Erzeugen Kraftwerke mehr Strom als man braucht?

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12 Antworten

der strom wird so zu sagen auf bestellung produziert... wenn du zuhause das Licht an machst, schmeißen sie z.B. in Neurath noch n paar Schippen mehr kohle in die Brennkammer. die kraftwerke werden nach Strombedarf gefahren. das heißt in der tat, dass so viel strom produziert wird wie gebracht wird...

deine deckenlampe mit sagen wir mal 60 Watt, hat gerade mal ein zehnmillionstel der Leistung von Block D in Neurath.

wenn du jetzt in deinem Zimmer das Licht anmachst, dann hat das ungefähr die gleiche Bremswirkung auf den Generator in Neurath, wie wenn eine Fliege gegen die Windschutzscheibe deines Autos klatscht.

du magst natürlich recht haben, wenn du alleine das licht ausmachst, hat das keinen nennenswerten einfluss, aber irgendwer muss doch mit dem energiesparen anfangen. und wenn dus schon nicht für die umwelt tust, tus für den geldbeutel. strom ist teuer...

lg, Anna

 

Kraftwerke produzieren nach Bedarf, nicht auf Vorrat, da elektrische Energie nicht in der Leitung gespeichert werden kann. Wenn sich ein "kleiner" Verbraucher zuschaltet, dann sinkt die Netzspannung ganz minimal, bei einem "größeren" Verbraucher sinkt sie etwas deutlicher. Wenn durch dieses Absinken der Netzspannung ein unterer Grenzwert unterschritten wird, dann sorgen die "Landeslastverteiler" dafür, dass mehr Leistung ins Netz geliefert wird, indem z.B. in einem der zugeschalteten Kraftwerke die Leistung etwas erhöht wird.

Soll man nun beim Verlassen des Zimmers das Licht ausmachen? Die Antwort ist: Eindeutig ja, wenn man nicht innerhalb weniger Minuten wieder zurückkommt. Dabei spielt es keine Rolle, ob andere das genau so machen. Jeder hat das Recht, ja die Pflicht, als freier Mensch vernünftige Entscheidungen zu treffen. Strom sparen ist immer vernünftig. Dadurch wird weniger Kohlendioxid erzeugt, das ist gut zur Bremsung des Klimawandels, und es wird weniger Quecksilber und weniger Radioaktivität  in die Umwelt entlassen, das ist gut für die Gesundheit von Mensch und Tier.

Wenn immer mehr Menschen kluge Entscheidungen treffen, dann macht sich das bald auch in der Masse bemerkbar, so dass das eine oder andere Kraftwerk nicht mehr gebraucht wird. Ähnliches gilt auch für die Themen Energie-sparend Auto fahren oder Gesundheits-erhaltend leben. Man kann da ruhig schon einmal selbst damit anfangen, auch wenn viele andere das noch nicht "geschnallt" haben. Man hat dann immerhin den Vorteil, Geld zu sparen, bzw. mehr vom (gesunden) Leben zu haben und man kann sich innerlich auf die Schulter klopfen und sich darüber freuen, dass man schon früher den richtigen Durchblick hat als manche anderen.

Du musst es bezahlen, das ist erst mal für dich relevant.

Ob die Menschheit damit vor der Klimakatastrophe bewahrt wird, ist eine ganz andere Frage.

Eine andere, sehr interessante Frage ist die der Energiepolitik. Wir setzen ja vertstärkt auf die erneuerbaren Energien, also Wind und Solarengenergie, haben aber keine Speichermöglichkeiten im grossen Stil. Daher kann es durchaus sein, dass es zum einen Zeitpunkt besser wäre, man würde die überschüssige Energie vernichten, zum anderen Zeitpunkt wird dafür extra Kohle oder Gas verbrannt. Die Lösung wären Millionen Elektroautos, die über intelligente Stromzähler nur dann preiswert geladen würden, wenn überschüssige Energie aus Windkraft vorhanden ist. Aber darüber redet keiner, nur Elektroautos will man auf die Strasse bringen, die dann mit Kohlekraftstrom betrieben werden.

Dem Kraftwerk ist es eigentlich egal wie viele Birnen du zu Hause brennen hast.. dem der die Stromrechung bezahlt nicht.. 

