Erst Ausbildung und dann Studium?

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8 Antworten

Ich bin fassungslos, dass solche Menschen wie du inzwischen sogar das Abitur schaffen... 

1. Google ist dein Freund und Helfer 

2. Du hast keinen NC, sondern einige Studiengänge. Du hast einen Notendurchschnitt. 

3. 20% der Studienplätze werden an die besten Bewerber vergeben. Wenn der letzte, der so zugelassen wurde, einen Notendurchschnitt von 1,5 vorweisen kann, dann liegt der NC bei 1,5. 

Der NC wird somit jedes Jahr neu gebildet und sagt nur etwas über die Beliebtheit eines Studienganges an einer bestimmten Universität aus.    

Weitere 20% werden nach Wartesemestern vergeben. Stehen z.B. hier 20 Studienplätze zur Verfügung, aber es gibt 25 Bewerber mit derselben Anzahl an Wartesemestern, so spielt auch hier wieder der Notendurchschnitt eine Rolle.  

Beide Quoten haben nichts miteinander zutun und du musst sie strikt trennen. Durch Wartesemester verbessert sich dein Schnitt nicht. Entweder du kommst über die Abiturbestenquote einen Studienplatz oder aufgrund deiner Wartesemester (oder durch das AdH). Das bedeutet, dass du auch dann, wenn du nur ganz knapp keinen Studienplatz erhalten konntest, die volle Anzahl der Wartesemester, die zu dem Zeitpunkt deiner Zulassung benötigt werden, vorweisen musst. 

60% der Studienplätze werden von der Universität "frei" vergeben, allerdings muss auch hier die Note die entscheidende Rolle spielen. Das bedeutet, dass auch Bewerber, die eine schlechtere Note hatten, einen Studienplatz erhalten können. Liegt der NC z.B. bei 1,5, so kann es sein, dass auch Bewerber bis zu einem Schnitt von z.B. 1,7 im AdH (Auswahlverfahren der Hochschule) zugelassen werden können. Viele Universitäten gewähren hier Boni. Bei einigen kann man z.B. durch einen Freiwilligendienst den Durchschnitt um 0,1 verbessern.   

4. Du absolvierst keine Wartesemester, du sammelst sie. Als Wartesemester gilt jedes Halbjahr nach Erreichen deiner Hochschulzugangsberechtigung, in dem du an keiner deutschen Hochschule eingeschrieben warst. 

5. Durch die Teilnahme am TMS oder HAM-Nat kannst du deine Chancen auf eine Zulassung steigern. Der TMS wird aber nach der Stärke eines Durchganges gewertet, d.h. du musst besser sein als andere. Bei vielen Hochschulen musst du zu den besten 10% gehören, um einen Bonus zu bekommen. Du lernst dafür nicht irgendein Schulwissen auswendig und bekommst auch keine Note, die direkt mit deinem Abischnitt verrechnet wird. Allerdings wirst du mit einer Note von 1,7 gar nicht mehr geladen, da selbst in den AdH min. eine Durchschnittsnote von 1,5 gefordert wird. 

Daraus folgt, dass du, wenn du in Deutschland studieren möchtest, viele Jahre warten musst. Letztes Jahr wurden die Bewerber zugelassen, die min. 14 Wartesemester und eine Durchschnittsnote von 2,9 vorweisen konnten. Und du musst damit rechnen, dass die Anzahl auch weiterhin steigt, sodass du möglicherweise erst in 10 Jahren zum Studium zugelassen wirst.

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Meine Frau hatte auch keinen 1,0 Abischnitt sondern 1,5 oder so. Sie hat sich dann mal schlau gemacht und unter anderem in Innsbruck (Österreich) an so einem Aufnahmetest teilgenommen. Sie musste da auf einem DIN-A 4 Blatt mit vielen Zeilen die voller "q" und "p" waren die "q" zählen und hinter jeder Zeile die Anzahl schreiben. Das ganze lief natürlich unter Zeitdruck, da man für die Bearbeitung nur eine begrenzte Zeit hatte.

