Erwerbsminderungsrente unbefristet, dann wg. Minijob u. Gutachter diese wieder verloren?!

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo hledamradu,

Ihre Fallschilderung ist leider etwas nebulös und oberfächlich! Aber kein Problem!

Folgende Fragen wären vorab noch wichtig und zu klären: Bitte natürlich ohne Bekanntgabe Ihrer Personalien!

  • Sind Sie weiblich oder männlich?
    • Jahrgang?
  • welche Haupterkrankungen liegen vor, auf Grund derer die volle
    Erwerbsminderungsrente zuerkannt worden ist.
  • Was für eine Tätigkeit haben Sie denn da ausgeübt, auf Grund derer Ihnen die volle Erwerbsminderungsrente aberkannt worden ist?
  • Auf welchem Weg hat die Rentenversicherung von Ihrer Nebentätigkeit erfahren?
  • Wurde die Gewährung Ihrer vollen Erwerbsminderung in einem Sozialgerichtsverfahren ausgesprochen oder ohne Sozialgericht direkt von der Rentenversicherung?
    • In welchem Jahr wurde Ihnen Ihre volle Erwerbsminderungsrente bewilligt?
    • Haben Sie einen Rechtsbeistand, z.B. den VDK an Ihrer Seite?
    • Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?

Und nun eine erste Einschätzung aus der Sicht eines juristischen Laien, der selbst seit Jahren auf Grund eigenen Schicksals aber auch mit Schicksalen in der Familie und vieler anderer Mitmenschen mit diesem Thema laufend konfrontiert ist:

1) Aus meiner bescheidenden Sicht sind Sie in eine der zahlreichen "Rentenantragsfallen"getappt, welche in zahlreicher und teils unsichtbarer Form in unserem System ausgelegt sind.

2) Wenn Sie auf der einen Seite den Status "voll Erwerbsgemindert" für sich beanspruchen und andereseits aber gleichzeitig 350 Euro dazu verdienen können, so schaffen Sie doch den absoluten "Widerspruch" in sich. Und genau hier setzen Sie sich doch bereits einem juristischen "Katz- und Mausspiel" aus.

3) Ich habe in den letzten Jahren zahlreichen, öffentlichen Verhandlungen vor dem Sozialgericht meiner Heimatstadt beigewohnt und bei diesen Verhandlungen hautnah miterlebt, mit welchen Argumenten und knallharten Bandagen die juristischen Vertreter der Rentenversicherung hier agieren und argumentieren.

Eine Lieblingsaussage dieser Rechtsreferendare heißt dann immer: Diese Person kann immer noch eine Tätigkeit als Museumswärter oder Pförtner ausüben!!!

4) Bitte bedenken Sie: Die Hauptvoraussetzung für die Gewährung einer vollen Erwerbsminderungsrente ist wie folgt aufgesetzt: Die Leistungsfähigkeit (auch für leichte Tätigkeiten) des Betroffenen am allgemeinen Arbeitsmarkt ist pro Arbeitstag innerhalb einer 5 Tage-Woche auf unter 3 Stunden abgesunken. Mit einer dauerhaften Besserung der gesundheitlichen Einschränkungen ist nach aktuellem Stand der Dinge nicht zu rechnen!

5) So wie Sie Ihren Fall schildern, wurden eventuell ohne es zu wissen oder zu bedenken Ihrerseits taktische Fehler gemacht. Nun muß der juristisch belegbare Beweis angetreten werden, daß Sie auch so leichte Tätigkeiten wie Museumswärter und Pförtner auf keinen Fall mehr über 3 Stunden pro Arbeitstag ausüben können.

6) Dieser juristisch belegbare Nachweis ist nur von einem kompetenten Rechtsbeistand so aufzubereiten und zu konstruieren, daß er auch bei einer Verhandlung vor dem Sozialgericht unumstößlich ist. Eine wahre Herkulesaufgabe für den Rechtsbeistand und auch für Sie.

7) Falls Sie noch nicht Mitglied beim VDK sind, sollten Sie dies spätestens jetzt nachholen. ******www.vdk.de****** Machen Sie dann mit dem Ihnen am nächsten gelegenen VDK-Büro einen Beratungstermin aus, bringen Sie dazu Ihre gesamten Akten und eine plausible, logisch formulierte und tabellarisch aufgebaute Krankengeschichte mit. Aus dieser Krankengeschichte muß Ihr gesamter Krankheitsverlauf lückenlos ersichtlich sein. Nur so kann Ihnen ein Jurist eine aussagefähige Ersteinschätzung liefern, welche Möglichkeiten in Ihrem speziellen Fall überhaupt zur Verfügung stehen.