Kraftwerker feuen sich sogar über rein Ohmsche verbraucher wie Glühbirnen... Bei den vielen anderen (wie Schaltnetzteilen und so) muss teilweise mit aufwendigen mitteln Kompensiert werden 

(etwas aufwendig das zu erklähren, aber es ergibt sich durch Induktive oder Kapazitive Verbraucher eine Verschiebung aus Strom und Spannung Stichwort Blindleistungskompensation) (das führ jetz aber zu weit)

Kraftwerke produzieren auch keinen "Strom auf vorrat" da man Wechselstrom nicht Speichern kann (nicht Direkt). eine Überproduktion würde nur die Spannung bzw. Verlustleitung im Netz erhöhen was im schlimmsten Fall zu ausfällen führen kann..

(Ich kenne auch geschichten von Kraftwerkern die erzählt haben das sie absichtlich ein Wenig mit der Ausgangsspannung hochgefahren sind um mehr liefern zu können.. das is aber eine andere Geschichte)

Elektrische Energie funktioniert leider etwas anders. Einen Überschuss kann man im eigentlichen Sinne nicht erzeugen, denn Strom (anders als zum Beispiel Wasser oder Gas) lässt sich nicht einfach in einer Leitung lagern, sondern muss sofort verbraucht werden, wenn es erzeugt wird. Klar, etwas Schwankungen gibt es immer. Einige Kraftwerkstypen passen dann ihre Erzeugung an oder sind eh darauf ausgelegt ihre Erzeugung sehr schnell anpassen zu können (Paradebeispiel sind da wohl Gas- und Dampfkraftwerke), weil man gerade mit Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, auch eine sehr schwankende Erzeugung hat. Andere versuchen den Strom umzuwandeln und damit in einer Art zu Speichern (wie zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke). Kleine Schwankungen kommen häufig vor, aber je größer das Netz im Allgemeinen ist, desto kleiner werden die einzelnen Schwankungen im Verhältnis.

Kraftwerke erzeugen also streng genommen nicht mehr als benötigt wird, aber einige Kraftwerke halten Reserven vor. Das eine Licht macht zugegebenermaßen so gut wie nichts aus. Bei den riesigen Energiemengen, die ständig das Netz durchlaufen, fällt das nicht ins Gewicht. Aber auch hier macht die Masse halt den Verbrauch. Allerdings ist es auch so, dass der private Haushalt jetzt in aller Regel nicht der Großverbraucher ist wie es die Industrie ist.

Andererseits finde ich es trotzdem wichtig, dass Energieeinsparpotenziale - zumindest bis zu einem Grad, der Sinn macht - erkannt werden. Energie kostet auch Geld und wirkt sich auf die Umwelt aus. Die Netzlast lasse ich mal außen vor. Schwankungen und gerade Energiespitzen machen da wesentlich mehr Probleme als eine moderate Basis.


Dass man das Licht aus machen sollte, wenn man nicht im Raum ist, liegt weniger an der Einsparung des globalen Verbrauchs, wie an der eigenen Kostenvermeidung. Jede Minute, die Du Strom beziehst kostet "Dein" Geld.

Erzeugter Strom ist immer verbrauchter Strom, da kann es nie einen Unterschied geben. 

Elektrischer Strom lässt sich nicht zwischenlagern. Wenn die Verbraucher reihenweise ihre Geräte abschalten, wird die Stromproduktion zurück gefahren. Wenn die Stromnetztechniker das nicht ständig steuern würden, würde das Netz zusammenbrechen. Vorher würde bei reihenweisen Abschaltungen von Verbrauchern die Netzspannung ansteigen und die noch eingeschalteten Geräte mit übermäßigem Stromverbrauch zerstören.

Man kann allerdings elektrische Energie in andere, lagerfähige Energieformen wandeln, z.B. Lageenergie oder chemische Energie.

dompfeifer 10.08.2017, 12:37

Um hierzu einen passenden technischen Vergleich zu finden, brauchte ich schon etwas Mühe und Zeit. Dabei bin ich auf die Geschichten der Schildbürger aus dem 16. Jahrhundert gestoßen:

Die Schildbürger vergaßen bekanntlich beim Bau ihres Rathauses die Fensteröffnungen. Zur Beleuchtung der Innenräume versuchten sie dann, in Eimer gefülltes Licht in das Rathaus zu tragen. Der Gedankengang folgt auch hier der zeitlichen Trennung von Produktion und Verbrauch:

Die Sonne produziert Licht. Davon wird ein Teil in Eimern gespeichert und zum späteren Verbrauch in das dunkle Rathaus transportiert. Der gleichen Absurdität folgt die Vorstellung vom gespeicherten Strom.

