Erste Hochtour?

1 Antwort

Schonmal gut, dass du dich einem Bergführer anvertraust.

Deine Anforderungen lassen sich auch in einer Hochtourenskala beschreiben. Einfache Hochtouren (die zum Teil sogar gar keine richtigen Hochtouren sind) sind mit F ("facile") beschrieben. Ein bisschen schwerer mit PD ("peu difficile") - du merkst schon, es handelt sich um eine französische Übersetzung, weil das halt so cool nach den zerklüfteten und spektakulären Westalpen klingt. Tabellen im Internet zeigen dir dann, um was für Steilheiten, Kletterschwierigkeiten, etc. es sich handelt. Zusätzlich zu den technischen Schwierigkeiten kommt die Kondition. Am Normalweg des Sulzkogel, der am Stausee in Kühtai vorbeiführt, geht man 1100 Höhenmeter. Es gibt leichte Hochtouren mit weniger Höhenunterschied (wenn man die Seilbahn nutzt), bspw. den Wilden Pfaff von der Schaufeljochbahn aus (ca. 400 Höhenmeter), aber auch leichte Touren mit mehr Höhenunterschied, z.B. den Schwarzenstein, für den man trotz seiner technischen Leichtigkeit von der Berliner Hütte aus 1500 Höhenmeter überwinden muss.

Es stellt sich die Frage, welche Seite der Alpen du bevorzugst und mit was du deine Tour kombinieren willst. Wenn du schon am Sulzkogel warst, ist vielleicht die Ostseite der Alpen ein guter Anfang, also Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Südtirol,...

Hier gibt es viele Anfängerberge, die man mit Bergführer gut machen kann.

Die Marmolata wurde bereits erwähnt. Der Klettersteig ist schwierigkeitstechnisch in deinem Anforderungsprofil. Nach dem Gipfel geht es eine kleine Scharte runter (I - II), deren schwere Stellen man auch abseilen kann. Am Gletscher gibt es ein paar Spalten, die jedoch mit Bergführer gut möglich sind.

Der Großvenediger ist spaltentechnisch etwas schwieriger (aber Bergführer haben meist das richtige Zeit- und Routenmanagement), aber man muss nicht klettern. Wenn man Bock auf Klettern hat, kann man auch den touristisch etwas ruhigeren Westgrat machen.

Ein Geheimtipp ist der Schwarzenstein, den man vom Zillertal aus als Hochtour machen kann. Ziemlich langer Zustieg zur Berliner Hütte und von dort aus sind es dann am nächsten Tag 1500 Höhenmeter. Der Gletscher ist relativ safe, aber Steigeisen sollte man schon tragen. Zum Gipfel kommt man über einen kleinen Blockgrat, der maximal im I-er Gelände ist.

Weitere attraktive Hochtouren findet man auch im Ötztal. Fineilspitze wäre eine (mit Besuch bei der Ötzi-Fundstelle), aber mit Bergführer kann man sich auch an der Wildspitze probieren. Für einige meiner Freunde war unsere gemeinsame, geführte Tour auf die Wildspitze die erste Hochtour (sie hatten zu diesem Zeitpunkt aber allesamt schon Klettersteig- und Klettererfahrung).

Ich werde dieses Jahr einen Anfänger mit an den Mont Velan in den Westalpen nehmen. Auch hier handelt es sich um einen mit "F+" bewerteten Berg, der Gletscher und leichte Kletterei beinhaltet.

Woher ich das weiß:Hobby – aktiv in der DRK Bergwacht und viele Bergtouren

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