Erstes Aquarium als Anfänger?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

ein Aquarium kann ein wunderschöner Hingucker werden und ein faszinierendes Hobby.

Aber ganz am Anfang solltest du dir dringend ein gutes Buch über die Grundlagen der Aquaristik kaufen, denn so ein AQ ist ein hochkompliziertes biologisches System, in dem viele verschiedene Faktoren miteinander im Einklang sein müssen und einander bedingen.

Nur "kaufen, aufbauen, dekorieren, Wasser rein - Fische rein" funktioniert leider nicht. Dann hast du in kurzer Zeit eine grüne übel riechende Brühe mit gammelnden Pflanzen und kranken und sterbenden Fischen - und nicht so einen schönen Hingucker, wie man es gerne möchte.

Und mit nur der Beantwortung deiner wenigen Fragen hier, ist das Thema auch nicht ausreichend erschöpft, noch nicht einmal das notwendige Basiswissen hättest du damit.

Und wenn du dich ausreichend mit der Theorie beschäftigst, dann wird sich die Frage, "was man alles braucht" von ganz alleine erklären.

Bevor du über Fische nachdenkst, solltest du erst einmal in Erfahrung bringen, welche Wasserwerte aus deiner Wasserleitung kommen. Nicht jeder Fisch kommt mit deinem Wasser klar. Einige Fische brauchen sehr weiches Wasser, andere mögen es lieber härter. Und auch die Sache mit der Einrichtung - welcher Bodengrund, Pflanzen oder Holz oder Steine oder alles zusammen - ergibt sich aus der Wahl der Fische.

Auch vom Kauf eines "Komplettsetss" sollte abgeraten werden - so praktisch das auch erscheint. Aber in den meisten dieser Sets (zumal, wenn man sehr preiswerte wählt) sind die verbauten Komponenten einfach nur "billig" und bereiten dann im laufenden Betrieb nur Probleme. Das betrifft vor allen Dingen die Beleuchtung, die fast immer viel zu schwach für einen ordnungsgemäßen Pflanzenwuchs ist, vor allen aber die verbauten Filter. Die sind meist vom Filtervolumen her viel zu klein, machen viel zu viel Strömung und saugen kleinere Fische gerne ein, so dass diese oft "zerhäckselt" werden. Der Besitzer ist schnell gefrustet, weil das AQ so gar nicht wirklich funktionieren will - dabei liegt es einfach auch an der nicht stimmigen passenden Technik.

Und bedenke: je kleiner das AQ, desto empfindlicher reagiert das biologische System auf jeden Eingriff. In einem kleinen Aquarium kann daher schon der kleinste Pflegefehler direkt in die Katastrophe führen. Daher sind kleine Aquarien für Anfänger eher wenig bis gar nicht geeignet.

Und man muss unbedingt daran denken: ein neues AQ muss mindesten 3 - 4 Wochen ohne Fische laufen, damit sich die nützlichen und wichtigen Bakterien in deinem Filter bilden können. Sonst sterben dir deine neuen Fische ganz schnell weg - und das wäre traurig.

Und Hände weg von Starterbakterien oder so etwas: das bringt nicht wirklich viel! Ein wenig Geduld - und du wirst viel Freude an deinem neuen Hobby haben.

Bei den Guppys ist der Nachwuchs vorprogrammiert und so ein 54 l Aquarium ist dann auch innerhalb weniger Monate völlig überfüllt. Dazu kommt noch, dass durch die ständige Inzucht die Tiere immer weniger Farben bekommen, dafür aber verkrüppelte Wirbelsäulen. Eine wirklich unschöne Sache.

Und so lange man füttert, wird auch der Nachwuchs kaum bis gar nicht verspeist - auf jeden Fall bleibt ständig übermäßig viel Nachwuchs übrig. Es gibt auch keine anderen passenden Fische, die man in ein so kleines Aquarium packen könnte, die dann den Guppy-Nachwuchs fressen.

Möglich ist natürlich immer, eine reine Männer-WG von Guppys zu halten - die Männlein sind ja ohnehin die schöneren Tiere. Dann sollte man aber auf die kleinen Endler-Guppys ausweichen, denn die sind - auch nur in reiner Männerhaltung - gar nicht aggressiv.

