Erste Westerngitarre?

8 Antworten

Es wurde zwar schon vieles / beinahe alles gesagt, aber in den Antworten finden sich auch teilweise missverständliche und aus meiner bescheidenen Sicht falsche Informationen.

Ich versuche also, nochmal zusammen zu fassen und Dir ein paar noch fehlende Hinweise zu geben.

Zunächst volle Zustimmung zu denen, die meinen, ab ca. 200,-- aufwärts kannst Du anfangen zu suchen. Drunter würde ich keines falls zuschlagen, schon gar nicht bei eine "Instrument" für 70,--. Das hat qualitative Gründe - Saitenlage, Verarbeitung insgesamt, Klang, Intonation... Intonation ist sehr wichtig: Wenn ich einen bestimmten Ton auf einer bestimmten Saiten greife, dann soll der auch erklingen. Wenn aber bei einem schlecht intonierten Instrument eben ein Ton erklingt, der leicht daneben ist, dann klingt ein Akkord schräg, ach wenn die Gitarre richtig gestimmt ist. Und das Zusammenspiel mit anderen wird nie klappen. Vor allem bei sehr günstigen Instrumenten wird hier kaum Wert auf saubere Arbeit gelegt, denn das kostet.

Marken nenne ich auch nicht. Selbst aussuchen, in die Hand nehmen, hören, fühlen. Eine Gitarre muss "passen". Das bedeutet, auch die Korpusform und -größe müssen zu Dir passen. Ansonsten kann es sein, Du verkrampfst Dich und bekommst mit der Zeit Schulter- / Rückenschmerzen.

Beim Aussuchen: Gitarren in Deiner angepeilten Preislage testen, aber auch welche anhören und in die Hand nehmen die deutlich drunter und drüber liegen. Das schärft das Gefühl, welche die richtige für Dich ist. Im Zweifel nochmal drüber schlafen oder auch noch etwas Geld drauflegen, bevor Du mit einer Gitarre nach Hause gehst, die kein gutes Gefühl in Dir erzeugt.

Wichtig neben Gehör und Gefühl: Massive Decke. Wenn nicht massiv dran steht, ist es furniertes Sperrholz. Wirkt sich negativ auf den Klang aus und die Gitarre wird nicht mehr "reifen".

Achte auch auf die Halsbreite. Viele haben 43 mm oben am Sattel. Meine Gitarren haben 44,5 mm. Das klingt nicht wie ein großer Unterschied, ist es aber. Mir persönlich sind 43 oder sogar 42mm zu eng.

Nebenbei: Jemand hat von "Akustik" versus "Westerngitarren" geschrieben. Das ist falsch. Beides sind akustische Gitarren. Korrekt wäre Konzertgitarre / Westerngitarre. Um den Beginn mit einer Western zu erleichtern, kann man z.B. leichtere Saiten aufziehen. Die sind dann ein wenig leiser, aber eben einfacher zu greifen. Achte auf folgendes: Üblich sind Sätze, auf denen z.B. steht 012-053 Das ist die Saitenstärke in Inch, also 0,012 bis 0,053. Leichtere hätten dann z.B 011-052. Das ist spürbar.

Bei Gitarren von 200,-- bis 300,-- würde ich eher eine ohne Tonabnehmer wählen. Irgendjemand hat von "Preamp" geschrieben. Das Begriff ist nicht korrekt. Manche Tonabnehmer haben einen Preamp, andere nicht. Da ein gutes Tonabnehmersystem zwischen 50,-- und 500,-- kostet, bekommst Du ohne Pickup mehr Gitarre fürs Geld. Nachrüsten ist mit überschaubarem Aufwand möglich, wenn nötig / gewünscht.

Was zusätzlich hilft: Bei Thomann gibt es schlaue Ratgeber, die solltest Du Dir durchlesen:
https://www.thomann.de/de/onlineexpert_topic_westerngitarren.html
https://www.thomann.de/de/onlineexpert_topic_saitenkunde.html https://www.thomann.de/de/onlineexpert_topic_stimmgeraete.html

Woher ich das weiß: Hobby

P.S.: Sorry wegen diverser "Tipfäler".

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Ich, der den Preamp ins Spiel gebracht hat, gebe dir vollends recht. Es gibt auch Tonabnehmer ohne. Ich bitte jedoch, den Kontext nicht zu verbergen. Ich habe bewusst ein- Preamp - PU vorgeschlagen da,----- "Dann kannst du ganz einfach über "Freeware- Software" deine Gitarre mit dem PC/Laptop verbinden und Gespieltes ohne weiteres Equipment aufzeichnen und posten." Fokus hierbei steht auf "ganz einfach" und "freeware".

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Ersteinmal... Gratulation für deine Wahl, Musik machen zu wollen und dies auch noch mit einer (Western)- Gitarre; auch hier, gute Wahl.

Nun zum Kern deiner Anfrage.

Du erhälst bereits für 200 - 300 Euro eine lang brauchbare "Western" zum Einstieg in die Gitarrenwelt. In diesem Preissegment ist a.m.S. eine Gitarre mit einer gut spielbaren u. saubere Saitenlage (A und O bei den ersten Schritten) leicht zu finden (T mal die Sterne durchsuchen). Sofern du dann ein wenig Übung hast und dein Können verewigen willst, such nach einer Gitarre mit einem Preamp. Dann kannst du ganz einfach über "Freeware- Software" deine Gitarre mit dem PC/Laptop verbinden und Gespieltes ohne weiteres Equipment aufzeichnen und posten.

Ich werd´ dir an dieser Stelle keine Modellbeispiele nennen, da die Gitarren in dem von mir genannten Preissegment alle industriell hergestellt werden und du Pech haben kannst, dass du ein sog. Montagsmodell erhälst. .....

Ich würde grob sagen

  • unter 100€ schonmal gar nicht
  • zwischen 100 und 200€ auch nicht, wenn die finanzielle Situation und die Ansprüche es zulassen.
  • ab 200€ ist ganz okay. Da ist man aus dem gröbsten raus.

Nach oben sind dann keine Grenzen mehr gesetzt.


Wenn man vorhat lange auf der Gitarre zu spielen, macht es Sinn sich zu überlegen, ob man nicht gleich bei 300€, 400€ oder mehr einsteigt. Bei 200€ kann es passieren, das irgendwann der Wunsch nach einer besseren Gitarre aufkommt. Wenn man dem dann nachgeht, hat man ne 200€ Gitarre rumstehen, die man kaum noch spielt. Stattdessen kann es Sinn machen, gleich mehr Geld auszugeben um diesen Schritt zu überspringen.

Damit der eine Satz verständlich wird:


  • zwischen 100 und 200€ auch nicht, wenn die finanzielle Situation und die Ansprüche mehr Geld zulassen.


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Andererseits hätte man dann mit dem 200,-- - Instrument eine "Lagerfeuergitarre", die man auch mal mit nach draußen nehmen kann, wo man eine deutlich teurere vielleicht liebet nicht mitnehmen würde.

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