Erst Rettungssanitäter und dann Notfallsanitäter?

5 Antworten

Die "Grundidee", ist die Richtige, denn die Meisten der erfolgreichen Bewerber/innen auf einen Ausbildungsplatz zum Notfallsanitäter, sind tatsächlich bereits Rettungssanitäter und haben als solche bereits praktische Erfahrungen im Rettungsdienst gesammelt.

In der Praxis, dürfte dein Vorhaben jedoch daran scheitern, dass für ein FSJ im Rettungsdienst die Volljährigkeit und eine Fahrerlaubnis der Klasse B Voraussetzung ist. Der Rettungssanitäter, kann zum Teil mit 17 Jahren begonnen werden, die erforderlichen Praktika im Krankenhaus und insbesondere das im Rettungsdienst an der Lehrrettungswache sowie die Abschlussprüfung, erfordern jedoch wiederum die Volljährigkeit.

Da du nach der Schule noch minderjährig bist, würde ich zu einer fachbezogenen Ausbildung raten (in der Pflegehilfe gibt es z.B. Ausbildungen mit einer Dauer von ein oder zwei Jahren), parallel, könntest du dich noch ehrenamtlich im Sanitätsdienst engagieren und den Führerschein der Klasse B erwerben. Wenn du dann 18 Jahre alt bist, kannst du durchstarten, entweder mit dem geplanten FSJ oder du kratzt das Geld zusammen, machst den Rettungssanitäter als Selbstzahler, arbeitest (dann bekommst du auch ein volles RS Gehalt) und bewirbst dich für die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Mfg.

Kann das so klappen.

Eher nicht. Der Knackpunkt ist der:

nach der 10. Klasse

Das heißt, du bist 16. Es gibt zwar keine Vorschriften über Mindestalter im Rettungsdienst, aber das Jugendarbeit Schutzgesetz regelt das so, dass es nur sehr aufwendig realisiert werden kann, einen Minderjährigen im Rettungsdienst einzusetzen.

Möglich ist das, ich kenne aber keinen, der das macht.

Weiterhin:

kann während des fsl mein Führerschein machen

Das ist kein echter Vorteil. Erstens brauchst du für den Rettungsdienst die Klasse C1 (das B reicht, ist ein Ausnahmefall). Zweitens solltest du den Führerschein schon haben. Sonst macht das FSJ ja keinen Sinn. Es bringt ja nur was, wenn du auch im Rettungsdienst eingesetzt wirst. Und das geht nur, wenn du den Führerschein tatsächlich hast.

Danke

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Ja, das ist sozusagen der klassische Weg zur NFS-Ausbildung: Erst als FSJler oder auf eigene Kappe den RS machen, 1...n Jahre Rettungsdienst-Erfahrung sammeln, sich bei möglichen Ausbildungsbetrieben schonmal bekannt machen und damit dann der eine von 10 Bewerbern sein, der den Ausbildungsplatz bekommt.

De facto ist es sogar so, dass du ohne Vorerfahrung eigentlich keine Chance auf einen Ausbildungsplatz zum NFS hast.

Das große Problem wurde schon gesagt: Dein Alter.

Einmal darfst du den RS erst mit 17 machen. Danach sollte dir klar sein, dass die normalen Arbeitszeiten im Rettungsdienst nicht mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz vereinbar sind, d.h. bevor du volljährig bist, wird dich niemand einstellen wollen.

Nächstes Problem: Der Führerschein.

Du darfst als RS zwar als medizinisch Verantwortlicher auf dem Krankentransportwagen arbeiten, allerdings ist es auch in diesem Metier üblich, dass Fahrer und Beifahrer auch mal tauschen... und für deine Aussichten auf einen NFS-Ausbildungsplatz solltest du auch eher Einsatzerfahrung von der Notfallrettung vorweisen können. Dort kannst du als RS offiziell nur als Fahrer eingesetzt werden... und die in Deutschland üblichen Rettungswagen wiegen zwischen 3,88t und 5t. Also brauchst du, um relevante Berufserfahrung sammeln zu können, nicht nur den B-Führerschein, sondern quasi zwingend den C1.

Ich schließe mich SaniOTR an: Mach' nach der 10. Klasse erstmal eine normale Ausbildung, z.B. Krankenpflege. Dann hast du "was Sicheres", womit du dann auch die Führerscheine und ggf. den RS bezahlen kannst. Zusätzlich kannst du ja auch ehrenamtlich bei der Feuerwehr oder dem lokalen Ortsverein einer Hilfsorganisation engagieren. Wenn du Glück hast und gut verhandelst (und perspektivisch vor Ort bleibst!), bezuschusst letztere dir auch den RS.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite im Rettungsdienst

Wenn das dein Berufsziel ist halte ich das für keine schlechte Idee. Vielleicht werden dann ja deine Vorkenntnisse auf die spätere Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter*in angerechnet, oder sonst wie berücksichtigt. Auf jeden Fall Daumen hoch das du das überhaupt machen möchtest.

Hi,

Wie findet ihr das? 

Die Grundidee, erst den Rettungssanitäter zu machen, Einsatzerfahrung zu sammeln und sich erst dann für die Notfallsanitäterausbildung zu bewerben, finde ich gut - diese Variante bietet nämlich tatsächlich die besten Chancen, einen der begehrten Plätze zu erhalten.

Wie ich - und viele andere - hier schon oft genug gesagt haben: die Konkurrenz ist groß, 10 Bewerbungen pro Ausbildungsplatz sind die Regel.

Dann sind wir bei der Frage der Umsetzbarkeit.

Für ein FSJ im Rettungsdienst setzt das DRK (und meines Wissens nach auch alle anderen HiOrgs) ein Mindestalter von 18 Jahren und einen Führerschein der Klasse B voraus.

Für den Rettungssanitäter selbst gilt meist ein Mindestalter von 17 Jahren; ein tatsächlicher Einsatz erfolgt aus Gründen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) meist erst mit Erreichen der Volljährigkeit.

Zumindest hier machen dir die Voraussetzungen einen Strich durch die Rechnung.

Daher: als Alternative bietet sich eine fachähnliche Berufsausbildung im medizinischen Bereich an - nach deren Abschluss kannst Du immer noch den Rettungssanitäter machen, Einsatzerfahrung sammeln und dich für eine NFS-Ausbildung bewerben.

LG

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ehemaliger FSJler im Rettungsdienst

Danke

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