Erst Schlaganfall, dann Reha: Wieso wurde in der Reha der Katheter abgenommen und demjenigen so Inkontinenzwindeln angelegt?

10 Antworten

Es geht nicht um angenehmer oder nicht, sondern darum, inwieweit man noch eine Rehabilitation erwartet. Selbst wenn nur eine schwache Kontrolle vorhanden wäre, nähme man mit einem Katheter dem Patienten die Chance, hier wieder eine normale Funktionalität zu erreichen. Auch nach einem Beinbruch dürften die ersten Laufübungen nicht angenehm sein.

Sehe diese Aussage eher als positives Zeichen, denn im Hintergrund steht die Annahme einer Möglichkeit zur Wiederherstellung früherer Funktionalität in einem zumindest nennenswertem Umfang, was bei einem Schlaganfall keinesfalls selbstverständlich ist. Beließe man es auf der Grundlage beim Katheter, könnte dies die potentiell erreichbare Lebensqualität dauerhaft einschränken.

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besser kann nicht geantwortet werden.

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Ja, das sehe ich mittlerweile auch so. Wahrscheinlich hat man den Katheter wirklich nur wegen der Blasenrehabilitation entfernt. Danke für die Antwort.

Dann kann man nur abwarten und sehen wie die Rea verläuft. Und dann wird man ja sehen was kommt.

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  • Blasenkatheter sind definitiv nicht angenehm, der Wechsel sogar höchst unangenehm. Sie bringen auch ein nicht unerhebliches Infektionsrisiko mit sich. Selbstverständlich sollten Katheter nur so lange liegen wie unbedingt nötig.
  • Es ist richtig, in der Pflege auf Windeln umzustellen und nicht unnötig zu kathetisieren.
  • Richtig ist auch, dass eine verlorene Kontrolle über die Kontinenz eher zurückgewonnen werden kann, wenn kein Katheter liegt.
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Danke für die Antwort. Ich stelle mir einen Katheter auch nicht angenehm vor, aber irgendwie scheinen mir Windeln doch unangenehmer, da machen dann zuviele andere dran rum. Aber du hast wohl recht, wirkliche Kontrolle kann wahrscheinlich nur ohne Katheter zurückgewonnen werden.

Aber Infektionsrisiko? Ist das mit Windel nicht größer, da hat die Haut doch ständig Kontakt?

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@maurumi

Das Infektionsrisiko betrifft entlang des Katheters aufsteigende Keime in die Blase hinein. Dieses Risiko ist ohne Katheter zumindest bei Männern so gut wie nicht gegeben.

Natürlich muss die Intimhygiene so oder so stimmen, aber Windeln sind erprobt und gut handhabbar. So psychologisch unangenehm dies auch anfangs sein mag, es ist der anerkannte und richtige Weg.

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Mit dem Betroffenen wird Blasentraining gemacht. Nein es ist nicht angenehmer einen Katheter zwischen den Beinen hängen zu haben.

Schliesslich will man in der Reha erreichen, dass der Patient seine Blasenfunktion trainiert und hoffentlich kein Inkontinenzschutz mehr braucht.

Das Infektionsrisiko durch Blasenkatheter von unten ist hoch.

Wenn schon, ist ein gutes Blasentraining erreichbar mit einem Katheter durch die Bauchdecke.

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Danke erstmal für die Antwort. So einen Schlauch zwischen den Beinen stell ich mir auch nicht angenehm vor. Aber was ist denn ein Katheter durch die Bauchdecke? Ist das auch eine Möglichkeit? Weil ich weiß nicht ob das Infektionsrisiko bei Windeln nicht auch da ist. Kann so ein Katheter durch die Bauchdecke auch eine Möglichkeit sein? Mit vielleicht am wenigsten Komplikationen?

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@maurumi

Gerne!:-)Ja ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit. Google mal suprapubischer Katheter. Er wird zwar meist im Op gelegt, aber das Infektionsrisiko wenn er einmal liegt ist nicht hoch. Es wird ein feiner durchsichtiger Schlauch durch die Bauchdecke in die Blase gelegt. Der Schlauch wird mit einem Faden fest gemacht und die Durchtrittstelle mit einem Pflaster bedeckt. Das ist viel sauberer als der Katheter von unten durch die Harnröhre.Vor allem viel bequemer und nicht peinlich.

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