche anderen Darstellungen bestenfalls als Abhandlung.

Die von Dir angeschnittene Thematik erklärt sich hochphilosophisch und doch so einfach in dem berühmten Höhlengleichnis von Platon.

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Kommentar von MrMcSauerkraut
28.07.2016, 12:55

Da sehe ich selbst aber nur einen entfernten Zusammenhang. Die Menschen, die an die Wand starren, erkennen ja die Tatsache nicht, dass sie Schatten, also nicht die Wirklichkeit, sehen. Hier geht es doch eher um die Suche nach der Wahrheit.

Bei der Frage, weshalb Menschen nicht für ihre Rechte einstehen, geht es doch mehr um eine Auseinandersetzung mit Gerechtigkeit, die man für sich selbst einfordert, was, der Annahme nach nicht oder nur begrenzt stattfindet.

Ich hoffe, Du verstehst, wo ich den Unterschied sehe.

Danke für Deine Antwort.

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Äh...wieso tritt die nicht für ihre Rechte ein? Wieder so eine alberne Verallgemeinerung. In meiner Stadt z.B. gibt es gleich mehrere Interessenvertretungsvereine für ALG 1 u. 2 Empfänger. Auch die Gewerkschaften oder Parteien wie die Linkspartei oder die SPD organisieren und vertreten solche Interessen.

Insbesondere für ihre Rechte machen sich viele ALG 2-Empfänger selber stark, indem sie Prozesse führen...

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Kommentar von BTyker99
28.07.2016, 12:05

Das stimmt, verallgemeinern sollte man nicht, dennoch ist es wohl statistisch beweisbar, dass es viele Menschen der "unteren Schichten" gibt, die CDU/SPD und ähnliches wählen.

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Das war nicht immer so, in der Weimarer Republik war ein beachtlicher Teil der sogenannten Unterschicht recht kämpferisch drauf und war in der KPD und in der Gewerkschaft organisiert. Seit 1933 allerdings lassen sich die Gedeckelten von Staat und Kapital deckeln, man kann auch sagen, sie lassen sich ungehindert den Bobbes hockeln und mucken nicht dabei auf. So sind sie also nicht nur arm wie Hiob, sondern auch Gedeckelte, gebückte und Gebeugte, das es nur so raucht und schmaucht.

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Kommentar von MrMcSauerkraut
28.07.2016, 12:47

Noch einmal als Hinweis: Ich suche nur Literatur, die dieses

Thema behandelt. Kannst Du mir entsprechende, tiefgehende Literatur nennen?

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