Erzählungen von Homosexualität in der DDR und NS-Zeit?

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9 Antworten

Hab da eine private Familiengeschichte die von der Story her wahrscheinlich schon filmreif wäre. Meine Urgroßeltern (väterlicherseits) lernten sich kurz nach Hitlers Machtergreifung im Sommer 1933 kennen in einer schwulen und Lesbenbar. Die beiden waren beste Freunde und fühlten sich eher zum selben Geschlecht hingezogen (waren also bi aber mit Tendenz zum selben Geschlecht). Als dann 1936 stark gegen Homosexualität vorgegangen wurden, Razzien an deren Treffpunkten stattfanden und die Schwulen und intensiver Verfolgt wurden, beschlossen die beiden so zu tuen als wären sie ein Liebespaar um sich vor dem Rosa Winkel, Ermordung und Diskriminierung zu schützen. Schließlich heirateten sie. Oft wurden sie gefragt warum sie keine Kinder bekamen, dies war nach den den Tagebucheinträgen meiner Uroma wohl die schlimmste Zeit. Deshalb bekamen sie mit 40 ihr einziges Kind: meine Oma.

Erst 2005 erzählten sie meiner Oma davon nachdem meine Tante sich als bisexuell mit ebenfalls einer Tendenz zu Frauen outete, davor hatten sie Angst von der Familie verstoßen zu werden.

Die beiden haben sich laut Tagebuch nie romantisch geliebt sondern hegten eine freundschaftliche Liebe. Sie hatten auch nur ein einziges Mal Sex, in der Hoffnung meine Uroma würde danach schwanger werden und das Gemunkel darüber das die beiden ihre Liebe nur spielten endlich aufhörte. Die beiden hatten neben ihrer Beziehung beide eine heimliche Liebe. Die meines Urgroßvaters starb Anfang 2000 und die meiner Urgroßmutter 2008.

Beide starben 2005, einige Monate nach ihrem Outing.

Wunderschön. Wirklich umsetzungsreif. Nur leider nicht mein Grundthema beim Schreiben.

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@MarSusMar

Ich hätte gerne Ausschnitte des Tagebuchs mit eingefügt es war allerdings der letzte Wunsch der beiden das Buch bei ihrem Tod mit zu verbrennen :/

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@MarSusMar

Traurig und doch wunderschön...Was für eine Tragik..Aber Gottseidank überlebt, Gottseidank gibts Deine Oma, und dadurch dich:::.Bleib gesund..das hat mich jetzt trief bewegt...

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In der DDR war das gesetzlich erlaubt und wurde auch geduldet incl. diverser Homo-Kneipen und Treffpunkte.

Hier gibts übrigens einen schönen Spielfilm, der die Situation in der DDR zeigt (in der DDR gedreht vor der Wende):

https://www.youtube.com/watch?v=GERoIMZSADw

Im NS-Regime war Homosexualität offiziell streng verpönt und Schwule kamen ins KZ. Sofern es in der Führungsriege vorkam, wurde es allerdings toleriert wie z.B. bei Ernst Röhm.

Die DDR begann 1949 und männliche Homosexualität war bis 1969 verboten. Allein zwischen 1950 und 1960 gab es über 40 Tausend Verurteilungen.

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Den Film hab ich auch gesehen (bin hetereo, mit schwulen und lesbischen Bekannten/Freunden) und fand ihn Klasse,,,

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Juristisch war die DDR im Umgang mit Homosexualität deutlich liberaler und fortschrittlicher als die Bundesrepublik. Seit Ende der 50er Jahre wurde dort niemand mehr deswegen verurteilt. Lediglich sexuelle Handlungen mit Jugendlichen bis 21 Jahren stand noch eine Zeit lang unter Strafe. Der §175 StGB wurde in der DDR 1968 abgeschafft.

Gesellschaftlich waren die Bürger der DDR in ihren Anschauungen noch nicht ganz so weit und genauso homophob wie die Bundesbürger.

Unterm Strich war die DDR deutlich moderner im Umgang mit Homosexualität.

Guck mal bei Ernst Röhm und Edmund Heines bei Wikipedia nach, beide waren die Chefs der SA und beide waren stockschwul. Sie waren die höchsten Vertreter des Dritten Reiches, bei denen man wusste, dass sie schwul waren. Auf der Seite der Opfer und Verfolgten kann ich Dir die Namen von Rudolf Brazda (+2013, letzter schwuler Überlebender des Holocausts), Gad Beck, Albrecht Becker (Szenenbildner), Pierre Seel, Friedrich von Groszheim, Wolfgang Lauinger nennen.

Homosexualität war kein öffentliches Thema in der DDR. Weil das gefährlich war. Ein Abschlag aus der NS Zeit denke ich.

Der Großteil auch mein Lieblings Onkel, der einfach allein lebte, hat sich erst nach der Wende geoutet.

Das andere GrandMa 1895 geboren Hat nie viel über den Krieg erzählt, Das Thema war also da auch keines. die starb mit 97 Jahren.

Dieser Onkel ist zwar mit 1936 Geboren, der Jüngste von 12 Geschwistern, wäre damit ja der Ansprechpartner. Nur war der halt an Kriegsende erst 10.

Homosexualität war kein öffentliches Thema in der DDR. Weil das gefährlich war. Ein Abschlag aus der NS Zeit denke ich.

Du solltest dich besser informieren, bevor du dummes Zeug schreibst.

1957 urteilte das Ost-Berliner Kammergericht, "daß bei allen unter § 175 alter Fassung fallenden Straftaten weitherzig von der Einstellung wegen Geringfügigkeit Gebrauch gemacht werden soll". Die Richter befanden, dass von homosexuellen Handlungen keine Gefahr für die sozialistische Gesellschaft ausging.

https://www.spiegel.de/geschichte/schwulenparagraf-175-homosexuelle-in-der-ddr-a-972887.html

Ansonsten war die DDR-Bevölkerung genauso homophob wie die der Bundesrepublik. 2000 Jahre Schwulenfeindlichkeit bekommt man nicht so schnell aus den Köpfen. Und diese 2000 Jahre kann man wohl kaum der DDR anlasten.

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@KurtSchuster

Es geht um eigene Erfahrungen, nicht um was Nachgelesenes. das kann der FS hier offensichtlich allein.

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@MarSusMar

Und warum schreibst du dann offensichtlichen Unsinn in deiner "Antwort"? Oder hast du diesen Unsinn nur woanders abgeschrieben?

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