Erziehung oder Charakter?

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16 Antworten

Auch Charakterzüge entstehen durch Erziehung, werden gelernt. Und durch Anlage. Beides ist miteinander verschränkt und man kann schlecht die beiden Faktoren trennen. Eine Anlage ohne Förderung kommt nicht zum Tragen,umgekehrt ist das aber auch der Fall.

ich z.B bin unordentlich.

Dabei liebe ich Ordnung und bin immer sehr beeindruckt, wenn ich Freunde besuche, die unglaublich akkurat sind. Bei denen sieht die Wohnung immer wie bei "Schöner Wohnen" aus. Ich bin so neidisch und eile stets mit 1000 guten Vorsätzen nach Hause.

Wenn ich  dann  zu Hause Großputz mache, alles sehr sorgfältig aufräume, gefällt mir das sehr. Aber das hält keinen Tag an.  Dann herrscht auf meinem Schreibtisch dasselbe Chaos wie immer.  Und in die Schränke guckt man besser auch nicht. Und der Gipfel ist das Auto. Meistens ein verdreckter Traktor.

Woran das liegt? Ich war das jüngste Kind älterer Eltern. Mein Bruder war 15 Jahre älter als ich. Ich bin verwöhnt worden und musste daheim nichts machen. Meine Mutter nörgelte zwar viel, räumte aber dennoch hinter mir auf. Auch mein Zimmer.

Und das ist einfach tief in mir eingegraben. Diese Eigenschaft ist sicherlich anerzogen, gelernt, und als ich selbständig wurde, musste ich mit großer Mühe dagegen ankämpfen.
Ich versinke jetzt nicht im Dreck, aber penibel und akurat ist was anderes.

Und so geht es mit anderen menschlichen Eigenschaften auch. Eine Verschränkung von Anlage und Umwelt.


Hallo :)

Also die verschiedenen Eigenschaften eines Menschen sind das Ergebnis aus dem Zusammenwirken vieler verschiedener Komponenten. 

Zum einen spielt dort die frühkindliche Entwicklung eine sehr sehr große Rolle. Freud besagte, dass die Persönlichkeitsentwicklung bereits in den ersten Lebensjahren beginnt. Die Neigung zur Unordnung bzw. zur extremen Sauberkeit entsteht bzw. bereits im 2.-3. Lebensjahr eines Kindes. (Falls du dich weiter damit beschäftigen würdest hier : http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/EntwicklungFreud.shtml )

Außerdem spielen noch Einflüsse aus der Umwelt eine entscheidende Rolle. Es kommt darauf an was dir im Leben wieder fahren ist und was du daraus gelernt hast. 

Es gibt zwar auch eine gewisse Veranlagung zu bestimmten Eigenschaften in unseren Genen doch diese werden auch wieder durch Umwelteinflüsse beeinflusst.

Die Erziehung spielt in Bezug auf den Charakter eine enorme Rolle. Eine feste Bindung zu einer Bezugsperson im frühen Kindesalter ist für die Persönlichkeitsentwicklung unabdingbar. Ist diese Bindung nicht oder nur teils vorhanden kann es zu schweren Störungen in der Entwicklung kommen. (Auch hier nochmal zum weiter lesen: https://www.eltern-kind-bindung.net/fachpersonen/postpartaler-bereich/bindungsmodelle/  )

Das ist ein sehr spannendes und langwieriges Thema :)

Hoffe konnte ein wenig helfen. LG :)

Man kann als Eltern gewisse Dinge vorleben und gewisse Werte vermitteln. Was Kinder davon annehmen, entscheiden sie aber immer selbst.

Gewisse Charaktereigenschaften gehören zum ureigenen Wesen, andere Eigenschaften bilden sich im Laufe der Entwicklung heraus und werden neben dem Elternhaus auch von Freunden oder der Gesellschaft geprägt.

Ordnungssinn oder kreative Chaoten können in einem Haushalt erfahrungsgemäß sehr gut aufeinandertreffen. Ich habe zum Beispiel zwei Töchter, die das Wort "Ordnung" gern sehr weit auslegen, obwohl sie meine Ordnung anders kennen. Aber es gab und gibt ja immer die Möglichkeit, die Zimmertür von außen zuzumachen. ;-))

Rauchen tun leider auch beide. Ihre Willensstärke, damit wieder aufzuhören, tendiert gegen 0. Auch etwas, was sie von mir als Nichtraucherin nicht kennen, aber auch mit durch Freunde leider angefangen haben.

