Es gibt doch keinen sehr großen Unterschied zwischen altruismus und Egoismus oder weil?

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5 Antworten

Ziel der Philosophie ist es, Klarheit und Unterscheidung herbeizuführen, nicht, alles zu verwischen. Wer hat denn ein Interesse daran, den Eierfladen so lange zu wenden, bis aus Altruismus auch ein Egoismus wird? Ich denke mal die Egoisten! Alles ist "eigentlich" nur egoistisch, also bin ich doch ganz ok und sogar ein Stück ehrlicher! Dazu muss man das Gesicht des Altruismus nur so lange übermalen, bis man sie von der Fratze des Egoismus nicht mehr unterscheiden kann. Oder noch einfacher: Man stellt den egoistisch getünschten Pappkameraden vor den Altruismus und hat ein gutes Ziel, den Feind zu bekämpfen.

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Da ist schon was dran. 

Altruistisches Verhalten wäre jedenfalls optimal für nachhaltigen Egoismus. Wer anderen seine Talente zur Verfügung stellt, dem wird eher geholfen, wenn seine Talente mal nicht ausreichen. Und wer anderen ein positives Umfeld schafft, schafft dadurch auch sich ein positives Umfeld. Auf lange Sicht gesehen macht man sich das Leben einfacher, wenn man Anderen auf effiziente Art mit Freundlichkeit und Zuwendung begegnet.
Egoismus, kombiniert mit Intelligenz, kann also in der Tat ein Grund für altruistisches Verhalten sein. Oder zumindest für ein Verhalten, das den Anschein hat, altruistisch zu sein.

Die meisten Egoisten sind nur leider zu dumm um das zu erkennen, vermute ich.

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Hinter jedem Handeln steckt immer wenigstens ein bisschen Egoismus. 

Aber wenn du Altruismus mit Egoismus gleich setzt, dann könntest du alles mit Egoismus gleichsetzen. 

Auch wenn im Altruismus Egoismus steckt, ist Altruismus mehr, nämlich genau das "Mehr", was uns dazu veranlasst, es nicht synonym zu verwenden.

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Hehe, das Problem bei deiner Theorie ist, dass es sehr ins philosophische hinübergleitet. Ich bin ja persönlich der Meinung dass der Mensch und jedes Lebewesen von Natur aus 100% egoistisch ist.
Selbst wenn ein Mensch nur anderen hilft und wie du sagst,altruistisch lebt, so tut er es doch für sich weil er sich damit wohl fühlt.

Beantworten kann dir die Frage jedoch leider niemand genau ...
Hoffe trotzdem ich konnte irgendwie helfen

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Kommentar von knallpilz
05.09.2016, 18:19

"Selbst wenn ein Mensch nur anderen hilft und wie du sagst,altruistisch lebt, so tut er es doch für sich weil er sich damit wohl fühlt."
Ja und? Aber Altruismus heißt nun mal was anderes als Egoismus.
Egoistisch zu sein heißt ja nicht, Dinge zu machen, die man für richtig hält (so handeln ja alle...Egoismus wäre ein leerer Begriff, wenn das meinen würde), sondern Dinge zu tun, die nur einem selber nutzen.
Wenn, egal was, mich dazu bewegt nicht nur an mich zu denken, ist es kein Egoismus mehr. Per Definition.

Altruistisches Handeln (wenn man es als Gegenbegriff zu egoistischem Handeln auffasst) beinhaltet zum Beispiel auch, Leuten zu helfen, die einem selber nie helfen könnten. Oder freundlich zu Leuten zu sein, obwohl sie unfreundlich zu einem sind. Ein Arzt zum Beispiel muss altruistisch handeln. Das heißt, der müsste auch jemanden, dessen Lebensziel darin besteht, dem Arzt das Leben zur Hölle zu machen, heilen und wieder aufpäppeln.

Ein Egoist würde nur jemandem helfen, wenn er sich davon einen Vorteil verspricht. Ein Altruist hilft, weil er der Ansicht ist, Hilfsbedürftigen müsse man helfen.

Nutzen ist nicht dasselbe wie vorübergehendes Wohlbefinden Befriedigung.

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Ich hab dazu im Studium tatsächlich ein schönes Gegenargument gelernt:

Also, wir befinden uns mitten in der Evolution. Es gibt eine Gruppe Ego von Menschen, die sehr egoistisch ist. Und es gibt woanders eine Gruppe Altru, die eben sehr altruistisch ist und kooperiert. Das heißt, man geht davon aus, dass irgendwie die Gene der Egos sehr egoistisch sind (wenn es sowas gibt). Und man geht natürlich dann auch davon aus, dass die Gene der Gruppe Altru sehr altruistisch sind (wenn es so etwas gibt). 

Nun erweist sich im Laufe der Evolution Altruismus als Faktor in der Selektion, weil altruistische Menschen oder Gruppen, die kooperieren eben dadurch, dass sie kooperieren und altruistisch sind, einen Vorteil als Gruppe haben. Sie halten besser zusammen, sind stärker und haben im struggle for life eben bessere Karten.

Und genau aus diesem Grund überlebt die Gruppe Altru und die Gruppe Ego stirbt aus. Mit anderen Worten, die egoistischen Gene sterben aus und die altruistischen überleben. Wie kann man jetzt sagen, dass plötzlich die Gene der Gruppe Altru egoistische Gene sind?

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Kommentar von knallpilz
05.09.2016, 18:07

Kann man nicht. Aber das sagst ja auch nur du. Du leitest aus einer Annahme mehr oder minder logisch ab, dass es heutzutage keine Egoisten mehr geben kann. Dass es doch welche gibt, kann ja nur heißen, dass deine Annahme falsch ist.
Wenn ich herleite, dass mir Schokolade eigentlich nicht schmecken kann, stimmt mit meiner Herleitung was nicht.

Bzw. sind es ja mehrere Annahmen. 

1) Egoismus kann aussterben.
2) Egoistisches Verhalten ist angeboren und unveränderbar.
3) Egoistische Menschen sind nicht überlebensfähig.

Zunächst mal ist der genetische Ausdruck eines menschlichen Individuums ist nicht fix.

Und selbst wenn, eine altruistisch handelnde Gruppe besteht nicht zwangsweise ausschließlich aus altruistisch veranlagten Individuen. Rudel haben Anführer. Egoistische Anführer sind nicht lange Anführer (jedenfalls nicht in kleinen Gruppen, heute geht das), also werden die Gruppen, die in der Natur überleben, altruistisch veranlagte Alpha-Tiere haben. 
Solch ein Alpha-Tier würde egoistisches Verhalten also nicht durchgehen lassen. Das würde dazu führen, dass ein egoistisches Individuum gezwungen ist, sich altruistisch zu verhalten, um nicht verbannt zu werden. Dadurch wäre das egoistische Erbgut gesichert.

Nach deinem Modell kann das egoistische Gen also auch sehr gut überleben und in einer modernen Gesellschaft wie unserer aufblühen.

Aber man macht es sich natürlich etwas einfach, egoistisches oder altruistisches Verhalten auf Angeborenes und Unveränderbares zurückführen zu wollen. Dazu noch ein einzelnes Gen.

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