Erfahrungen mit Walddorfpädagogik?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Ich möchte gerne Walddorfpädagogik besser kennenlernen

Dann musst du einfach mal lesen, was man über die Waldorfpädagogik so zu lesen bekommt.

Während Universitäten und Ministerien über eine verbesserte Lehrerausbildung nachdenken, unterrichten an den privaten Waldorfschulen noch Lehrer, die nie eine Hochschule von innen gesehen haben. Inzwischen ist die öffentliche Kritik auch durch Fernsehsendungen der ARD und Erfahrungsberichte ehemaliger Seminaristen an den Waldorf-Lehrerseminaren lauter geworden. Sie richtet sich vor allem gegen die Lehrerausbildung, die laut Grundgesetz für alle Lehrer gleichwertig sein muss.

Angehende Klassenlehrer in Waldorfschulen unterrichten bis Klasse zehn acht Fächer, ohne dass sie eines davon an einer staatlichen Hochschule studiert oder ein Examen absolviert haben müssen, es sei denn sie hätten vor ihrer Waldorftätigkeit in einer staatlichen Schule unterrichtet oder die Voraussetzungen für das Lehramt erworben. Waldorflehrer erhalten ihre Ausbildung an den eigenen Lehrerseminaren, wo eher „Erziehungskünstler“ als Wissensvermittler herangezogen werden. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 20. März 1993 hat die Gleichwertigkeit der Lehrerausbildung am Waldorf-Lehrerseminar Witten ausdrücklich verneint („Die grundständige Ausbildung zum Klassenlehrer an Waldorfschulen – Klassen 1–8 – am Institut für Waldorfpädagogik Annener Berg ist der entsprechenden staatlichen Lehrerausbildung nicht gleichwertig . . .“)

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/waldorfschulen-auf-rudolf-steiners-spuren-1433918.html

JohannHe 11.05.2012, 12:12

Danke für den Stern

0

Waldorfschulen haben ein tolles Programm, die Kinder sind ausgeglichen und dort werden andere gesellschaftliche und menschliche Werte gelehrt und gelernt. Wem die Leistung und das Geld wichtiger ist, sollte die Kinder nicht in diese Schulen schicken, bzw. man sollte diese Pädagogik auch nicht studieren. Man sollte innerliche Voraussetzungen dafür haben - in diesem Sinn hat Dein Dad Recht.

Reservist 10.05.2012, 15:05

gesellschaftliche und menschliche Werte

Sowas wie, dass in Glühlampen böse Geister wohnen und in Kerzen gute Wesensheiten?

0
Auskunft 10.05.2012, 16:46
@Reservist

dort werden andere gesellschaftliche und menschliche Werte gelehrt und gelernt.

Sowas wie:

1998 gab die Pädagogische Forschungsstelle des Waldorfbundes eine Broschüre mit dem Titel »Literaturangaben für die Arbeit des Klassenlehrers an einer Freien Waldorfschule« heraus. Das Heft enthält eine Übersicht über die Literatur, »die bei der Vorbereitung der Hauptunterrichtsepochen der Klassen 1-8 herangezogen werden kann«.

In den empfohlenen Büchern lesen wir, dass der Italiener heiter und impulsiv ist und aus Höflichkeit lügt, der Brite dagegen kühl und materialistisch sei. Der Araber wird als hart, leidenschaftlich, kalt und berechnend dargestellt. Der Asiate gilt als dekadent, er ist ein cholerischer Mongole oder ein phlegmatischer Malaie. Der Japaner lebte in leichten Holzhäusern mit Strohdächern, er lächle immer und unergründlich, dahinter verberge sich mitleidlose Härte. Afrikaner seien kindlich, gläubig und fromm, sie würden von ihrem Blut und ihren Trieben gelenkt. Und weil sie wie Kinder seien, müssten sie von Weißen geführt werden. Der Russe wird als jähzornig, brutal, rücksichtslos, gewalttätig, herrisch, ungeduldig, launisch, schicksalsergeben, leidensfähig, unzuverlässig und unpünktlich dargestellt.