Jeder Mensch kann immer etwas ändern, wenn er den Willen oder die Einsicht dafür hat.

Eltern können immer nur versuchen, gute Vorbilder zu sein und wichtige Werte für ein gutes Miteinander zu vermitteln. Sie sollten nicht selbst etwas tun, was sie ihren Kindern verbieten, sie sollten die Gaben und Talente ihrer Kinder erkennen, unterstützen und fördern, ihre Kinder zu eigenem Denken, Handeln und Entscheiden ermutigen und somit für junge und später erwachsene Menschen sorgen, die später mal wissen, was sie zu tun und zu lassen haben.

wie viele andere schon gesagt haben, eine Mischung aus beiden

und auch Erfahrung...

Vorleben ist eine gute Erziehung, aber nicht bei allen Kindern wirksam

die eigenen Eigenschaften spielen eine große Rolle, aber Erziehung kann da lindernd oder verstärkend einwirken

und dann kommt noch die Entscheidung, wird man wie die Eltern, oder entwickelt man seinen eigenen Lebensstil/-einstellung

Ich denke, dass Erziehungen Leuten eine Richtung geben, aber welche Abzweigungen sie in der Richtung geben, hängt immer noch vom Charakter, Erlebnissen und Erfahrungen ab.
Wenn man als Kind gezwungen wird, sein Zimmer aufzuräumen, dann merkt man welche positiven Seiten es hat (positives Erlebnis) und macht es dann in Zukunft auch ;)

Oder man merkt welche negativen Seiten es hat und macht es später erst Recht nicht :D Kommt dann halt aufs Kind an

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Ich denke, der Charakter entwickelt sich durch die Erziehung (vermittelte Werte), durch Einflüsse des sozialen Umfeldes, durch Einflüsse der Gesellschaft selbst und durch Erlebtes (Gewalt, Mobbing etc.).

LG

Vermutlich ist beides gleichermaßen dafür verantwortlich: Erziehung und Charakter! Wie sich manches entwickelt hat man teils auch selbst in der Hand bzw. hat auch damit zu tun, wer auf dein Leben welchen Einfluß hat und wie dadurch auch deine Eigenmotivation gestärkt ist. Beispiel: Wenn du unordentlich bist, aber dann ein liebes Mädchen/lieben Jungen kennen lernst, der/die Ordnung sehr wichtig ist, wirst du dich sicherlich bemühen aufzuräumen und auch generell ordentlicher zu werden, um sie/ihn nicht zu verärgern oder zu verlieren.

Vor allem, wenn es etwas Ernstes ist und du auch an eine lebenslange Beziehung denkst. Jeder Mensch hat seine starken und schwachen Seiten. Aber manches Negative hat man sich auch einfach angeeignet, weil man vielleicht mit den falschen Leuten herumhängt oder einfach zu faul ist, sich um Gutes und Besseres zu bemühen. Das hat auch etwas mit Selbstachtung zu tun. Wer nach dem Motto lebt "nach mir die Sintflut", der ist eben ein Egomane auf hohem Niveau und wohl auch noch stolz darauf! Das ist dann eher assozial.

Ohne Disziplin geht es eben nicht. Sicherlich kann niemand permanent diszipliniert sein, aber das ist auch Übungssache bzw. hat mit gewissen Abläufen zu tun. Jeder von uns hat auch seine täglichen Rituale, die er automatisch macht (Kaffee kochen, Zähne putzen, duschen, anziehen etc.). Ebenso kann man sich auch manche andere (guten) Gewohnheit selbst beibringen ohne daß es in Stress ausartet. Sich auch selbst Erholungsphasen zu gönnen, auch mal faul sein zu dürfen ist absolut in Ordnung. Jeder ist ja automatisch auch gut zu sich selbst, oder? Aber das ist man eben auch wenn man z.B. aufräumt, arbeitet, hilft, sich kümmert und sich nicht nur um sich selbst dreht. Das Leben wird reicher, wenn man auch für andere da ist.

