Erst der Mensch und dann die Menschenordnung?(Bergpredigt)

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Das Anliegen Jesu war nicht, den Menschen Verhaltensregeln beizubringen. Es ging nicht zuerst darum, nur zu sagen was man Gott und den Menschen gegenüber zu tun oder zu lassen habe. Jesus wollte das prophetische Gottesbild aufleuchten lassen und damit zeigen wie - aber noch mehr- WER Gott ist. Es könnte sonst leicht sein, dass Menschen ein Gesetz befolgen, aber im Herzen Gott fremd bleiben. Wer Gott so kennt, wie Jesus IHN offenbart, der liebt IHN auch. Und diese Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.

Leider muss man recht vorsichtig sein, genau das denen zu sagen, die nur allzugern bereit sind 'Liebe' mit primitivster Triebbefriedigung zu verwechseln. Diese beschränkten Einfaltspinsel stellen sich dann auch noch Jahrtausendgeistern wie einem Heiligen Augustinus zur Seite und 'Tun was sie wollen'. Freunde, Augustinus hat ganz bestimmt NICHT Liebe und Wollust in einen Topf geworfen.

'Das Kreuz ist mein Buch!', hat Konrad von Parzham gesagt. Auch dieser Heilige hat verstanden: 'So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass ER SEINEN einzigen Sohn für uns hingegeben hat. Jesus hat am Kreuz unüberbietbar gezeigt, WER Gott ist: Eins mit dem Vater und dem Heiligen Geist IST Jesus, der Sohn Gottes, Gott selbst also, die Liebe.

Jesus hat in Seiner Person gezeigt, dass diese Liebe alles erträgt, stärker ist als alles Leiden und stärker als selbst der Tod; aber nicht durch menschlichen Heroismus allein, sondern als die 'Kraft durch die ER sich alles unterwerfen kann.' Gottesherrschaft und ihr 'Gesetz' ist Gottesliebe - und dieses Wort meint beides in eins: Gottes-Liebe-zu-uns ebenso wie Liebe-der-Menschen-zu-Gott.

12 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Getreidefelder. Seine Jünger wurden hungrig und fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. 2 Als die Pharisäer dies sahen, sagten sie zu ihm: „Siehe! Deine Jünger tun etwas, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist.“ 3 Er sprach zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die Männer, die bei ihm waren, hungerte? 4 Wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die Brote der Darbringung aßen, etwas, was zu essen ihm nicht erlaubt war noch denen, die bei ihm waren, sondern nur den Priestern? (Matthäus 12:1-4)

9 Als er von dort wegging, begab er sich in ihre Synagoge; 10 und siehe, ein Mensch mit einer verdorrten Hand. Da fragten sie ihn: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“, damit sie einen Anklagegrund gegen ihn fänden. 11 Er sagte zu ihnen: „Welcher Mensch unter euch, der ein einziges Schaf hat, wird dieses, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreifen und es herausheben? 12 Wenn man alles in Betracht zieht: Wieviel wertvoller ist doch ein Mensch als ein Schaf! Somit ist es erlaubt, am Sabbat etwas Vortreffliches zu tun.“ 13 Darauf sprach er zu dem Menschen: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere Hand. 14 Aber die Pharisäer gingen hinaus und hielten Rat gegen ihn, damit sie ihn vernichten könnten. (Matthäus 12:9-14)

23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen. 24 Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!(Matthäus 23:23,24)

Der Hauptmann von Köpenick ist ein Roman von Carl Zuckmayer. Die Bibel ist das Wort Gottes. Bei Jesus Christus kam immer der Mensch als erster. Jesus Chr. umging nicht die Gesetze die Gott gab, sondern die Gesetze der sogenannten Schriftgelehrten, die aus einem Gesetz die Gott gab, immer weitere Gestzue machten, die den Menschen das Leben schwer machten.

23 Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: 2 „Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses’ Stuhl gesetzt. 3 Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. (Matthäus 23:1-4). Lg  

Das Gesetz (der Juden, um das es hier ja geht) ist nicht geschaffen worden um seiner Erfüllung willen, schon gar nicht, wenn man es um jeden Preis erfüllen will oder soll - so ist das z. B. in der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Es ist dazu da, dem Menschen zu helfen, den richtigen Geist zu entwickeln, um mit Gott und den Mitmenschen anständig und gut zu leben. Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht umgekehrt. Dasselbe sagt Jesus in einigen anderen Geschichten und Gleichnissen, dasselbe sagt auch Paulus in seinen Briefen. Das Gesetz vollkommen zu erfüllen, wie Jesus das tat, heißt nicht, daß man sklavisch den genauen Buchstaben des Gesetzes folgt, um so mehr es verschiedene Auslegungsmöglichkeiten für manche Regeln gibt. Es heißt vielmehr, daß man den GEIST des Gesetzes vollkommen verinnerlicht und aus diesem Geist heraus lebt. So ein Mensch ist ein Gerechter im Sinne des Judentums. Auf diese Weise hat auch Jesus von sich gesagt:"Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen." Gruß, q.

