Erzeugt das Gehirn ein "hübscheres" Gesicht bei Dunkelheit?

6 Antworten

Ich denke, das ist so. Genauso wie ich mir bei einem Chat mit einem Partner ohne Bild immer einen hübschen Partner vorstelle:

unser Gehirn ist optimistisch und ergänzt das nicht sichtbare immer mit etwas positivem. :-)

Ja, das dürfte wohl so sein. Markante Schattierungen im Gesicht - dazu aus einem gewissen vorteilhaften Blickwinkel - deuten auf Anmut und optische Schönheit hin.

Das Gehirn formt sich mitunter "sein" passendes Bild von etwas. Es gibt gewisse optische Täuschungen von sich bewegenden, um die senkrechte Achse drehenden Maskenansichten, wo der Gedanke allein bestimmt, ob man die Gesichtsmaske entweder von innen (vom Hohlraum aus) oder von außen (Wölbung) ansieht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ja, ein Effekt den schon die Römer kannten:

Nachts sind Fehler versteckt, und kein Gebrechen erkennt man,

Diese Stunde verschönt jede, wie immer sie sei.

Über Gemmen befrag' und purpurfarbige Wolle,

Über Antlitz, über den Körper frag' den Tag!

(Ovid, Ars amatoria 1,249-252)

Ja. Wahrnehmungsstörungen unter Alkoholkonsum lassen Gesichter ebenfalls hübscher aussehen. In der Fotographie wird der Effekt durch Weichzeichner erzielt.

Das könnte sehr gut stimmen. Abgedunkelte Gesichter sind nicht umsonst ein beliebtes Motiv in der Model- und Filmindustrie.

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