Ersetzt der Ryzen Prozessor die Grafikkarten komplett?

5 Antworten

Nein, es gibt nicht die Möglichkeit 'Grafikchips über den RAM laufen zu lassen', das ergibt auch gar keinen Sinn. Es gibt zwei Ryzen die über eine IGP (integrated graphics processing [unit]) verfügen, der 2400g (Vega11) und der 2200g (Vega8), trotz des Vega Namensschema handelt es sich übrigens um GCN4 Technologie, also Polaris.

Natürlich nutzten diese, in der CPU integrierten Chips, auch den Arbeitsspeicher. Das ist auch nicht AMD spezifisch, das ist bei Intel Chips absolut identisch.

Für IGPs ist die Vega11, kombiniert mit sehr hochfrequenten dual channel RAM, sehr stark, kann allerdings nicht mit dezidierte Spiele-GPUs mithalten. Und auch der schnellste Systemspeicher ist für GPUs immer noch lahm, da CPUs lineare Programmabläufe berechnen müssen und somit von niedrigen Latenzen profitieren, GPUs aber völlig parallel rechnen, von daher die Latenz des Speichers überhaupt keine Rolle spielt, nur die Transferrate (dementsprechend hat vRAM auch Frequenzen von >10GHz, dafür hat guter Arbeitsspeicher aber Latenzen <=10ns).

Die Leistung einer GPU (übrigens auch nicht die einer CPU) wird nicht durch die Größe des Arbeitsspeichers definiert. Eine Vega11 mit 128Petabyte Speicher wäre kein Deut schneller als eine mit 4GB RAM, eher langsamer da die Register verwaltet werden müssen, was bei mehr Speicher Overhead produziert. Der Speicher limitiert nur nach unten, spricht er reduziert die Leistung eines Chips, wenn er zu gering für die Anwendung ist, er skaliert aber nicht die Leistung nach oben. Ist genug Speicher für die Anwendung vorhanden, macht mehr Speicher die Anwendung nicht schneller. Stell's dir vor wie mit einem Auto, hast du keinen Sprit mehr bleibt es stehen aber ein Auto mit vollem Tank fährt nicht schneller als eins mit halb-vollem Tank (eher langsamer, da das Gewicht des vollen Tanks etwas bremst)...

Was aber bei Ryzen G tatsächlich sehr cool ist, man kann das Signal einer dezidierte (Nvidia) GPU durchreichen und somit FreeSync nutzten, obwohl das von Nvidia nicht unterstützt wird...

Es gibt aktuell zwei Ryzen-Prozessoren, die eine integrierte Grafikeinheit haben: Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G. Der Ryzen 5 ist sowohl als Prozessor stärker, aber hat auch die stärkere GPU. Diese Grafikchips können theoretisch eine Grafikkarte ersetzen, aber haben deutlich weniger Leistung selbst als die meisten Unterklasse-GPUs. Das bedeutet sie sind vor allem für Office-Arbeiten geeignet, aber der 2400G packt auch einfache oder ältere Spiele einigermaßen, z.B. League of Legends, Fortnite oder CS:GO jeweils auf FullHD.

Da die Prozessoren den RAM als Grafikspeicher nutzen, lohnt sich schneller RAM hier sehr und wirkt sich eben sowohl auf die CPU- als auch GPU-Leistung aus.

Übrigens verbaut Intel in den meisten Prozessoren Grafikeinheiten, allerdings sind die nochmal schwächer als die von AMD.

Halt ganz normal mittels einer iGPU, wie bei Intel grundsätzlich auch.

Allerdings haben nur der Ryzen 3 2200G und der Ryzen 5 2400G eine iGPU.

Diese iGPU ist im Verhältnis zu den anderen auf den Markt befindlichen iGPUs (insbondere Intels) allerdings extrem stark.

Die Vega 11 Grafikeinheit des Ryzen 5 2400G bewegt sich z.B. auf dem Niveau einer GT 1030, und ist damit schneller als viele ältere Low End Grafikkarten.

Als VRAM wird dann der Systemram mitbenutzt, dies ist bei iGPUs normal

Von modernen Karten oder älternen Mittel und Oberklasse Karten ist sie aber dennoch weit entfernt.

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