Du siehst, es gibt unendlich viele Dinge zu lernen und zu beachten - keine wirklich einfache Sache am Anfang.

Gutes Gelingen

Daniela

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Hey, danke dir erstmal. Kann man wirklich nichts gegen den Guppyzuwachs tun, dass es nicht zu viele werden? Würde schön gerne beide Geschlechter haben ^^

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@TryLixGR

nein, dagegen kannst du nichts tun. Irgendwann, wenn das Aquarium voll ist, dann wird die Produktion von Guppykindern nachlassen - aber die Vorstellung der Fische zwischen "Aquarium ist voll" und deiner Vorstellung von "Aquarium ist voll" und der fachlichen Aussage, wann ein so kleines AQ voll ist - die weichen um Welten voneinander ab.

Vor allem musst du bedenken, dass du pro hübschem Guppy-Männlein 2 - 3 Weibchen brauchst - sonst müssen die Weibchen unter der ständigen Nachstellung des Männchens arg leiden und sterben dann schnell. Bei so vielen Weibchen kannst du dir denken, wie schnell die Bevölkerung explodiert.

Wenn du gerne Fische haben möchtest, die auch Nachwuchs bekommen, dann informiere dich über Platys (keine Mollys!, die brauchen ein sehr viel größeres Aquarium). Platys bekommen auch lebende Junge - aber lange nicht so viele und so ausgiebig wie Guppys.

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@dsupper

Okey danke. Fürs Erste werde ich mit Guppys starten. Wieviele Männchen sollte man sich den anschaffen für ne Männergruppe?

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@TryLixGR

in einem 54 l Aquarium (das ja tatsächlich nur ca. 42 l Wasser enthält), kannst du 6 - 8 normale Guppys pflegen oder aber 8 - 10 Endler-Guppys.

Bei den normalen Guppys kann es schnell zu Aggressionen kommen, da können die schönen bunten Schwanzflossen in Mitleidenschaft gezogen werden. Also eher die kleineren und völlig friedlichen Endlerguppys nehmen. Auch die gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Farben und Formen - auch in den regionalen Kleinanzeigenportalen.

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@dsupper

Wie enstehen denn diese Aggressionen und wie kann man sie verhindern? Ist der Nachwuchs bei den Endlerguppys auch so groß wie bei den normalen Guppys oder kann man ohne Probleme Männchen und Weibchen zusammen tuhen? Was sollte man tuhen bei zuvielen Fischen im Aquarium?

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@TryLixGR

Die Aggressionen entstehen eben bei den normalen Guppys, wenn sie keine Weibchen haben - wahrscheinlich "Frust". Und ja, auch Endler-Guppys bekommen so schrecklich viel Nachwuchs - das ist kein Unterschied. Zu viele Fische im Aquarium ist ein riesengroßes Problem, denn dadurch steigt die Schadstoffbelastung, der Stress für die Fische (der lässt das Immunsystem der Fische zusammenbrechen), die Wasserqualität wird schlecht, die Fische werden krank, du bekommst eine Algenpest ....

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Okey danke. Wie oft muss ich eigentlich das Wasserwechseln? Ich habe mir vorgenohmen jede Woche 10l zu wechseln und das Aquarium zu putzen. Wieviel kostet denn so ein Endlerguppy? Kann man einen Kiesboden haben und trotzdem Pflanzen einpflanzen? Kann mir das irgendwie garnicht vorstellen wie das aussehen soll.

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@TryLixGR

Das Wasser sollte man - so als Faustregel - alle 14 Tage 30 % austauschen. So sinkt die Keim- und Bakteriendichte und auch das Endprodukt Nitrat wird so aus dem Becken geschafft - bei zuviel Nitrat besteht sonst die Gefahr einer heftigen Algenplage.

Im Laden kostet ein Endlerguppy zwischen 2 - 3 Euro - aber schau besser in die Kleinanzeigenportale deiner Stadt - da bekommst du die sogar manchmal geschenkt (weil alle die loswerden wollen ....)

Und natürlich kannst du einen feinen Kiesboden nehmen - die Pflanzen wachsen auch darin. Sand ist aber immer meine persönliche Empfehlung.