8) Gibt es ähnlich gelagerte Fälle? Es gibt unzählige, ähnlich gelagerte Fälle! Bitte beschaffen Sie sich in Ihrer nächstgelegenen VDK-Geschäftsstelle die neueste Ausgabe der VDK-Zeitung für September 2011. Dort finden Sie auf der Seite 5-September 2011 (Recht) einen sehr guten Artikel zu Ihrem Thema. Es wird dort geschildert, wie der VDK einem schwerbehinderten Jungen zu seinem Recht verholfen hat. In diesem Fall schien bereits alles verloren, aber der VDK Hamburg hat sich vor dem Landessozialgericht gegen das Versorgungsamt durchgesetzt. Der Junge war in diesem Fall von Geburt an Blind. Er erhielt zunächst einen GdB von 100. Bei späteren Nachuntersuchungen wurde dann mit haarsträubenden Argumenten der GdB auf 60 heruntergefahren und alle vorher vergebenen MERKMALE wieder aberkannt. Nur ein juristisch versierter und kompetenter Rechtsbeistand ist in solchen Fällen in der Lage, das Verfahren wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.

Für Sie heißt das, nicht aufgeben, aber auf keinen Fall ohne einen kompetenten Rechtsbeistand weiter agieren!!

Halten Sie uns bitte auf dem Laufenden, denn leider kommen immer mehr Menschen durch simple und brutale Schicksalsspiele in existenzielle Nöte und der soziale Abstieg rückt in greifbare Nähe!

Beste Grüße und viel Erfolg

Konrad

Hallo Herr Konrad oder nur Konrad? ;-)

ich bin höchst angenehm überrascht, eine so stilvolle und kompetente Antwort auf dieser Seite vorgefunden zu haben. Vielen Dank, dass Sie sich dermaßen Mühe, sogar mit datenreicher Hilfestellung, gegeben haben. Nun betrifft meine Frage nicht mich, sondern einen Mann, der mir diesen Fall erzählt hat und da ich ein Mensch bin, der auch stets gegen Ungerechtigkeiten kämpft, wollte ich wissen, wie es sich mit der "Großzügigkeit unserer Rentenversicherung" im Bezug auf die Hinzuverdienstgrenze von 400 € überhaupt verhält.

Nun haben Sie meinen Verdacht ganz klar bestätigt.

Ich selber habe beruflich bei diversen Gesundheitsinstitutionen sehr viel erlebt, worüber ich hier natürlich niemals öffentliche schreiben dürfte!

Nun würde ich mich überhaupt über das Thema Rente sehr gerne mit Ihnen persönlich unterhalten, das jedoch nur über eine "Freundschaftsanfrage" hier möglich ist und ich mir jetzt erlaube, es zu tun.

Also noch einmal herzlichen Dank.

Eine gute Nacht wünscht

hledamradu....noch ;-)

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@hledamradu

Hallo hledamradu,

mein Vorname ist "Konrad".

Besten Dank für die positive Bewertung meines Beitrages.

Ich freue mich immer sehr, wenn ich Betroffenen die komplizierte Materie etwas besser darstellen kann und wenn die Leute einen Ansatz finden, wo sie richtig einhaken können.

Jeder Einzelfall ist anders gelagert und muß anders angepackt werden.

Bin zwar selbst juristischer Laie und erteile natürlich keinen rechtsverbindlichen Rat, aber meine Ausführungen stammen aus persönlich gemachten Erfahrungen im Umgang mit unserem komplexen Sozialsystem.

Erfahrung in der Praxis, das ist harte Realität.

Werde mich baldmöglichst mit Ihnen in Verbindung setzen.

Beste Grüße Konrad

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www.sozialgesetzbuch de. SGB IX, falls es noch geht in Widerspruch gehen,ggf. Antrag auf Überprüfung stellen

Ich habe soeben gemerkt, dass ich mich nicht klar ausgedrückt habe. Danke für den Link, aber mir geht es hier vor allem zu erfahren, ob auch anderen EU-Rentnern so etwas widerfahren ist, ob dies der übliche Weg der Rentenvers. ist.

