Erläuterung Inkulturation

...komplette Frage anzeigen
Support

Liebe/r Jamie14051,

gutefrage.net ist eine Ratgeber-Plattform und kein Hausaufgabendienst. Hausaufgabenfragen sind nur dann erlaubt, wenn sie über eine einfache Wiedergabe der Aufgabe hinausgehen. Wenn Du einen Rat suchst, bist Du hier an der richtigen Stelle. Deine Hausaufgaben solltest Du aber schon selber machen.

Bitte schau doch noch einmal in unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy und beachte dies bei Deinen zukünftigen Fragen. Deine Beiträge werden sonst gelöscht.

Vielen Dank für Dein Verständnis!

Herzliche Grüsse

Franz vom gutefrage.net-Support

3 Antworten

Kleine Einleitung:

Eskimo: "Wenn ich nichts von Gott und der Sünde wüsste, müsste ich dann in die Hölle gehen?"

Missionar: "Nein, wenn Du nichts davon wüsstest, dann nicht."

Eskimo: "Warum erzählst Du es mir dann?"


Schaust Du zur Geschichte der Missionierungen unter anderem hier : http://www.weltbilder.de/derautor/seinearbeit/missionierung/index.html (bei Google findest Du unter dem Stichwort „Geschichte der Missionierungen“ massig Material – christliches und auch religionskritisches).


„Inkulturation“ ist ein schönfärberischer Begriff der Kirche für die Durchsetzung des biblischen Missionierungsgebotes und soll wohl übersetzt so ähnlich wie „Kultivierung“ oder „Kulturübertragung“ bedeuten. Noch umfassender soll der Begriff „Akkomodation“ (Anpassung) das Wirken vor allem christlicher Missionare zur Verbreitung der „einzig“ wahren Heilslehre bezeichnen.

Missionierende Religionen sind übrigens auch noch der Buddhismus und der Islam - alle in ihrem Sinne im "Wettrennen" zur Verbreitung von „Kultur“ unterwegs gewesen und immer noch unterwegs.

Oft lag dem rüden Vorgehen vieler (christlicher) Missionare eine sehr eigene Auslegung der entsprechenden Stellen in der Bibel zugrunde. So stachelte u. a. einerseits die Aussage der Bibel: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden“ (Markus 16,16) die Missionare zu ganzem Einsatz an. Aber mit Berufung auf den folgenden Satz „Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (ebenda) meinte man, die Völker auch gegebenenfalls mit Feuer und Schwert vor der „Verdammnis“ retten zu müssen. Die Aufforderung Gottes an seine „Knechte“, die Menschen zum „Festmahl“ "einzuladen“ - „...nötige die Leute hereinzukommen, auf dass mein Haus voll werde“ (Lukas 14,23) wurde nicht selten als Freibrief betrachtet, andere Menschen zum christlichen Glauben, zu Taufe usw. drängen oder gar zwingen zu dürfen.

Wenn auch dieser Ur - Missionierungsgedanke aus dem Markus – Evangelium an sich harmlos ist und viele, wahrscheinlich sogar ehrliche und ehrbare Missionare unterwegs waren, so sind in seiner praktischen Verwirklichung zig Tausende Menschen getötet, wie Vieh verbrannt, verstümmelt und vergewaltigt worden. Im Laufe der Missionierungen wurden nationale Kulturen zerstört, Werte geraubt und v. a. eins getan: Profitpfründe für die kirchlichen und weltlichen Herren aus den entsendenden Länder aufgetan. Soziale, wirtschaftliche oder ethnische Probleme wurden damit gar nicht oder nur punktuell gelöst, wie ihr Fortbestehen und permanentes Wiederaufflammen auch heute noch zur Genüge belegen.

Diese Verbrechen liegen unter anderem in einem so genannten „Ethnozentrismus“ (also so ungefähr wie „nur unserer abendländische Kultur ist die einzig wahre“!), aber auch in der Verquickung der Königs- und Kaiserhäuser mit der Kirche oder der Verbindung von europäischem Kolonialismus und christlicher Mission. Die politische Instrumentalisierung der Mission durch die Kolonialmächte und das Mitgehen vieler Missionare und Kirchenfürsten in diesem Sinne hat der Ur - Idee der Mission großen Schaden zugefügt, was die Kirchen hin und wieder auch so sehen.

Z. B.: in der „Dignitatis humanae“, der Erklärung der katholischen Kirche u. a. zur Religionsfreiheit (von Papst Paul VI am 7.12.1965 verkündet) liest man folgendes Eingeständnis: „In the life of the People of God, as it has made its pilgrim way through the vicissitudes of human history, there has at times appeared a way of acting that was hardly in accord with the spirit of the Gospel or even opposed to it.“

Oder: im Jahr 2000 hat Papst Johannes Paul II. im Namen der Kirche ein Schuldbekenntnis abgelegt. Die siebenfache Bitte um Vergebung schloss auch die bei Missionierungsunternehmen begangenen Sünden ein, etwa die Durchsetzung der „Wahrheit“ mit Zwang, "Methoden der Intoleranz" oder "Verfehlungen" gegen andere Kulturen und Religionen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ethnozentrismus

Nur um die Verdrehung der Tatsachen mal ein wenig zu entwirren...

Die rassistische Politik der europäischen Mächte zur Zeit des Kolonialismus muss man schon so darstellen wie sie tatsächlich war. Alleine die Tatsache, dass Missionare sich auf den Weg in die Kolonien machten, erklärt sicher nicht die Greueltaten der kolonialen Verwaltungen. Zumal man den Subkontinent Indien trotz fehlender Missionierung sicherlich genauso schlecht behandelte wie Ostafrika oder China, letzteren unterwarf man mit einem extensiven Drogenhandel, der selbst für heutige Drogenkartelle kaum vorstellbar sein dürfte...

