Eros und Thanatos in der Psychoanalyse?

4 Antworten

Wenn ich mich nicht irre ist der Thanatos der Zerstörungstrieb schlechthin. Er ist in erster Linie nach außen gerichtet und an sich noch nicht pathologisch, steht also jedem Menschen zur Verfügung. Es ist ja auch eine sinnvolle Überlegung, dass der Mensch neben dem libidinösen Eros-Trieb auch eine psychische Energie zur Verfügung hat, die ihn dazu befähigt, Konkurrenten oder Gegner zu bekämpfen. Stavros Menzos gibt in seinem Buch "Neurotische Konfliktverarbeitung" zudem zu bedenken, dass auch der Zerstörungstrieb der Fortpflanzung dienen kann, nämlich dann, wenn er dazu antreibt, einen Konkurrenten im Kampf um einen Geschlechtspartner aus dem Felde zu schlagen.

Den Todestrieb gibt es in jedem Menschen. Er ist Aggression und Zerstörung aber auch Arbeit und Fleiß.

Welche Funktionen diesem Konstrukt "Ich" zugeschrieben werden , darüber besteht keine völlige Übereinstimmung. Das (nur teilweise bewusste) Ich, das selbst unter der Kontrolle des Über-Ich steht, wirkt als Vertreter des Realitätsprinzips, des Sekundärprozesses nach "innen" und "außen".

Nach "innen wirkt das Ich auf das (völlig unbewusste) Es, den Sitz der Lebens- und Todestriebe (Eros und Thanatos, Libido und Mortido, Libido und Aggression), und beeinflusst die Triebe: Zulassung der Aktion, Hemmung, Modifikation.

Literatur: Freud, A. 1936 Hartmann 1937/38, Rapaport 1950, Schafer 1968. Zur Ich-Psychologie s. auch Loch 1975, Kernberg 1967, 1972,, 1977, Vaillant 1986).

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