Sie hat dann später die Zusage bekommen und hat ihr Studium in Innsbruck absolviert und darf sich nun Dr. med. univ. nennen. In Österreich gehört zur Prüfung die Erstellung einer Doktor-Arbeit, doch leider wird diese in Deutschland nicht anerkannt aber es steht einem natürlich frei in Deutschland eine separate Arbeit zu verfassen.

Was das Studium betrifft, versteif Dich nicht so auf Deutschland und auch nicht jede Uni hat einen NC.

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Also, du wirst keinen NC haben, sondern einen Abischnitt.

Wenn die 1 vorm Komma steht, hast du mit TMS und Hamnat chancen.

Ansonsten MedAT

Wartezeit ist möglich, ja. Informier dich auf Hochschulstart, wie man Wartesemester sammelt. ABER:

Warten ist schweineteuer. Wieso? Überlegt mal, worauf ein Arzt verzichtet, wenn er 8 Jahre wartet (so lang wird es wahrscheinlich bei dir dauern). Er verliert im Vergleich zu einem Nicht-Warter 7-8 Jahre Arztgehalt. Und zwar nicht das Einsteigerarztgehalt, nein, die hat der Warter auch. Er verliert die letzten Karriere-Jahre. In diesen Jahren verdient ein Arzt am meisten. Wir sprechen hier locker von einer halben Million.

Mehr noch: Wer später einsteigt, wird auch später (oder gar nicht) befördert. Er bekommt auch leichter Kredite für eine Praxis.

Ich rate daher, für ein paar zehntausend Euro im Ausland zu studieren. Osteuropa nimmt oft jeden Abiturienten, hauptsache er zahlt.

Ich rate vom warten ab. Eine Sanitäter Ausbildung bringt dich auch nicht soooo nah an den Arztjob. Mach Medizin, wenn es dein Traum ist.

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Kommentar von Johannax32
12.07.2017, 20:15

Dein Tipp ist gut, allerdings erhält nicht jeder in Osteuropa einen Studienplatz. Man muss sich ebenfalls erst in einer Aufnahmeprüfung gegen viele andere Bewerber durchsetzen. Da es keinen NC gibt und der Gesamteindruck der Bewerbung entscheidet, ist es einfacher einen Platz zu erhalten. Hierzu zählen Motivationsschreiben, Aufnahmeprüfung, Empfehlungsschreiben, Praktika, Ausbildungen, Freiwilligendienste, außerschulisches Engagement, Einzelnoten in den Naturwissenschaften ab der 8. bzw. 9. Klasse, erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben auf Landes- oder Bundesebene (min. 5. Platz), usw.  

Die Bewerbung sollte ernst genommen werden, ansonsten folgt ein böses Erwachen. Auch muss sich bewusst machen, dass man eine weitere Fremdsprache für den klinischen Abschnitt lernen muss.

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Es gibt ja nicht nur den Weg über die Abiturbestenquote.
Die ZVS (Zentrale Vergabestelle von Studienplätzen, heute hochschulstart genannt) ist deine Anlaufstelle nach dem Abi. Diese hat 3 Kategorien aufgestellt: Abiturbestenquote, Wartezeitquote und das AdH. Die Abiturbestenquote (NC:1,0-1,1) belegt 20% aller Studienplätze in Medizin. 20% macht die Wartezeitler aus (zurzeit 14 Wartesemester : 7 Jahre). Dann gibt es noch das AdH (Auswahlverfahren der Hochschulen) das 60% aller Studienplätze ausmacht. Die Hochschulen haben alle unterschiedliche Kriterien, die man bei der zvs nachlesen kann. Dort wird man zu einem Gespräch eingeladen und muss überzeugen. Wenn du den Weg über die Wartezeit gehst, kannst du ja in der Zwischenzeit eine medizinische/pflegerische Ausbildung machen - diese wird angerechnet bzw. berücksichtigt. Wichtig ist, dass du während deiner Wartezeit nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben bist, sonst wird das nicht als Wartezeit angerechnet.
Außerdem gibt es den TMS (Test für medizinische Studiengänge). Dieser Test findet einmal im Jahr statt (Termime auf der Webseite tms-info) und ist freiwillig. Dieser Test kann aber deine Abidurchschnittsnote aufwerten, das heisst du hast vielleicht ein 2,0er Abi und durch den Test kannst du den Schnitt auf z.B 1,7 senken (je nach Ergebnis).
Wenn du im Ausland studieren willst, kannst du ja Österreich in Betracht ziehen. Dort werden alle gleich behandelt. Du brauchst nur dein Abi, deine Durchschnittsnote zählt nicht, denn dort wird nur ein Test, nämlich der MedAt gemacht. Dieser Test ist verpflichtend, dafür darf jeder mit Abitur an dem Test teilnehmen. Wenn du den gut meistert, studierst du ohne Studienkosten, sondern wie in Deutschland mit einem kleinen Semesterbeitrag.