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kraftwerke erzeugen immer soviel strom wie benötigt wird.regelt sich automatisch nach der netzbelastung

Im Verbund Netz erzeugen die aktiven Kraftwerke genau soviel Strom wie verbraucht wird.

Wenn jemand eine Lampe einschaltet, sinkt die Spannung um einen winzigen Bruchteil, der der entnommenen Leistung im Verhältnis zu der Gesamtleistung des Netzes entspricht. Größere Schwankungen werden automatisch ausgeregelt, durch Erhöhen der Frequenz oder Zuschalten von Kraftwerken

wollyuno 07.08.2017, 14:52

frequenz wird nicht erhöht,die schwankt nur ganz gering

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weckmannu 08.08.2017, 13:14
@wollyuno

Bei sehr starker Last kann die Frequenz bis auf 48Hz absinken, danach gibt es Blackout.

Das Zuschalten einer größeren Last erzeugt natürlich eine Verringerung der Frequenz, schließlich werden die Generatoren dadurch gebremst. Die Netzsteuerung sorgt als Reaktion daß die Frequenz wieder angehoben wird.

Es gilt hier deutlich zu machen, wo die Reserve versteckt ist, nämlich in Spannung und Drehzahl.

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Es gab mal eine interessante Studie: Wenn alle Haushalte in Deutschland nur  ihre Standby-Schaltungen über Nacht oder wenn sie nicht gebraucht werden aussschalten würden, entspreche das einer Leistung von etwa 3 Atomkraftwerken. Andersherum gesagt betreiben wir drei Atomkraftwerke mit all ihren Gefahren und Müll nur dafür, dass schnell unser Rechner oder Fernseher anspringt! Krass oder? Genauso ist es mit dem Licht,eine Leuchte bringt nichts aber 20 Millionen schon!

Ja. Das kommt ungefähr hin.

1 Licht macht im Grunde keinen Unterschied.

Kein Verbraucher, kein Strom.....ganz einfaches physikalisches Gesetz. So ein Kraftwerk kann kein Strom erzeugen und wartet dann ab, ob irgendeiner den Strom auch braucht.

In dem Moment, wo der Strom erzeugt wird, wird er auch "verbraucht"..... wird so was nicht mehr in der Schule gelehrt?

Videospieler95 07.08.2017, 06:42

Darum gehts ja auch nicht sondern darum ob das Kraftwerk eine Große Menge überschuss produziert oder eben nicht. Da es ja eine Menge überschuss sein muss. Sonst könnte man ja das Licht nicht anmachen. 

Und ich frage mich noch wie Groß denn der Überschuss an Strom ist der so Produziert werden und wie groß die Unterschiede sind zb. zu verschiedenen Tageszeiten oder Wochentagen. 


Wie viel mehr oder weniger das Kraftwerk dann produziert.


Und meine Frage bezog sich auch auf die Aussage das man zb. das Licht ausmachen soll. 

Wobei das Theoretisch ja bei 1.Person nichts bringt da der Strom ja sowieso schon da ist. 

Und ich frag mich da eben wie sehr die Erzeugung an den wirklichen Verbrauch gekoppelt ist. 


Sozusagen wie viele Glühbirnen müssten ausgehen damit das Kraftwerk weniger Strom erzeugt. 



Dass es kein Verbrauchen gibt sowas kommt ohnehin nicht vor.



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franz48 07.08.2017, 17:01
@Videospieler95

Überschuss? Du hast meine Antwort also nicht verstanden..... Ich gebe es auf....

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Videospieler95 07.08.2017, 17:50
@franz48

Ist doch egal wie man das nennt. Das Kraftwerk steht ja nicht still und wartet bis jemand das Licht anmacht.  Um dann erst Kohle zu verfeuern. Es läuft ja ständig.  Egal ist mir zu blöd das alles nochmal zu schreiben. 

Du verstehst sowieso nicht was ich meine.

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