Erstattung von Versandkosten bei mangelhafter Ware

3 Antworten

Du kannst nicht mal den Kaufpreis zurückverlangen. Du(!) hast gegenüber dem Verkäufer in der ersten Stufe die Wahl zwischen einem neuen Gerät und der Reparatur. Nur in Ausnahmefällen kann der Verkäufer deine Wahl ausschlagen. Auf ein "wir müssen das erstmal zur Überprüfung einschicken" musst Du dich nicht einlassen.

Wenn Du ein neues Gerät erhälst beginnen die zwei Jahre Sachmängelhaftung von vorne (achte darauf, dass da nichts von Garantietausch oder gar Kulanz steht). Bei der Reparatur hat der Verkäufer zwei Versuche. Erst wenn die fehlschlagen hast Du ein Recht darauf den Kaufpreis zurückzuverlangen. Grundsätzlich hat der ganze Vorgang für dich kostenneutral zu erfolgen, egal welche Variante zum tragen kommt.

Da viele Verkäufer das obige Recht ignorieren, kannst Du dir das zunutze machen. Sollte er nämlich deine Wahl ohne triftigen Grund ausschlagen, kannst Du sofort dein Geld zurückverlangen.

Und kann er aufgrund seines Rücktritts das Geld zurückverlangen, dann (dank Verbraucherrecht) auch die Vertragskosten, dh die gefragten Versandkosten.

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§ 439 Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

(3) Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen werden könnte. Der Anspruch des Käufers beschränkt sich in diesem Fall auf die andere Art der Nacherfüllung; das Recht des Verkäufers, auch diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1 zu verweigern, bleibt unberührt.

(4) Liefert der Verkäufer zum Zwecke der Nacherfüllung eine mangelfreie Sache, so kann er vom Käufer Rückgewähr der mangelhaften Sache nach Maßgabe der §§ 346 bis 348 verlangen.

Das betrifft allerdings nicht diejenigen Kosten, nach denen hier gefragt wurde.

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Und § 439 Abs. 2 ist im übrigen nach der zurecht herrschenden Meinung keine Anspruchsgrundlage sondern eine reine Kostentragungsregelung.

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Wenn ein Mangel aufgetreten ist, hat der Händler sämtliche Versandkosten zu tragen.

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