Ach, eines noch: ein gut laufendes, funktionierendes Aquarium muss man überhaupt nicht putzen!! Da wechselt man eben das Wasser, reinigt die Scheiben, schneidet Pflanzen zurück, nimmt u.U. abgestorbene Pflanzenreste raus - mehr ist gar nicht zu tun!!! Ab und zu muss der Filter gereinigt werden - aber das ist es schon.

Bloß nicht auf die Idee kommen, das ganze AQ leer zu räumen, die Fische raus zu fangen, alles zu putzen - und dann alles wieder einzuräumen. Das wäre der größte Fehler, den ein Beginner machen kann

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Haha danke. Mit putzen meinte ich natürlich die Scheiben. Soll ich alles zusammen jede 2. Woche machen also 30% Wasser nachfühlen, Scheiben putzen usw. Ich möchte mir gerne eine Mulmglocke holen um den Boden einmal im Monat zu saugen. Geht das aber nicht mit Sand schlecht und wie reinigt man denn einen Sandboden? Wenn ich Pflanzen/Gras einpflanzen möchte, brauche ich nur Gras/eine Pflanze meiner Wahl oder muss ich auch noch Erde oder ähnliches kaufen?

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@TryLixGR

nein, Erde musst du nicht kaufen, die Pflanzen kommen in den Kies oder den Sandboden.

Diese Mulmglocken sind eher schädlich für das Aquarium, denn auch im Bodengrund finden wichtige mikrobiologische Prozesse statt. Wühlt man da wüst mit der Mulmglocke rum, dann bringt man alles völlig durcheinander.

In Kiesboden sinken Futterreste und Fischkot ein - das kann dann alles dort vergammeln. Ein Sandboden ist so dicht, dass der "Dreck" darauf liegen bleibt.

Also saugt man bei 14tägigen Teilwasserwechsel mit dem Schlauch vorsichtig den "Dreck", der auf dem Sandboden liegt, mit weg. Mit ein wenig Übung geht das wunderbar. Und wenn du nicht so viel fütterst und abgestorbene Pflanzen direkt aus dem AQ entfernst, dann entsteht eben überhaupt kaum "Dreck" - und ein wenig Mulm braucht jedes Aquarium.

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Wird der Sand nicht auch aufgesaugt? Was könnte man so mit Endlerguppys kombinieren? Ich habe von Garnellen gelesen. Gibt es da verschiedene Arten und kann ich sie mit dem gleichen Futter was ich den Endlerguppys gebe füttern?

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@TryLixGR

doch, natürlich wird der Sand mit aufgesaugt. Man muss daher etwas üben, das Schlauchende im richtigen Abstand über den Sand zu führen, so dass nur der Mulm aufgesaugt wird, der Sand aber nicht. Das geht, bedarf eben nur ein wenig Übung.

Zu den Endler könntest du dann noch für den Boden eine Gruppe Zwergpanzerwelse halten und Zwerggarnelen geht auch. Die brauchen anderes Futter als die Guppys. Guppys fressen das Futter von der Oberfläche, sie brauchen also Futter, das schwimmt. (darum haben Guppys auch ein oberständiges Maul). Garnelen fressen Futter vom Boden, sie brauchen also Granulat das sinkt - und am besten mit einem hohen pflanzlichen Anteil.

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@dsupper

Alles klar, danke dir. Das einzige was mich noch aufhält, ist der passende Tisch. Das Aquarium hat die Maße 60x30x30 (54l) und ich finde irgendwie kein passenden Tisch dafür. Der Tisch sollte die Maße zwischen 60x30 und 80x50 haben. Vielleicht irgendwelche Empfehlungen wo ich solch einen Tisch finde der auch ein Aquarium halten kann?

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@TryLixGR

Hab schon etwas gefunden, trotzdem danke.

