Erster Weltkrieg: Wäre Frankreich bereit gewesen mit Deutschland einen Separatfrieden zu schließen?

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6 Antworten

Deutschland hat im ersten Weltkrieg hauptsächlich versucht mit Russland
einen Separatfrieden zu schließen, worauf sich der Zar aber nie einließ.

Deutschland hat 1918 einen "Separatfrieden" mit Russland geschlossen - mit der bolschewistischen Regierung Lenins.

Der unversöhnlichste Gegner Deutschlands aber war Frankreich.

Gewiss. Wenn man an die Demütigung 1870/1 und den Kriegsausbruch 1914 denkt, ist das nicht verwunderlich.

Was wäre gewesen, wenn ...? Wäre dann Frankreich bereit gewesen ...? Wenn das geschehen wäre, hätte es ... und der Krieg hätte beendet werden können.

Das ist eine Ansammlung von Spekulationen, Mutmaßungen, Irrealitäten.

Was wäre gewesen, wenn Deutschland Frankreich angeboten hätte Elsaß-Lothringen zurückzugeben?

Dann wäre die kaiserliche Regierung einem Sturm der öffentlichen Entrüstung in Deutschland zum Opfer gefallen und abgesetzt sowie zugleich auch die Monarchie beseitigt worden, denn ein solches Angebot wäre ein Eingeständnis der Schwäche gewesen und hätte alle Kriegsopfer als vergeblich und sinnlos erscheinen lassen!

Wenn das geschehen wäre, hätte es ja auch für England kaum noch Möglichkeiten gegeben weiter gegen Deutschland Krieg zu führen und der Krieg hätte beendet werden können.

Großbritannien war damals noch ein funktionierendes Weltreich und beherrschte die Meere. Es wäre in der Lage gewesen, auch ohne Frankreich Deutschland zu bekämpfen und in Europa zu isolieren.

Der Fragesteller hat seine Frage gestellt, ohne auf den Joker zu achten: auch Italien führte u. a. gegen Deutschland Krieg!  :-))

MfG

Arnold

Natürlich ist meine Frage eine reine Spekulation, da Deutschland nicht clever genug war seine Gegner auf diese Weise zu spalten. 

Die Briten hätten aber meiner Ansicht nach nichts machen können, wenn man Franzosen und die Russen auf diesem Wege zu einem Seperatfrieden gebracht hätte, da sich Russland vermutlich mehr an Frankreich als an England gehalten hätte. Der sogenannte Joker Italien wäre noch leichter umzustimmen gewesen. Erst Mitglied des Dreibunds, ließ sich das Land von den Engländern kaufen, die Italien Triest und Istrien auf Kosten Östereich-Ungarn versprochen hatten. In diesem Fall war Östereich zu stur gewesen darauf einzugehen. Es hätte sich viel erspart und vielleicht hätte so ein Beispiel auch Deutschland ermutigt Frankreich entsprechende Angebote zu machen. Aber das "Ehrgefühl" hinderte wohl die Mittelmächte daran diesen Weg zu beschreiten.

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Der russische zar wollte keinen krieg, er hatte keine wahl, seine macht im land war sehr angeschlagen und er wurde mitgerissen, die franzosen waren durch verdun fast am ende, aber einem frieden hätten sie nicht zugestimmt, da sie wussten, mit england und später den usa an der seite hätten sie weiter machen können und weit aus mehr bekommen als sie das durch eine verhandlung auf augenhöhe hätten kriegen können. Hätte man versucht mit england frieden zu schließen, das wäre wahrscheinlich besser, denn dann wäre frankreich gezwungen den krieg zu beenden, da sie einfach nicht mehr weiter konnten, aber die engländer und franzosen wären dann bei den amerikanern hoch verschuldet, weil diese die entente massiv finanziell unterstützten! Wäre es dem deutschen kaiserreich gelungen die amerikaner und engländer irgendwann ins boot zu holen, hätte frankreich es gut sein lassen müssen, dann wäre der erste weltkrieg wohl früher vorbei und die konsequenzen für das deutsche kaiserreich weit aus weniger schmerzhaft, aber die amerikaner hatten halt das problem mit den nicht sicher geklärten krediten! Lg