Ich hoffe, du hast soweit gelesen und ich konnte dir helfen.

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Kommentar von rotreginak02
12.07.2017, 16:49

Hervorragend! Endlich mal eine korrekte und fundierte Antwort zu diesem Thema. Ähnliche Fragen wurden bei GF ja schon gefühlte 1000 mal gestellt, mit teils haarsträubenden Antworten...

Nur zur Ergänzung zum MedizinerTest in Österreich: genau wie in der BRD im Mai ist dieser kürzlich in Österreich gewesen und es werden zwar alle Abiturienten dort gleich bewertet, aber 60% der Studienplätze gehen an Österreicher, die restlichen 40% werden verteilt.

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Du könntest dich nach anderen medizinischen Studiengängen umschauen, mit einem nicht so krassen NC. Ansonsten wäre eine Ausbildung zum Sanitäter eine gute Idee, um auch mal die täglichen Belastungen im medizinischen Bereich kennenzulernen. Bei den meisten Unis gibt es etwas versteckt NC-Tabellen – am besten googlest du das einfach mal. Da steht, neben dem im letzten Jahr festgelegten NC, meistens in Klammern die Anzahl der Wartesemester dahinter.

Außerdem können passende Ausbildungen auch in manchen Fällen den Schnitt verbessern. Das ist allerdings dann ein Hochschulinternes Auswahlverfahren und wird überall anders gehandhabt.

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Kommentar von Brieftasche1982
12.07.2017, 19:26

Davon rate ich ab. Studiengänge wie Biomedizin oder Molekulare Medizin schmücken sich mit dem Begriff Medizin, führen aber in die Arbeitslosigkeit.

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Ein Freund von mir macht auch zuerst eine Ausbildung als Rettungssanitäter und studiert dann voraussichtlich Medizin

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Kommentar von Brieftasche1982
12.07.2017, 19:26

Logo, danach muss er aber mindestens noch 4-5 Jahre warten. Die Wartezeit beträgt mindestens 7 Jahre und sie steigt zur zeit weiter.

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Du kannst mit jeder Abschluss Note auch Medizin studieren wirst jedoch auf eine Langewarte Liste gesetzt: Eine Halbenote pro Jahr.

Auch wenn du die Wartezeit abgesetzt hast, werden immer noch andere die jünger sind und besseren Abschluss haben sowie eine bessere Qualifikation bevorzugt.

Um selbst eine gute Qualifikation zu haben, kannst du in der Wartezeit eine Berufsausbildung abschließen im Bereich Gesundheitswesen.

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Kommentar von Brieftasche1982
12.07.2017, 19:24

So ein Schwachsinn. Wie kommst du nur dazu, hier Ratschläge zu erteilen, wenn du offenbar keinen Funken Ahnung hast?

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Und wo bekommst die Ausbildung zu Sanitäter her?
Wir haben bereits Juli.

Das ist gar nicht so einfach auf die Schnelle zu bekommen.

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