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zu 1.: Gar nicht. Wenn man Leitungswasser nutzt und keine besonderen Maßnahmen zur Wasseraufbereitung betreibt (Umkehrosmoseanlage, Filterung über Torf oder andere aufwendige Sachen), ändern sich die Werte im Aquarium nicht wesentlich gegenüber dem Leitungswasser. Man nimmt einfach die aktuellsten Trinkwasserdurchschnittswerte vom zuständigen Wasserwerk als gegeben an. Co2 muss man nur messen, wenn man zusätzlich CO2 zuführt. Im einfachsten und völlig ausreichenden Fall mit einem der handelsüblcihen Dauertests.

zu 2.: Es gibt heute schon für überschaubares Geld echt brauchbare Sets. Es ist leider nicht alles gut was der Markt her gibt, aber es gibt auch gute. Meine Meinung nach ist zur Zeit das beste 54 Liter Set das "Aquastar 54 LED" von Eheim. Die Beleuchtung und die Konstruktion der Abdeckung sind dem durchaus brauchbaren Konkurrenzprodukt von Juwel überlegen. Der Filter ist zwar etwas altmodisch, aber er macht seinen Job zuverlässig, relativ sparsam und sehr sehr leise. Und der von Juwel ist auch nicht besser. Ob der mitgelieferte Heizstab nötig ist, hängt vom Besatz ab.

zu 3.: Guppys vermehren sich bis zu einem gewissen Punkt, dann hört die Vermehrung von allein auf. Dann sind so viele hungrige Kannibalen-Mäuler vorhanden, dass alle Neugeborenen direkt gefressen werden. Das Becken ist dann schon ziemlich voll, dieser optische Eindruck wird durch die wuselige Natur der Guppys noch verstärkt. Es ist aber weder für die Guppys ein problem, noch für die Biologie des Beckens. Am besten klappt es als Artbecken, also nur mit Guppys. Die handelsüblichen Guppys in den Läden sind oft problematisch. Durch die Aufzuchtbedingungen (viel Wärme, fettes Mastfutter, Medikamente, alles auf schnellstes Wachstum getrimmt) haben sie ein sehr schwaches Immunsystem, mitunterbrignen sie auch Parasiten oder sonstige Krankheiten mit. Und wenn es gelingt, sei lang genug am leben zu halten, gibt es noch ein anderes Problem. Man bekommt meist nicht die passenden Weibchen, um die Farben und Flossenformen auf den Nachwuchs zu übertragen. Die Tiere verlieren also im Laufe weniger Generationen sowohl die schönen Farben, als auch die schönen Flossen. Aus diesen Gründen sieht man sich am besten bei privaten Züchtern um, die sich darum bemühen, Farb- und Formvarianten sauber zu züchten und die zu den schönen Männchen auch die passenden Weibchen anbieten. Nur ein Problem wird man nie vollständig los. Durch viele Genenrationen Inzucht ohne frisches Blut kommt es zu Fehlbildungen wie verkrümmten Wirbelsäulen. Diese Tiere muss man direkt aussortieren (und schlachten), um die fehlerhaften Allele so gut es geht aus dem Genpool zu schaffen. Wenn man dabei nicht nachlässig ist, treten immer nur wenige fehlgebildete Tiere auf, während die Mehrzahl in gesund ist.

zu 4. und 5.: Fang mit einmal wöchentlich 40-50% der tatsächlichen Füllmenge an. Realistisch gehen etwas mehr als 40 Liter rein (das Nennmaß ist das Gesamtvolumen, das anhand der Außenmaße des Glasbeckens berechnet wird), also wechselst Du 2 Eimer. Das ist ein ziemlich überschaubarer Aufwand. Wenn das Becken mal zufriedenstellend läuft, kannst Du ohne große Folgen auch mal einen Wasserwechsel auslassen, wenn es die Zeit partout nicht zulässt.

Den Großteil der Wasserwechsel macht man am einfachsten mit einen 12x16 mm (bzw. 1/2 Zoll) Schlauch von etwa 1,5m Länge. Dünner fließt zu langsam, dicker fließt zu schnell. Am besten transparenter Schlauch, dann sieht man wo z.B. mal wieder so ein blöder Erlenzapfen oder eine Schnecke stecken geblieben ist. Ab und zu ist es auch nötig, die oberste Bodenschicht grob durchzusaugen. Zumindest vorne an der Scheibe aus optischen Gründen. Dafür nimmt man am besten eine möglichst einfache Mulmglocke ohne störanfäligen Schnickschnack wie Drosselventile oder Ansaugpumpen. Das kleinste Modell des "Easy Clean Aquarien-Kiesreinigers" von Hagen/Marina finde ich für kleine Becken am besten. Die Größe ist super, der 9/12 mm Schlauch sorgt für moderate Sauggeschwindigkeit (man hat nicht gleich den ganzen Kies hochgesaugt) und bis auf die sehr leicht ausbaubare Ventilklappe im Kopf ist kein überflüssiges Zeug dran.