Solcher Unsinn basiert auf der Idee der »Wurzelrassen«, die Steiner von den Theosophen übernommen hat. Demnach hat jede »Wurzelrasse« und jede ihre »Unterrassen« bestimmte Aufgaben in bestimmten Epochen. Angehörige und Nachfahren von »Rassen« und Völkern, die ihre Mission bereits hinter sich haben, gelten als dekadent und spirituell entwicklungsunfähig. Dieses Verdikt gilt Steiner zufolge für Juden, Franzosen und Italiener, Chinesen und Japaner ebenso wie für australische Aborigines und amerikanische Indianer.

Begriffe wie »Wurzelrassen« oder »Rassen« meiden Steiners Jünger heute, sie sprechen lieber von »Kulturepochen«. Dass sich Menschen nicht in »Rassen« aufspalten lassen, dass menschliche »Rassen« nur als Hirngespinste von Rassisten existieren, hat sich in anthroposophischen Kreisen noch nicht herumgesprochen.

http://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Paedagogik_der_runden_Ecken.pdf

0

Dad sagt die suchen da nur Idealisten die wenig Geld verdienen werden.

Ob die Lehrer da alle Idealisten sind steht nicht fest. Fest steht allerdings, dass bei vielen Lehrern deren Ausbildung nicht denen der staatlichen Schulen entspricht.

Man könnte Waldorfschulen auch als Tanzschulen mit erweitertem Kompetenzbereich bezeichnen.

Dass man da wenig Geld verdienen? wenn das ein so großes Kriterium für deine Zukunft ist, solltest du vielleicht weitersuchen

kussinchen 10.05.2012, 02:15

verhältnismäßig für andere pädagogen natürlich! -.-

0
Francisc0 10.05.2012, 02:23
@kussinchen

Da du nicht mal Waldorfschule schreiben kannst, gehe ich nicht davon aus, dass du dich bis jetzt großartig informiert hast und es dich wohl auch nicht interessiert. Studiere lieber schlichtes Pädagogik.

0
Leeoon 10.05.2012, 21:39
@Francisc0

Da du nicht mal Waldorfschule schreiben kannst,

Das ist auf einer Schule, bei dem man seinen eigenen Namen nicht schreiben können, aber tanzen können muss, auch nicht so wichtig.

0

Den Link der Hochschule, die das anbietet würde ich gerne mal haben wollen. Inwieweit das stimmt...hast du denn schon mal einen Walddorfpäd. fragen können?

safran123 10.05.2012, 08:40

Über Sinn und Unsinn der Waldorfpädagogik kann man streiten, aber seit 2009 kann man das in Master- und Bachelor- Studiengängen studieren:

http://www.freie-hochschule-stuttgart.de/studiengaenge/uebersicht.php

0
Reservist 10.05.2012, 09:05
@safran123

Das ist ne freie Hochschule, d.h. das Privatvergnügen von Spinnern.

Dient eigentlich nur dazu, dem ganzen Thema einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen.

Da wird aber nur die Ideologie gelehrt, da wird nichts kritisch hinterfragt, geforscht, verbessert.

0
QSE2000 10.05.2012, 16:32
@Reservist

Da wird aber nur die Ideologie gelehrt, da wird nichts kritisch hinterfragt, geforscht, verbessert.

Auch nach Steiner Ableben hat man durchaus noch neue Erkenntnisse gewonnen:

„(…) Ohrenverdrehen, Haare ziehen und überhaupt die Wiedereinführung der Prügel- strafe in schwierigen Fällen. „Es kann durchaus Notwendigkeiten geben für körperliche Strafen, und auch gute Resultate, die daraus entspringen.“ So schreibt der prominente Waldorfpädagoge Erich Gabert in seinem von der Pädagogischen Forschungsstelle der Freien Waldorfschulen herausgegebenen Buch über die Strafe. Besonders wirksam ist auch die kollektive moralische Verurteilung eines Kindes, das allein vor die Gesamtkonferenz bestellt wird. – Als gar nicht wirksam hingegen erwies sich der Versuch einer erfahrenen Heilpädagogin in Wuppertal, zwei Knaben, die sich die Nasen blutig schlugen, durch einen Zauberspruch zu bannen. Das ist nachweislich passiert! Sogar sprachgestaltet! Aber mitunter versagen selbst die äußersten Mittel. Das wird auch das Kultusministerium (Abtl. f. okkulte Forschung) einsehen müssen.“

aus Beckmannshagen, Fritz: Rudolf Steiner und die Waldorfschulen. Eine psychologisch-kritische Studie, Wuppertal 1984, S. 41 f.

