erst ausserordenliche kündigung dann ordentliche kündigung was bedeutet dies?

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10 Antworten

Hallo hallihallo1986,

also, die "fristlose" Kündigung deines Arbeitgebers nach 9-jähriger Betriebszugehörigkeit gibt mir zu denken. Fristlos kündigen kann dir der Arbeitgeber nur "aus wichtigem Grund" - siehe § 626 BGB = Bürgerliches Gesetzbuch. Stellt sich die Frage, in welchem Betrieb du tätig warst (Branche, konkreter Arbeitgeber). Ich sage das nicht, weil ich dich veranlassen will, den Betrieb hier namentlich zu nennen. Ist nur von Interesse, um einen Eindruck von der Größe, eventuell der seriösität des Betriebes zu bekommen. Die Größe wäre auch ein wichtiger Anhaltspunkt um zu beurteilen, ob der Betrieb einen Betriebsrat hat. Denn der Betriebsrat ist / wäre in jedem Fall v o r h e r von der beabsichtigten Kündigung durch die Firmenleitung zu informieren. Lediglich die Mitwirkung des Betriebsrates unterscheidet sich je nach dem, ob der Arbeitgeber beabsichtigt, fristgemäß oder (aus wichtigem Grund) fristlos zu kündigen. Die "fristgerechte" Kündigung unterliegt der "Zustimmungspflicht" des Betriebsrates, während bei der "fristlosen" Kündigung nur eine Anhörung vorgesehen ist. Aber noch einmal zurück zur "fristlosen" Kündigung. Da muss ein "wichtiger Grund" für die "fristlose" Kündigung vorgelegen haben.

Die "nachgeschobene" fristgemäße Kündigung des Arbeitgebers spricht dafür, dass er nicht unbedingt davon überzeugt ist, dass die fristlose !! Kündigung vorm Arbeitsgericht Bestand hat. Aufgrund etwaiger Zweifel an der Durchsetzbarkeit der fristlosen Kündigung hat er, um dich auf jeden Fall aus deinem Beschäftigungsverhältnis und aus seinem Betrieb heraus zu kriegen, die fristgemäße Kündigung "nachgeschoben". Die fristgemäße Kündigung ist übrigens bereits möglich, wenn dem Arbeitgeber, aus betrieblichen Gründen, wegen häufiger oder langer (oder beidem) Arbeitsunfähigkeiten eine Weiterbeschäftigung nicht mehr zugemutet werden kann. Auch für Arbeitgeber hat die Beschäftigung von Arbeitnehmern, die entweder häufig oder lange (oder beides) Arbeitsunfähig sind, und die Betriebsabläufe bzw. die Wirtschaftlichkeit des Betriebes infrage gestellt wird, Grenzen.

Da du die ("wichtigen") Gründe für die fristlose Kündigung hier nicht genannt hast, will ich im weiteren nur noch von der fristgerechten Kündigung sprechen. Da ist es denkbar, dass du eine Abfindung bekommst. Das hängt vom Verlauf der Gerichtsverhandlung und der Beweiswürdigung, also der Gründe durch das Arbeitsgericht ab, die zur Kündigung geführt haben.

Eine etwaige Abfindung richtet sich nach einem Berechnungsfaktor der sich nach der Dauer der Beschäftigungszeit (nach Jahren) richtet. Da aber die Entwicklung des Kündigungsschutzprozesses nicht absehbar ist, kann auch zur Zahlung bzw. Höhe einer möglichen Abfindung nicht mit hinreichender Gewissheit prognostiziert werden.

Viel Erfolg

hotteb

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Kommentar von Seehase
23.06.2011, 21:20

Ohje, da ist bist du ein wenig vom Weg abgekommen! Der BR ist vor jeder Kündigung zu HÖREN. Da gibt es kein Mitbestimmungsrecht oder eine Zustimmungspflicht wie du es beschreibst. Also gerade dann wenn es dem AN an den Kragen geht hat der BR nur ein Anhörungsrecht. Ich glaube nicht dass ich es noch erleben werde dass sich die Politik gegen die Lobby der Arbeitgeber durchsetzen wird.

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Hallo! Wahrscheinlich brauchst Du die Interstützung durch einen Anwalt. Eine Ordentlich Kündigung spricht der Arbeitgeber "hilfsweise" aus, wenn er nicht sicher sein kann, dass er mit der fristlosen Kündigung durchkommt, damit er nicht durch das Abwarten bis zum Prozess Zeit verliert.

Krankheit schließt eine Kündigung nicht aus. Das gilt insbesondere dann, wenn zu befürchten ist, dass der Arbeitgeber über seine Fürsorgepflicht hinaus durch die Krankheit seines Arbeitnehmers belastet wird. Wenn es z. B. keine Arbeit im Betrieb gibt, die Du ausführen könntest, kann er Dir mit Sicherheit kündigen. Die ordentliche Kündigung solltest Du unbedingt Deinem Anwalt faxen, weil er evtl. die Klage nun anders formulieren muss.