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Hallo hledamradu, die Antworten von Konrad waren ja erkennbar sehr kompetent und hilfreich, insbesondere kann ich nur bestätigen, wie wichtig im Sozialgerichtsverfahren ein kompetenter und engagierter Fachanwalt für Sozialrecht ist oder ein engagierter Sozialverband! Leider hat in einem von mir geschilderten sehr traurigen Fall der Anwalt gerne sein Honorar einkassiert, dann die Klägerin aber im Stich gelassen, sodaß diese dann völlig auf sich gestellt war....(www.zwergdavid-riesegoliath.jimdo.com ) Nach Ablehnung des Antrages auf Erwerbsminderungsrente durch die DRV hat das Landessozialgericht Niedersachsen im Verlauf von zwei Jahren keinerlei eigene Ermittlungen angestellt, weder einen einzigen Arzt befragt noch sonst etwas erkennbares unternommen, um die Argumente und Beweise der Klägerin zu prüfen. Stattdessen hat es sein Urteil ausschließlich nach Aktenlage der beklagten Partei, der Deutschen Rentenversicherung Bund gefällt und auf Basis eines sozialmedizinischen Gutachtens, daß die Klägerin aufgrund der Besorgnis der Befangenheit mehrfach schriftlich angefochten hatte und das zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung bereits genau 4 Jahre alt war! Besonders makaber: Die Akten der beklagten Partei, also der Deutschen Rentenversicherung Bund waren nachweislich unvollständig, weil die DRV Teile der aktuellen Akten, die die Therapiebemühungen der Klägerin nachwiesen, einfach gelöscht hatte (die Unterlagen zweier durchgeführter Rehamaßnahmen!) und zudem die Daten der Klägerin mit denen einer fremden Versicherten gleichen Geburtsnamens vertauscht hatte! Dies alles ist dem vorsitzenden Richter des LSG Niedersachsen aber nicht aufgefallen (oder es war ihm ohnehin egal...). Die Klägerin leidet an einem schweren Fibromyalgiesyndrom (chronische Schmerzerkrankung) mit umfangreicher schwerer Begleitsymptomatik und konnte ihre Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Schwere der Erkrankung auch in insgesamt** vier Gutachten von drei unterschiedlichen Gutachtern nachweisen**, eines der Gutachten wurde sogar von einem in Fachkreisen sehr bekannten und anerkannten Experten und Fachbuchautoren der Erkrankung erstellt, das Landessozialgericht Niedersachsen (und natürlich auch die Deutsche Rentenversicherung) hat dies nicht interessiert, obwohl es die Gutachten zuvor selbst angeordnet bzw. als Beweise zugelassen hat - eine Ignorierung von Beweisen fällt aber rechtlich leider unter das Privileg der ´freien richterlichen Beweiswürdigung! Die Klägerin steht also jetzt, nachdem der sogenannte Rechtsweg erschöpft ist, nachdem sie seit ihrem 15. Lebensjahr bis zu ihrer schweren Erkrankung immer gearbeitet und in die Rentenkasse entsprechend eingezahlt und zudem drei Kinder unter erschwerten Bedingungen großgezogen hat, ohne rechtliche oder soziale Teilhabe, d.h. ohne die ihr gesetzlich zustehende Erwerbsminderungsrente mittellos da und ist auf das kleine Gehalt ihres Ehemannes angewiesen - ihrer Gesundheit hat der lange aufreibende und vergebliche Kampf um ihre sozialen Rechte den Rest gegeben! Da die Klägerin aufgrund ihrer Erkrankung in den letzten Jahren keine Beiträge in die Rentenkasse einzahlen konnte, hat sie jetzt zudem den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente verloren, zudem wird ihre Altersrente jetzt entsprechend niedrig ausfallen.... Aus dem nicht rechtskonformen Vorgehen (um es vorsichtig auszudrücken) der Deutschen Rentenversicherung und der u. E. hier erkennbaren verfassungswidrigen Zusammenarbeit zwischen Exekutive (Deutsche Rentenversicherung) und Judikative (Landessozialgericht Niedersachsen) wird deutlich, wie wichtig ein engagierter und kompetenter Anwalt für die Durchsetzung gesetzlicher Interessen ist, aber auch wie weit unser Sozialrecht in Teilbereichen offenbar bereits erodiert ist und wie wichtig die Herstellung von Öffentlichkeit ist, um der teilweise rechtswidrigen und mitunter skrupellosen Verwaltungspraxis der Deutschen Rentenversicherung Einhalt zu gebieten! Wen die Thematik interessiert, der kann auch unter ´zwergdavid-riesegoliath googeln oder direkt die Homepage anklicken. Die oben genannte homepage ist umfassend und engmaschig dokumentiert, dennoch stellt diese und natürlich auch die hier erfolgte Darstellung meine persönliche Sichtweise da, die nicht in jedem Einzelfall von anderen geteilt werden muß! Kontrol

Und schon wieder bin ich nur noch sprachlos!!! Den Link habe ich auch schon verfolgt. Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag... habe leider nur 1 Sternchen zu vergeben gehabt! ;-) vg hledamradu

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@hledamradu

Haaaaaalt, aber ein "Daumen" von mir geht doch noch.......Klick! ;-)

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