Erläutere am Beispiel des Christentums den Unterschied zwischen einer gedulden Religion und eine Staatsreligion... Kann mit jemand helfen?

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5 Antworten

im säkularen Staat gilt als Idealnorm die Trennung von Staat und Kirche: der Staat mischt sich nicht ein in das innerreligiöse Leben und die Kirche beansprucht kein politisches Mandat.

Eine (christliche) Staatsreligion in Reinform gibt es in der Gegenwart nur im Vatikanstaat. Abgeschwächt und nur noch symbolisch: die anglikanische Kirche in Großbritannien: Das Oberhaupt der High Church ist der König (bzw die Königin). Im Zarenreich war die russisch-orthodoxe Kirche eine Staatsreligion - sie wurde finanziell vom Zaren gestützt und salbte, bei seiner Inthronisierung, den Zaren. Erst nach seiner kirchlichen Weihe galt er vor Gott und den Menschen als Zar aller Reußen.

Absolut strenge Trennung von Säkular-Staat und Kirche ist in der Gegenwart kaum zu finden. In DE zb treibt der Staat für die mit ihm vertraglich verbundenen Kirchen (Konkordat etc) die Kirchensteuer ein und finanziert in vielfältiger Weise die Kirchen, die somit in der Grauzone von 'Staatskirchen' agieren und sich ihrerseits auch ziemlich ungeniert politisch zu Wort melden, indem sie Regierungspolitik als christlich und Regierungskritik als unchristlich verkünden. In noch stärkerem Umfang gilt das für Polen, wo die katholische Kirche, die Rolle einer Staatskirche wahrnimmt, allerdings ohne verfassungsrechtliche Grundlage.

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Schau dir mal das Galeriusedikt von 311 an, darin wird das Christentum als Religion nur geduldet = nicht mehr verfolgt. Ab 381 wird es Staatsreligion und damit noch intensiver gefördert und bekommt eine viel stärkere Position.

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Das Christentum wird in allen Nationen der Welt als Religion anerkannt. Aufgrund der vielen Christen, die dann auch Teil einer Nation sind, finden sich christliche Werte auch in der Politik und der Gesetzgebung. Dies zum Beispiel in der sozialen Auslegung und der Rechtssprechung.

Damit wird das Christentum geduldet, und sogar billigend in Kauf genommen.

Eine reine Staatsform, die nach christlichen Werten aufgestellt ist und regiert wird, findet sich nur im katholisch geprägtem Vatikan, sowie in der orthodoxen Mönchsrepublik Athos.

Das Christentum ist folglich überwiegend begleitend, und somit geduldet, und nur in zwei Fällen prägend.

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Eine Staatsreligion ist eine vom Staat gegenüber anderen Religionen bevorzugte Religion.

Wo das Christentum überall Staatsreligion ist und welche Form, findest du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsreligion

Eine geduldete Religion ist in der Minderheit.

In der Türkei ist das Christentum eine geduldete Religion (noch). Christen dürfen sich treffen und Gottesdienste feiern, es dürfen aber weder der Glaube aktiv verbreitet werden, noch neue Kirchen gebaut werden.

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Geduldete (nicht gedulde) Religion: Die Religion ist erlaubt, man kann sich zu ihr bekennen, es dürfen Gottesdienste stattfinden etc. Es entstehen ihren Gläubigen keine Nachteile. Nach der Konstantinischen Wende 313 war das so. Neben dem alten Glauben steht nun das Christentum. 

Staatsreligion: Diese Religion ist die offizielle Religion des ganzen Staates. Andere Religionen sind nicht erlaubt. Alle Staatsbeamten müssen der Staatsreligion angehören. Der Staat finanziert diese Religion. Geistliche werden vom Staat bezahlt. An staatlichen Feiern nehmen Geistliche der Staatsreligion teil, an religiösen Feiern Staatsvertreter. 

Spätestens unter Kaiser Theodosius um 390 war das so. Der alte Götterglaube wird verfolgt, Tempel geschlossen. 

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