Wieder alles durcheinander. Im 16. und 17. JH gab es einiges was man kritisieren könnte, nur fragt man sich auch da, ob die Tatsache, dass nun mal alle Europäer Christen waren, wirklich eine 100% Verquickung von Mission und Gewalt zulässt. Der in dieser Zeit beginnende Sklavenhandel wurde jedenfalls nur dadurch möglich, dass die edlen Wilden Ihre Landsleute gegen begehrte Waren frei Haus auf die Schiffe der Sklavenhändler lieferten, also ist Afrika sicher kein gutes Beispiel für die guten Heidenmenschen...

Bring doch einmal ein wenig Struktur in Deine Texte, der eine oder andere Aspekt ist ja durchaus richtig und wichtig, nur ist das Gesamtbild was Du da zeichnest sehr diffus, genauso wie die Quelle, denn der Schreiber ist keineswegs ein Experte sondern lediglich Geograph, also gibt er da seine Meinung wieder und leitet diese nicht gerade von Standardliteratur ab...

0
@riara

Riara - na gut, die Beine lagen oben, das Blut ist geflossen und ich sehe dasselbe wie immer! Riara führt mit christlich-demokratischen Mitteln (ich nenne bloß mal der Einfachkeit halber "Fakten - Jonglage", Falschzitate und Beschönigung, um die "bedeutungslosen" Verfehlungen der eigenen Clique runterzuspielen) eine gewaltige Spiegelfechterei und ein an irgendwelche Masturbationsvorlagen erinnerndes Schattenboxen (da du China nennst, sollte dir das geläufig sein - oder war das auch nur ein heiseres Kläffen?).

Ich habe diesen Geografen als eine der Quellen benannt. Wie du das anfasst, kann man jede Quelle dumm quatschen, nämlich so wie das z. B. der eigene christliche Glaube erfordert. Ich hätte auch christliche, atheistische, buddhistische, oder ganz einfach gesagt, andere ernsthafte Quellen benennen können. "Standardliteratur" kannst du zitieren, so oft du willst, ich bevorzuge spezialisierte Literatur, und habe auch keine "Skrupel", Literatur aus deiner Glaubenssphäre zu zitieren, denn da gibt es schon sehr respektable Publikationen (die du möglicherweise auch nicht kennst?)!

Du kannst das nicht, wie du immer wieder allen Usern hier nachweist (ich irre mich allerdings gern!)! Du kannst nicht mal eine deiner so genannten "Quellen" benennen, geschweige denn seriöse. Also, es geht nicht um Struktur (Äußerlichkeiten mache ich mit "links"), sondern um Inhalte.

Verstehst du den Unterschied??

0

Hier habe ich eine schöne Beschreibung gefunden. (Das beschriebene Bild stammt von Mavumiluza Makanzu, einem kongolesischen Theologen. Eines seiner Bücher heißt. "Die Mission und der Blumentopf".

Hier der Text von einer Missionstagung http://www.confessio.de/cms/website.php?id=/religionheute/theologie/mission/missionjaaber_wie.html

*Mission und Inkulturation

Bei der Auslandsmission stellt sich immer wieder besonders die Frage nach dem Verhältnis von Evangelium und Kultur. Im Leipziger Missionshaus gibt es eine Zeichnung, auf der ein Missionar einen Blumentopf - die Pflanze des Glaubens - einem Afrikaner bringt. Dort geht die Pflanze ein. Dann zerschlägt der Afrikaner den Blumentopf, die Pflanze wird eingepflanzt und kann endlich wachsen. Mission transportiert nie nur die Pflanze, sondern immer auch die eigene Erde. Es braucht eine große Sensibilität und Kenntnis der Kultur der Menschen. Müssen Afrikaner erst Europäer werden, um dann vielleicht auch noch Christen werden zu können? Dürfen sie ihre Trommeln, mit denen sie vorher die Geister betrommelt haben, auch im Gottesdienst benutzen? Oder doch lieber das Harmonium? Wie geht man mit einem Massai um, der Christ wird, aber schon vier Frauen hat? Das bedeutet nicht, dass das Evangelium keine verändernden Impulse bringen dürfte. In der indischen Kultur der Kasten entwickelt das Evangelium eine enorme Sprengkraft. In Papua-Neuguinea gibt es viele jahrhundertealte Stammeskonflikte – immer noch mit dem Konzept der Blutrache. Christen gehen dort mit der Botschaft der Versöhnung dazwischen, bauen ihr Zelt mitten auf dem Schlachtfeld zwischen verfeindeten Stämmen auf und verhindern so blutigen Krieg. Es ist auf der anderen Seite für die Europäer mindestens ebenso wertvoll, davon zu lernen, wie sich das Evangelium in anderen Kulturen selbst ausdrückt. Naturverbundenheit und das Lob der Schöpfung können auch den Evangelisch-Lutherischen Glauben bereichern.

*

Das mit den Massai ist ein schönes Beispiel. Du erinnerst Dich an unseren pensionierten Missionsleiter Fritz, der vor allem in Tansania unterwegs war. Bei einer Messe irgendwo im nirgendwo der Serengeti weigerten sich ausser 4 Christen alle Anwesenden das Abendmahl zu feiern, als unser Franke verwundert die Arbeit unterbrach, flüsterte Ihm der Missionspfarrer zu, dass alle Anwesenden uneheliche Kinder sind und deshalb das Abendmahl nicht empfangen dürften...:-)

An diesem Sonntag empfingen alle Anwesenden das Abendmahl und so hat er es immer gehalten...

0

Was möchtest Du wissen?