Erfahrungen mit tonsipret?

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3 Antworten

Hallo RobotoMan12,

tonsipret ist nur dem Namen nach ein Homöopathikum.

In der klassischen Homöopathie werden Beschwerden mit Einzelmitteln behandelt, die erstens beim Gesunden ähnliche Symptome zu denen hervorrufen sollen, die der Patient hat - und die zweitens in aller Regel derart verdünnt angewendet werden, dass der ganannte Wirkstoff im Präparat gar nicht mehr enthalten ist: Globuli sind wirkstofffrei.

Da das Grundkonzept der Homöopathie naturwissenschaftlich unplausibel ist und entsprechend homöopathische hochverdünnte Präparate (sogenannte "Hochpotenzen") nie einen Wirksamkeitsnachweis erbringen konnten, hat der Gesetzgeber für die Homöopathie besondere, erleichterte gesetzliche Regelungen geschaffen, die es den Herstellern ermöglichen, diese Mittel ohne Nachweis einer Wirksamkeit auf den Markt zu bringen.

Das ist auch der Hauptgrund, warum "tonsipret", nach dem Du hier fragst, als "Homöopathikum" auf dem Markt ist: Der Hersteller kann so erleichterte Zulassungsbestimmungen ausnutzen. Eigentlich ist "tonsipret" nämlich kein der homöopathischen Lehre entsprechendes Mittel.

tonsipret enthält als Wirkstoffe Extrakte des "Spanischen Pfeffers" (also Paprika), Pockholz und Kermesbeere in pharmakologisch relevanten Mengen (also anders als bei echten Homöopathika). Bei keinem dieser Inhaltsstoffe ist jedoch eine Wirksamkeit bei Rachenentzündungen medizinisch belegt.

Über die Zulassung des Präparates als Homöopathikum genügt es jedoch weitgehend, "in vitro"-Arbeiten zum Wirksamkeitsbeleg vorzulegen: Das Mittel wird also zur Zulassung nicht klinischen Tests unterzogen, sondern muss lediglich im Reagenzglas gewisse Effekte nachweisen. Das ist eine erheblich niedrigere Hürde, weil ihr mit Konzentrationen gearbeitet werden kann, die man "im Patienten" ("in vivo") niemals erreichen könnte.

In solchen Reagenzglasarbeiten findet man dann auch eine vorsichtig formulierte "gewisse entzündungshemmende Wirksamkeit" ("a certain anti-inflammatory activity")

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1282868

Fazit: Ich würde

a) bedenken: "Pflanzlich ist nicht gleich harmlos oder nebenwirkungsfrei"

Wer auf Inhaltsstoffe allergisch reagiert (Kermesbeere ist nicht ungiftig), kann Nebenwirkungen haben wie bei jedem anderen pharmakologischem Produkt auch

b) mir nicht viel mehr davon versprechen als von jeden anderen Rachenbonbons auch. Allein das "Schnullen" regt die Speichelproduktion an und beugt dem Austrocknen vor. Bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung. Ob man da nun mehr mit erreicht als mit den üblichen "Wick", "Dr. Soldan", "Fisherman",... ist eine ganz andere Frage.

Ich würde sie an Deiner Stelle nehmen, wenn sie Dir schmecken... oder ansonsten zu denen greifen, die Dir besser schmecken. Bei mir sind das Lemocin. Die mag ich auch wegen des fehlenden "esoterischen Überbaus" der Homöopathie lieber. ;-)

Grüße

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Kommentar von charmpagner
22.10.2016, 18:21

Offenbar liegen keine Erfahrungen vor, worum es dem Fragesteller ausdrücklich ging. Daher halte ich die Antwort für wenig hilfreich. Stattdessen wird ein pharmazeutisches Produkt mit einer wenig sinnvollen Kombination vorgeschlagen, von dem noch dazu abgeraten wird:

Von Lemocin wird abgeraten (Stiftung Warentest), weil es wenig geeignet ist bei Rachen- und Mandelentzündung. "Die therapeutische Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen. Das Lokalantibiotikum (Tyrothrizin) ist gegen Viren nicht wirksam, Bakterien in tieferen Schleimhautschichten werden nicht erreicht.“



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Vielleicht eine Paprika essen stattdessen?

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Wenn man dran glaubt kann es wirken ^^

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Kommentar von Blitz68
18.10.2016, 23:41

:-) stimmt

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