Es gibt grundlegende Charaktereigenschaften die man nicht ändern kann. ein wirklich ubnordentlicher Mensch wird nie richtig ordentlich werden. Mit Erziehung kann man das aber beeinflussen, aber nicht komplett abstellen.

Man kann das eine nicht vom anderen trennen, wohlbei die Gewichtung recht unterschiedlich ausfallen kann. Vieles ist schon genetisch vorgegeben, wie zum Beispiel die Intellijenz. Aus einem Rehpinscher kann man jetzt nicht unbedingt einen Polizeihund machen. Jetzt nichts gegen Rehpinscher, abba es ist halt nicht sein Ding. Bei Kanpfhunden merkt man allerdings manchmal, daß es zu ganz krassen, ja fast schon feigen Fehlzüchtungen kommt, und dann wird's, wenn der Politpapa nicht dazwischen funkt, halt nichts mit Abi 18. Außerdem gibt es bei Rehpinschereltern manchmal Mutationen, und schon aus manchem Rehpinscherfohlen, ist dann doch noch ein guter Spitzel geworden.

Es ist immer ein Mix aus beiden. 
Der Charakter formt sich natürlich schon im frühen Alter mit Blick auf die Erziehung.
Wenn dir deine Mutter/Vater nicht beibringt dir anständig die Zähne zu putzen auf dein Hygiene zu achten oder dein Zimmer ordentlich zu halten.
Wirst du diese Dinge nicht machen.
Auch Werte und Moral können bei der Erziehung vermittelt werden, die dem Kind helfen über bestimmte Dinge eigenständig nachzudenken und ihre eigene Meinung/ ihren eigen Character zu bilden.
Erziehung ist vor allem in den frühen Jahren sehr wichtig.
Ab der Pubertät wird das Kind sich gegen Erziehung wehren (natürlich nicht immer) und versuchen sich selbst zu finden, kennen zu lernen und seine eigenen Wünsche zu entdecken.
Das baut dann langsam den Character immer weiter auf

Gewisse Eigenschaften kann man mMn durch Erziehung verändern. Aber viele Eigenschaften liegen einfach an Gewohnheit, persönlichem Empfinden etc.

Meine generelle Meinung und Erfahrung hierzu:

Wir verwechseln viel zu oft Verhaltensweisen mit Charakter.

Aber an den Ergebnissen sieht man eben den Ursprung - von nichts kommt nichts. Objektive Rückschlüsse müssen erlaubt sein. Wer permanent ein bestimmtes Verhalten zeigt, hat eben einen bestimmten Charakter bzw. Einstellung in zumindest einer Art und Weise.Die Fakten lügen ja nicht. Wer beständig unordentlich ist, der hat eben einen entsprechenden Charakter. Das heisst ja nicht, daß es nicht auch anderes Verhalten gibt oder noch geben kann in diesem Menschen.

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@joergbauer

Wer beständig unordentlich ist, der hat eben einen entsprechenden Charakter.

aber das beantwortet nicht die Frage, wie dann dieser Charakter entstanden ist.

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Ich glaube viele Sachen hängen eher vom Charakter an.

zB bin Ich total unordentlich, und mein Bruder ordentlich, obwohl die Erziehung ähnlich gewesen sein müsste. Und auch sonst ist der in vielen Dingen anders :D

die Erziehung ist aber nie ein einseiter Prozess. Dasselbe kann von zwei verschiedenen Menschen völlig anders wahrgenommen werden und kann völlig anders wirken. Darum ist es Unsinn, wenn Eltern sagen: wir erziehen beide Kinder gleich.  Das ist gar nicht möglich. Kinder sind ja keine Automaten, bei denen man auf das Knöpfchen drückt, sondern lebende Wesen, die auf Einwirkungen immer individuell antworten.

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eine mildere erziehung lässt der natürlichen entfaltung freien lauf. drill-erziehung macht menschen zu menschen die sie nicht sind

Wir haben drei Kinder und ALLE sind unterschiedlich in ihren Charakterzügen.

Beides. Es gibt kein entweder - oder.

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