Erweitertes Führungszeugnis- Was genau ist dort enthalten?

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2 Antworten

Hallo eisbaum,

das erweiterte Führungszeugnis ist für eine Bewerbung notwendig, die im Zusammenhang mit dem Umgang von Kindern und Jugendlichen steht.

Was im:

  • Führungszeugnis,
  • erweiterten Führungszeugnis,
  • Führungszeugnis für Behörden

steht und wann dieses zu beantragen ist,  ist in den beiden folgenden Gesetzen festgelegt:

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§ 30a BZRG - Antrag auf ein erweitertes Führungszeugnis

(1) Einer Person wird auf Antrag ein erweitertes Führungszeugnis erteilt,

  1. wenn die Erteilung in gesetzlichen Bestimmungen unter Bezugnahme auf diese Vorschrift vorgesehen ist oder
  2. wenn dieses Führungszeugnis benötigt wird für
  • a) die Prüfung der persönlichen Eignung nach § 72a des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe –,
  • b) eine sonstige berufliche oder ehrenamtliche Beaufsichtigung, Betreuung, Erziehung oder Ausbildung Minderjähriger oder
  • c) eine Tätigkeit, die in einer Buchstabe b vergleichbaren Weise geeignet ist, Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen.

(2) Wer einen Antrag auf Erteilung eines erweiterten Führungszeugnisses stellt, hat eine schriftliche Aufforderung vorzulegen, in der die Person, die das erweiterte Führungszeugnis vom Antragsteller verlangt, bestätigt, dass die Voraussetzungen nach Absatz 1 vorliegen. Im Übrigen gilt § 30 entsprechend.

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Auszug aus § 32 BZRG (http://www.gesetze-im-internet.de/bzrg/\_\_32.html)

§ 32 Inhalt des Führungszeugnisses

Absatz 5: Soweit in Absatz 2 Nummer 3 bis 9 Ausnahmen für die Aufnahme von Eintragungen zugelassen werden, gelten diese nicht bei einer Verurteilung wegen einer Straftat nach den §§ 171, 180a, 181a, 183 bis 184g, 225, 232 bis 233a, 234, 235 oder § 236 des Strafgesetzbuchs, wenn ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30a oder § 31 Absatz 2 erteilt wird

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Bei den aufgelisteten Straftaten handelt es sich um Verurteilungen wegen Straftaten bei den Kindern oder Jugendliche Opfer waren.

Damit soll verhindert werden, dass Jemand einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz bekommt, bei denen er Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat, obwohl er ihnen gegenüber schon straffällig geworden ist. Sprich, es soll verhindert werden, dass der Bewerber Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat um diese vor weiteren Straftaten zu schützen.

Das heißt aber auch auf der anderen Seite. andere Straftaten, die nicht im Absatz 5 aufgeführt werden, tauchen auch nicht im erweiterten Führungszeugnis auf, wenn die im (einfachen) Führungszeugnis nicht drin stehen.

Zu diesen Straftaten die nicht im erweiterten Führungszeugnis auftauchen, wenn sie im (normalen) Führungszeugnis nicht eingetragen werden  gehören z.B.

  • Diebstahl
  • Körperverletzung
  • Sachbeschädigung
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Im Bezug auf die Sache mit dem Häuschen kann ich Dich beruhigen, die steht weder im normalen, noch im erweiterten Führungszeugnis drin.

Schöne Grüße
TheGrow

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eisbaum 17.04.2016, 09:56

Danke für diese schnelle und ausführliche Antwort :)

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in einem Führungszeugnis stehen nur Dinge drin, für die du auch verurteilt wurdest, das scheint ja hier nicht der Fall zu sein, oder?

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