Gute Antwort!

0
@Sonnenschnauz

Die gängige Übersetzung (sehr deutsch übrigens, mal wieder!) "der Gebote" als "Gesetze" ist immer sehr fragwürdug und gibt dem gesamten Inhalt manchmal eine unangenehme Ausrichtung,...

0

Es wird immer gerne missgedeutet, in meinen Augen, das Gottes "Gebote" oder die von Jesus verkünde wurden, keine "Gesetze" sind, sondern "Gebote"! es steht keine Militär- und Staats macht hinter Gott oder sonstige Strafbatallione, die jene "Gesetze" in die Anwendung "zwingen", ...

Es geht darin (in den Geboten) um Erkenntnisse für ein angenehmes und Menschen-würdiges Zusammeneben, das kann und sollte man nicht zu "erzwingen" versuchen, aber auch "christliche" "Pädagogen"/ Vermittler sahen das, gemessen an ihren eigenen Zwängen, denen sie ebenso ausgesetzt waren, oft leider anders.

Das Zitat stammt nicht aus der Bergpredigt (Mt 5-7), sondern aus anderen Zusammenhängen, sie finden sich z.T. hier in den schon gegebenen Antworten.

Aber der Geist dieses Zitates findet sich auch in der Bergpredigt, zum Beispiel in den Seligpreisungen, gleich am Anfang in Kap. 5.

Jesus preist die Leute selig, die arm, ungebildet, krank, verfolgt sind. Es sind Leute, die das Gesetz (die vielen religiösen Vorschriften) nicht beachten konnten, weil sie einfach ungebildet waren. "Der Mann vom Lande" - der "am ha'arez", ein Ungebildeter, auf den die Gebildeten arrogant herabsahen.

Jesus sagt, dass Gott gerade auf ihrer Seite steht. In der Person Jesu begegnet Gott den Benachteiligten, und zeigt ihnen, dass er gerade sie liebt.

Es geht Jesus um den Menschen, aber aus dem Grunde, weil er ihnen die Liebe Gottes nahebringen will, und nciht, um ihnen eine Buchstabengerechtigkeit abzuverlangen.

Parallele zum Hauptmann von Köpenick? Vielleicht insofern, als der gute Vogt auch zu den "Benachteiligten" der Gesellschaft gehört. Er bekommt ja keinen Pass, weil er, als Ungedienter und ehemaliger Häftling bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllen kann, deshalb bleibt er immer ein "Untermensch". Er wäre einer der Ungebideten vom Lande. Bei Gott hätte er eine Chance bekommen, die er in der wilhelminischen Gesellschaft nicht bekam.

Es ist eine Anspielung auf Jesus Aussage:

"Das Gesetz ist für den Menschen gemacht. Nicht der Mensch für das Gesetz"

.

Dies sagte er, als man ihm vorwarf dass er wie du bereits sagtest am Sabbat heilte, und dass seine Jünger Kornähren abrissen und aßen.

.

Es soll vermutlich darauf anspielen, dass bereits in der Bibel steht, dass es wichtiger ist das richtige zu tun, als das was laut menschlicher Gerichtsbarkeit richtig ist.

.

Ob dieses Zitat jedoch noch zur Bergpredigt gehört... ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich das nicht sagen kann...

Röm 7,22

Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.


mehr ist da nicht rauszuholen.


0

Die "Wanzenordnung" kenne ich nicht, aber Jeshuas Denkweise (Luk.6,6-8).

Des Menschensohn ist Herr über den Sabbat, weil Er diesen Ruhetag schon Adam und Eva zu halten gebot und der auch noch in Gottes Reich der Ruhetag sein wird (Sach.14,16-19: "Laubhüttenfest" ist eine Sabbatzeit in Gottes Kalender 2.MOSE 20,4; 3.Mose 23,34-42).

Die Parallele zur Bergpredigt zu ziehen steht dir offen...

Was möchtest Du wissen?