Den Filter macht man sauber, wenn deutlich weniger Wasser rauskommt, also möglichst selten. Bei jeder Reinigung gehen auch viele der lebenswichtigen Filterbakterien verloren. Ansonsten besteht die Reinigung nur aus Frontscheibe putzen und Pflanzenpflege. Die Algenbekämpfung übernehmen die Guppys. Im Artbecken kann man sie beim Futter gezielt etwas knapp halten, dann sind sie wirklich sehr gute Algenfresser.

zu 6.: Die bleiben natürlich drin.

und 7. ;) Ich fand die Empfehlung, Anfänger sollen sich ein Buch kaufen, immer etwas problematisch, weil es einfach keine rundum empfehlenswerte Literatur für Anfänger gab. Es wurde einfach viel zu viel gefährlicher Unsinn veröffentlicht. Es hat sich aber was getan. Es gibt das neue "Praxishandbuch Aquarium" von Ulrich Schliewen, erschienen im GU Verlag. Da steht erfreulich viel Gutes und nur sehr wenig Unsinn drin. Der einzige Nachteil ist, dass es sich stellenweise etwas langatmig liest, weil der Autor detailreich erklärt. Aber wenn man das durchhält, lernt man auch was.

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Danke dir wirklich! :)

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@TryLixGR

Nochmal zur Frage, Set oder einzeln kaufen: Wenn man alles einzeln kauft muss man natürlich weniger Kompromisse eingehen. Das kommt aber teurer. Wenn man Preise vergleicht, fällt auf, dass es kein großer Unterschied ist, ob man ein Set kauft und z.B. einen Wunschfilter dazu kauft, oder ob man gleich alles inklusive dem Wunschfilter einzeln kauft.

Und nochmal zu den Guppys: Guppys leben auch in der Natur in großen Gruppen dicht gedrängt in den Flachwasserzonen und der ufernahen Vegetation. Das liegt einfach daran, dass sie nur dort vor Fraßfeinden geschützt sind. Im tieferen Freiwasser hätten sie gegen Jäger keine Chance, weil sie zwar sehr wendig, aber (auch die Kurzflosser!) vergleichsweise langsam sind. Für sie ist es also normal, immer ganz viele Artgenossen dicht um sich rum zu haben. Die große Gruppe hat außerdem den Vorteil, dass sich die Männchen nicht mehr auf das attraktivste Weibchen einschießen können, weil es rundum so viel Ablenkung gibt. Jenseits von etwa 25-30 Tieren spielt deswegen das Geschlechterverhältnis keine Rolle mehr, so lange es nicht extrem viel mehr Männchen als Weibchen werden. Und wenn es unter den Männchen mal Steitereien gibt, kann der Unterlegene mit wenigen Flossenschlägen zwischen vielen Artgenossen verschwinden, ohne direkt wieder gefunden zu werden. Was ausssieht wie ein stressreicher Massenauflauf, ist für die Tiere also in Wirklichkeit entspannter als eine sehr kleine Gruppe.

Man sollte Guppys auch nicht nach Geschlechtern getrennt halten (außer wenn es zum gezielten Herauszüchten von bestimmten Merkmalen nötig ist), denn ihr Sexualverhalten ist (neben dem Fressen) ihr einziger Lebensinhalt.