0

dein vater scheint keine ahnung zu haben. aber wenn dir das zu wenig geld ist, dann solltest du dir was anderes suchen.

Und das kann man wo studieren? Das wird nur von einigen anthroposophischen "Akademien" angeboten... die Qualität der Ausbildung ist .... naja, unterirdisch. Kein Wunder bei dieser rassistischen und antisemitischen Ideologie.

safran123 10.05.2012, 08:40

Über Sinn und Unsinn der Waldorfpädagogik kann man streiten, aber seit 2009 kann man das in Master- und Bachelor- Studiengängen studieren:

http://www.freie-hochschule-stuttgart.de/studiengaenge/uebersicht.php

0
Reservist 10.05.2012, 08:48
@safran123

Das heißt grundsätzlich nichts, das war was ich erwähnt habe, die Qualität ist hier dürftig.

Es gibt ja z.B: an der Hochschule Viadrenna auch einige Masterarbeiten über Hellseherei. Inwiefern solche Sachen ernstzunehmen sind, lasse ich mal im Raum stehen.

Das da oben ist jedenfalls keine klassische Lehrerausbildung.

0
FragenFragenFra 10.05.2012, 14:03

Komischerweise gibt es an diesen "rassistischen und antisemitistischen" Schulen kein Gewalt wie an anderen Schulen....

0
QSE2000 10.05.2012, 14:40
@FragenFragenFra

Komischerweise kommt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachens da zu ganz anderen Feststellungen

...Schwerwiegende Delikte wie Raub oder schwere Körperverletzung kommen an Waldorfschulen demnach zwar nur selten vor. Die Statistiken zeigten aber, dass Waldorfschüler häufiger schlagen und zutreten. Auch komme es öfter zu Zerstörung privaten Eigentums.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/steigende-gewalt-an-waldorfschulen-1.2033064

Ach ja: komischerweise gibt es an Waldorfschulen auch "sehr selten Schüler aus Migranten- oder Unterschichtfamilien."

0
FragenFragenFra 10.05.2012, 15:06
@QSE2000

Vielleicht in Deutschland. In England oder Norwegen gibt es Migranten und Kinder aus Unterschichtfamilien in Waldorfschulen. Ich habe auch gehört dass z.B. In Berlin gerade eine Schule in Marzahl geöffnet wurde - sonst ein Problembezirk und die Schule ist gut besucht auch von Kindern dessen Eltern Hartz IV bekommen. Und das ist eine der Voraussetzungen der Waldorfschulen - es steht für alle Schichten offen.

0
QSE2000 10.05.2012, 16:22
@FragenFragenFra

Der ehemalige Waldorfschüler und Anthroposoph Sebastian Gronbach formulierte das im anthroposophischen Magazin „info 3“ so

„Ich konnte vor einigen Tagen erleben, wie die neuen Erstklässler eingeschult wurden. Zwei Schulen, zwei Bilder: Die Grundschule, eine Regelschule, feierte diesen Tag und begrüßte unter den Neuen ein gutes Drittel Kinder, mit dem, was man heute »Migrationshintergrund« nennt. (…) Der gleiche Tag, wenige Kilometer weiter. Eine Waldorfschule. Auch hier werden die neuen Kinder begrüßt. Das Bild unterscheidet sich kaum von dem in den vergangenen Jahren an dieser Waldorfschule: Kein einziges Kind mit Migrationshintergrund – doch; vor einiger Zeit gab es mal das Kind einer Anwaltsfamilie. Alle Kinder sprechen reines Deutsch. (…)"

und weiter gehts im Text:

"...Was Gronbach schildert, bestätigt auch eine Statistik des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ (KFN). In der „Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen“ wurde der ethnische Hintergrund der Schüler erhoben.

In der 4. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:

  • staatliche Grundschule: 22,6 %
  • Waldorfschule: 2,8 %

In der 9. Klasse der untersuchten Schulen betrug der Ausländeranteil:

  • Gesamtschule: 30,3 %
  • Waldorfschule: 4,0 %

Quelle:

http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

Bestimmt ist es in anderen Ländern anders - hast Du zufällig ein paar Zahlen dazu? (das war jetzt eine ironische Frage - denn ich weiß ja das Du keine Zahlen magst)

0

Was möchtest Du wissen?