Ich glaube, dass man mit England überhaupt keinen Remis Frieden hätte schließen können. Es war ein deutscher Irrglaube dies in beiden Weltkriegen anzunehmen. Die unbeugsame angelsächsiche Natur gleicht den Römern, die ebenfalls nie mit Hannibald Frieden geschlossen haben. Für England gab es nur Sieg oder Kapitulation. Die französiche Regierung aber hätte 1917  Erklärungsnöte gegenüber dem eigenen Volk gehabt, wenn ein Friedensangebot mit der Rückgabe Elass-Lothringens öffentlich bekannt geworden wäre. Das französische Volk war schon sehr kriegsmüde geworden.

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im bezug auf die engländer würde ich widersprechen, die engländer hatten vor der entente cordiale einen wesentlich besseren bezug zum deutschen kaiserreich als zu den franzosen, immerhin waren die franzosen lange zeit ein konkurrent, alles was die engländer wollten war eigentlich mehr kolonien und eine zerschlagung der deutschen flotte, sie waren ja auch in versaille relativ gnädig, auch haben sie hitlers politik sehr lange geduldet, naja hitlers wunsch frieden mit den engländern schließen zu wollen hatte ja mehr rassenidiologische gründe! bei den franzosen ging es auch nicht nur um elsass-lothringen, sie wurden im deutsch französischen krieg gedemütigt, eine staatsausrufung auf französischem gebiet und jahrzehnte lange politik bismarcks um sie zu isolieren und kleinzuhalten, ihre kriegsziele waren ganz deutlich anders angesetzt als sich nur mit elsass-lothringen zu begnügen, solange sie also noch von außen unterstützung fanden wären die nie einen frieden eingegangen... aber ich will nur sagen, mir persönlich scheint ein frieden mit den engländern zur damaligen zeit als viel mehr im bereich des möglichen, als mit den franzosen! lg

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@Lazybear

Deutschland hat die Politik der Engländer nie begriffen. Die Engländer haben stets gegen die Macht gekämpft, die ihr am bedrohlichsten schien. Diese Poltik nennt man "The Power of Balance"  Erst hat man gegen Spanien unter Phillip II. gekämpft, dann gegen Frankreich unter Ludwig XIV, dann wieder gegen Frankreich unter Napoleon, dann gegen Russland im Krimkrieg unter Nikolaus I. und schließlich gegen Deutschland. Nur wenn Deutschland schwach war, war es für die Engländer ein nützlicher Partner (siehe die Krieg im 18. Jahrhundert).

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Da gebe ich dir absolut recht! besonders die deutsche flotte, auch wenn diese im vergleich zur britischen klein war, war den engländern ein dorn im auge, denn das deutsche kaiserreich hatte das potential die macht sehr zu ungunsten englands zu verschieben! was denkst du aber wäre passiert, wenn das deutsche kaiserreich sich bereit erklärt hätte ihre flotte zu begrenzen und den engländern einen teil ihrer kolonien abzugeben, wäre eine einigung wahrscheinlich? lg

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Ich glaube es gab gar keinen Grund für Deutschland über Frieden mit Frankreich nachzudenken, weil Deutschland Frankreich militärisch recht gut im Griff hatte... nur durch die Nachschubversorgung durch England und später sogar nur durch Amerika, konnte Deutschland an der Front aufgehalten werden.

Auf der anderen Seite kam es auch schon vorher zu mehreren Massakern der Zivilbevölkerung durch deutsche Truppen, weswegen die Beziehungen schon extrem Vorbelastet waren... was übrigens die heutige Deutsch-Französische Freundschaft um so beachtlicher macht.

Immerhin gab es diese Überlegungen auf deutscher Seite.

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Ich denke nicht denn aufgrund der Entwicklungen der Vorjahre hätte sich Frankreichs Bevölkerung nie auf so etwas eingelassen.

Das war politisch in Frankreich nicht durchzusetzen. Ausserdem war die deutsche Regierung unter Wilhelm eher schwierig was Diplomatie angeht.

Wilhelm war NICHT die "deutsche Regierung".

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@earnest

Deshalb steht da ja auch UNTER !!!! Wer lesen kann ist klar im Vorteil. 

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