Die Vermehrung hört bei einem dicht bepflanzten 60er Becken bei ungefähr 150 Guppys auf, bei weniger Versteckmöglichkeiten früher. Das klingt viel und für das Auge mancher Beobachter sieht es zu viel aus. Entscheidend ist aber nicht der Blickwinkel des Betrachters, sondern der der Guppys. Wenn man das Becken als Artbecken ohne Beibesatz betreibt, ist diese Besatzdichte überhaupt kein Problem. Die Becken werden ganz normal gepflegt und bekommen auch nicht mehr frisches Wasser als andere. Gefüttert wird so, dass die Weibchen nicht fett werden, aber auch die Männchen nicht zu dünn. Bei langflossigen Zuchtformen muss man etwas aufpassen, weil die immernoch kurzflossigen Weibchen schneller sind und dadurch mehr Futter abbekommen. Wenn man sie insgeamt etwas kurz hält, gibt es im Becken keine Algen, weil die Guppys permanent alles nach Futter absuchen und jede kleine Alge sofort fressen. Die Kombination von Algen sowie tierischem Futter das vorbeigeschwommen kommt, entspricht auch ihrer natürlichen Ernährungsweise.

Jetzt hab ich 2x Artbecken erwähnt, also muss ich auch erklären, warum: Guppys sind furchtlose, äußerst neugierige Tiere, die ununterbrochen und scheinbar chaotisch in Bewegung sind. Und sie sind schnelle, äußerst gierige Fresser. Für Mitbewohner kann ihr Verhalten störend sein, z.B. akzeptieren sie grundsätzlich niemals Reviergrenzen anderer Arten. Das weitaus größere Problem ergibt sich aber aus der Kombination aus Furchlosigkeit und gierigem Fressverhalten. Sie sind schneller am Futter als andere Arten. Bis sich ein vorsichtiger Mitbewohner rausgetraut haben, ist das Futter schon weg. Damit niemand zu kurz kommt, muss man ein Gesellschaftsbecken mit Guppys überfüttern. Das ist sehr schlecht für die Wasserqualität und die Guppys werden fett. Schlechte Wasserqualität belastet nicht nur die Gesundheit der Fische, sie fördert auch Algen, die von den fett und faul gefressenen Guppys aber nicht mehr ausreichend gefressen werden.

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Hallo TryLixGR,

Weiß jetzt alles außer 3!!!

Darauf hat Dir Daniela doch schon eine Antwort gegeben!

und

1. Wie misst man denn die folgenden Werte: pH, KH, GH, NO2, CO2

die ersten drei Werte bekommst Du über die Homepage Deines Wasserversorgers, natürlich kannst Du sie auch selber messen und No2 musst Du, am besten mit Tröpfchentests selber messen, denn gerade in der Einlaufphase verändert sich dieser Wert und zeigt Dir auch an, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die ersten Fische einziehen zu lassen!

Der Co2-Wert ist in einem "normalem" Becken am Anfang nicht so wichtig!

Norina

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nur zur Info: diese Aussage hat der Nutzer getroffen, bevor ich meine Antwort geschrieben hatten ...

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Aquarium. PH,GH,KH senken?

Hallo an alle,

Mein Problem ist das mir meine Werte nicht gefallen. Ich weiß das die Teststreifen ungenau sind aber sie zeigen mir an.

No3: 10

No2: 0

GH: 14-21

KH: 10-15

PH:7,6-8,0

Cl: 0

Mein Leitungswasser hat.

No3: 25

No2: 0

GH: 21

KH: 20

PH: 8,0-8,4

Cl: 0

Das Aquarium hat ca 126 Liter

Bestand - 6 Guppy + Baby´s - 5 Black Mollys - 4 Antennen Welse

(Den Fischen geht es allen gut)

Ein paar kleine Kieselsteine, ein Tontopf, Pflanzen die ca ein viertel abdecken.

Ich habe viel im Internet recherchiert teilweise verstehe ich die dinge anderseits wird das ganze komisch erklärt. Eine Osmoseanlage ist mir im Moment noch zu Teuer. Mit destillierten Wasser habe ich es schon Probiert die Werte gingen ein wenig runter, nach einen Tag waren sie wieder wie vorher. bzw wie muss ich das mit dem Destillierten Wasser handhaben wie viel muss ich austauschen um die Werte GH: 7 KH:6 PH:6,8-7,2 zu bekommen natürlich ohne einen Säure sturz. Wie oft muss ich dann ein Wasserwechsel durchführen, wie viel % austauschen um ihn zu behalten. Von Chemie möchte ich mich fernhalten.

Ich bedanke mich schon einmal für die Antworten

Liebe Grüße Mayju

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