Bei der Güteverhandlung könnte ja auch über eine Abfindung verhandelt werden.

Ich drücke Dir die Daumen.

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Hallo hallihallo1986, vielen Dank für die Auszeichnung meiner Antwort. Was ich noch ergänzen wollte ist, dass du natürlich für den Fall, dass du gewerkschaftlich organisiert, also Mitglied einer Gewerkschaft bist, auch im Arbeitsgerichtsprozess über deine Kündigungsschutzklage den juristischen Beistand deiner Gewerkschaft beanspruchen kannst. Möglicherweise ist dir das bekannt und du hast die Angelegenheit bereits an die Rechtsschutzabteilung deiner Gewerkschaft abgegeben. Falls du nicht Mitglied in einer Gewerkschaft bist, solltest du überlegen, ob du zumindest zu einem Anwalt (muss aber ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sein) um dir eine ausführliche Rechtsberatung eines Anwaltes einzuholen.

Danach kannst du immer noch entscheiden, ob du dem Rechtsanwalt das Mandat für deine Prozessvertretung erteilst oder nicht. Möglicherweise bist du ja rechtsschutzversichert. Das würde die Beauftragung eines Rechtsanwaltes vor dem Hintergrund der Kostenlawine wesentlich erleichtern. Andererseits kannst du, falls du weder in der Gewerkschaft bist, noch das Geld für einen Anwalt riskieren willst, auch Prozesskostenhilfe beantragen. Dieser Antrag wird dir beim Arbeitsgericht ausgehändigt oder ist dir nach Erhebung der Kündigungsschutzklage per Formular schon zugeschickt worden. Wenn du über relativ geringfügige Einkünfte verfügst (wird auf deinen Antrag vom Arbeitsgericht geprüft) kannst du Prozesskostenhilfe zugesprochen bekommen. Dann werden deine Anwaltskosten vom Land getragen.

Also blos nichts versäumen. Ich weiss ja nicht, ob du entweder die Gewerkschaft oder einen Anwalt in Anspruch nehmen kannst. Aber eine einmalige ausführliche Rechtsberatung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht solltest du schon investieren, weil dir jeder Anwalt auch alle Infos zur Prozesskostenhilfe gibt.

Ich kann dir aus Erfahrung nur sagen, das es schwierig ist, dem Prozess vor dem Arbeitsgericht als juristischer Laie überhaupt zu folgen und in jeder Lage des Verfahrens die materiellrechtlich und prozessrechtlich richtigen Verfahrensanträge zu stellen. Also auf jeden Fall Rechtsbeistand hinzuziehen.

Gruß hotteb

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Das ist zu komplex, um wirklich eine Prognose abgeben zu können. Die fristlose Kündigung muss ja auch begründet gewesen sein. Ob dir eine Abfindung zusteht, hängt von der Art der Begründung ab, die der ord. Kündigung zu Grunde liegt. Das muss ein Richter letztendlich entscheiden. Ich vermute, du hast schon Chancen, wenn du beweisen kannst, dass du in der Firma durch die Probleme dort krank wurdest.

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Eine fristlose Kündig ist sicher nicht wegen deiner Krankheit ausgesprochen worden. Der AG schiebt jetzt die ordentliche Kündigung hinterher falls er in der Güteverhandlung schlechte Karten hat und er aber keine Zeit vergeuden will um dich loszuwerden. Auch dagegen solltest du Kündigungsschutzklage einreichen. Denke an die Frist von "innerhalb 3 Wochen nach Zugang" Eine Abfindung wirst du sicherlich nicht erhalten es sei denn im Prozeß läuft es auf einen Vergleich hinaus. Viel Glück!

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Die wollen sicher sein, dass sie dort nicht mehr arbeiten. Sie haben daraus keinen Vorteil, sondern der Arbeitgeber.

Der Unternehmer kann einem AN wegen Krankheit kündigen, wenn anzunehmen ist, dass der weiterhin des Öfteren fehlen wird. Ansprüche auf Abfindung gibt es keine, da diese nicht gesetzlich geregelt ist. Das ist Verhandlungssache. UNd kommt wahrscheinlich bei der Güteverhandlung zur Sprache.

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Bei einer fristlosen Kündigung hättest du drei Monate kein Arbeitslosengeld bekommen.

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"hilfsweise" bedeutet wenn die fristlose Kündigung durch das Gericht aufgehoben wird, greift trotzdem die ordentliche, wenn auch unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Da du hier den wahren grund der fristlosen Kündigung verschweigst, kann ich nicht beurteilen ob du Chancen auf eine Abfindung hast.

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Am besten du gehst zu einem Anwalt, aber beantrag vorher beim Amtsgericht einen Rechtsberatungsschein, dann kostet dir der Anwalt im höchstfall10,--€

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welche erketnisse diese wegen krankheit kündbar sind kenne ich nicht.

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