Erläuterung zum semiotischen Dreieck?

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2 Antworten

Das ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

Nehmen wir das Beispiel "Hund".

1) Konzept, Gedanke

Stelle dir vor, was ein Hund ist, und du hast das Konzept, was einen Hund ausmacht (lebt, Tier, 4 Beine, usw.). Wichtig: Das ist weitgehend unabhängig von der Sprache. Anderssprachige kennen ebenfalls das Konzept "Hund", auch wenn sie ein anderes Wort dafür haben.

Allerdings stimmen diese Konzepte bei verschiedenen Menschen nur im Kern überein, d.h. jeder hat auch noch Randvorstellungen, was einen  Hund ausmacht, die andere nicht teilen. (Probe: sich Grenzbeipiele ausdenken, z.B. Wolf, Dingo, usw. und einander fragen: Ist das noch ein Hund?) Je mehr man kulturbenachbart ist, desto mehr stimmen die Konzepte überein. 

Im Gehirn gibt es eine Ebene, auf der Konzepte gespeichert sind, also nur Vorstellungen (sprachunabhängig), nicht aber bestimmte Wörter (sprachabhängig).

2) Sprachen haben für Konzepte "Wörter" (Lautkette + Schreibweise), mit denen sie das Konzept bezeichnen. Ein Hund wird mit "Hund" bezeichnet. Das ist eine eine Lautkette (h, u, n, t) und die Schreibweise "Hund". Verschiedene Sprachen haben (in der Regel) verschiedene Wörter für ein Konzept.

Auch die (sprachabhängigen) Wörter sind in speziellen Gehirnregionen als Netze gespeichert. Man vermutet, dass für jede Sprache ein eigenes Netz angelegt wird. Deshalb sagt man auch, dass man mit jeder Fremdsprache eine neue Persönlichkeit hinzugewinnt.

3) Referent, konkret Bezeichnetes

Beim Beispiel "Hund" gibt es für das Konzept "Hund" auch etwas Konkretes in unserer erfahrbaren Welt, das wir mit dem Wort "Hund" bezeichnen, nämlich eben (irgendeinen oder einen individuellen) Hund.

Die Referenten existieren außerhalb unseres Gehirns und unabhängg davon. Dadurch unterscheiden sie sich von "Konzept" und "Wort".

Nicht alle Wörter bezeichnen etwas Konkretes aus unserer Welt, es gibt auch abstrakte Konzepte, wie "Ärger", "Lust", "Gerechtigkeit", "Liebe", usw.

Das Dreieck besteht also aus Konzept, Wort (Bezeichnendes) und Referent (Bezeichnetes).

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Kommentar von Marian990
08.03.2016, 21:32

Super, vielen Dank!

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Wird es da besser erklärt?

http://www.meditext.ch/texte/is/kap_10.htm

(Wenn's bei Wikipedia schwierig erklärt ist, dann ist es auch
schwierig. D.h. man muss sich durchbeissen, bis man das Konzept
verinnerlicht und verstanden hat. Je mehr verschiedene Erklärungen man
durcharbeitet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mal
'Klick' macht.)

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