Ergibt dieses Karma-Prinzip einen Sinn?

Das, was du nennst, ist nicht Karma.

Danke, habe ich jetzt auch bemerkt.

12 Antworten

Manchmal, wenn ich jemandem sage "Alter, mein Handy spinnt übel", ist es so, als würde das Universum mich hören und plötzlich funktioniert es wieder perfekt.

Oder wenn ich übermütig werde und denke, dass ich etwas richtig gut kann, dann legts mich voll auf die Fresse.

Und wenn ich über etwas herziehe und mich drüber aufrege, ist es am Ende gar nicht so wild.

Wenn ich vor etwas Angst habe und denke, ich würde es nicht schaffen, kriege ich es hin.

Die ganze Karma Sache hat ein kleines Problem. Wer legt fest, was gutes und schlechtes Karma ist?

Machen wir ein einfaches Beispiel: Eine Gruppe von Personen lebt zusammen und macht alles zusammen. Dann wird einer aus der Gruppe unheilbar Krank.

Wenn die Gruppe ihn am Leben hält, er eine Last für alle. Lässt man ihn sterben, erspart man ihm und allen anderen viel Leid und Entbehrung.

Nun, welche Entscheidung bringt "gutes Karma". Egal was man macht, es ist gleichzeitig richtig und falsch.

Wenn das so wäre, dann müsste ich ein ziemliches A-loch sein... das könnte zwar stimmen, aber ich denke, es ist wohl eher das Gegenteil der Fall, nämlich dass miese Typen immer gewinnen und bekommen was sie wollen! Und die netten, die eigentlich nach den Regeln des Karmas irgendwann was zurückbekommen müssten, gehen leer aus...

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und möchte mich dazu äußern:

Wenn man schlechtes tut kommen einem ja schlechte Dinge zurück und wenn man gutes tut kommen einem gute Dinge zurück.

Das ist zumindest nicht das, was der Buddha lehrte. Das buddhistische Verständnis von Karma beruht nicht auf Vergeltung, Moral oder ausgleichender Gerechtigkeit.

Der Buddha lehrte, das jeder Gedanke, jedes Wort und jede körperliche Aktivität eine Wirkung hat und diese wiederum zur Ursache neuer Wirkungen wird.

Beispiel:

Ein schlecht gelaunter Mensch (Geist) redet grob (Sprache) oder handelt aggressiv (Körper). Als Folge davon wird auch sein Umfeld eher negativ.

Aber das ist kein unabwendbares Schicksal, denn bereits eine einzige positive Person, oder ein positives Ereignis, kann diese Situation gänzlich verändern.

Somit kann aus buddhistischer Sicht kein Mensch sagen: "Das ist halt mein Schicksal" und damit die Verantwortung für das eigene Leben abgeben.

Auch sind etwa Naturkatastrophen keine "Strafe" für die Umweltzerstörung durch den Menschen, sondern einfach deren kausale Folge.

Karma ist daher auch nicht moralisch, eine Bewertung von "guten" und "bösen" Taten unterliegt immer unserer subjektiven Bewertung.

Szenario A

Handlung: Wir geben einem Bettler Geld. Folge: Der kauft sich davon Alkohol.

Szenario B

Handlung: Wir geben einem Bettler kein Geld. Folge: Der ist drogenabhängig und tötet eine Passantin, um an Geld zu kommen.

Was ist jetzt also "gutes" Verhalten und welches ist "schlecht" ? Nicht immer sind wir in der Lage, alle Konsequenzen unserer Handlungen zu erkennen.

Daher sollte man moralische Bewertungen, wenn es um Karma geht, eher vermeiden

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

Achso, vielen Dank. Jetzt habe ich es verstanden:)

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Karma ist die Hoffnung, schlechte Menschen würden von einer höheren Macht quasi automatisch für ihre Untaten bestraft werden. Das ist nicht der Fall, es sei denn der schlechte Mensch ist davon überzeugt und schafft sich so sein Karma selbst. Von außen betrachtet gibt es kein Gut oder Schlecht, es gibt nur Erfahrungen.

Wenn ich zu jemandem schlecht bin, bekomme ich also schlechtes zurück.

Nein. Aber wenn du davon überzeugt bist, wirst du alles Schlechte entsprechend interpretieren und dich so selbst überzeugen, daß es genau so ist.

Wenn ich aber z.B. depressiv bin und mir schlechte Dinge wünsche, passiert mir dann das Gegenteil?

Nein. Es gibt außerdem einen Unterschied zwischen Wunsch und Überzeugung. Das Leben reagiert nicht auf "Ich hätte gerne", es richtet sich nach dem, was für dich am Besten ist. Damit ist nicht "gut" oder "angenehm" gemeint, sondern das, was dich deinen Lebenszielen näherbringt.

Wenn ich mir wünsche zu sterben, werde ich dann mehr leben weil mir das sozusagen am meisten wehtun würde?

Nein. Der Wunsch würde ignoriert werden, es sei denn, er gehörte bereits zu deinem Lebensziel.

Okay. Aber ob man an Karma glaubt oder nicht ist ja jedem selbst überlassen, genauso wie Religion. Ich habe z.B. oft Situationen erlebt wo mein Glaube an Karma gestiegen ist.

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@Vika57591

Natürlich. Wenn du an Karma glaubst, wirst du alles im Kontext dieses Konzepts interpretieren. Was den Glauben daran fördert, wirst du akzeptieren, was ihm entgegenspricht wirst du ignorieren. Das ist ein ganz normales Verhalten, das man bei allen Glaubenssystemen findet.

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