Erfahrungen mit Psychopharmaka und Therapie?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Es kommt primär darauf an was für eine Angststörung du genau hast und wie stark diese ausgeprägt ist. Eine Übersicht über alle Angststörungen findest du hier: http://deprimed.de/angststoerungen/

Ich z.B. hatte eine extreme Panikstörung (die Hölle), welche ich nur mit Medikamenten in den Griff bekam. Bei anderen, bei denen die Beschwerden nicht so extrem ausgeprägt sind reicht meistens eine Psychotherapie. Grunsätzlich lassen sich Angststörungen im Vergleich zu anderen psychischen Krankheiten gut behandeln.

Eine Psychotherapie ist enorm wichtig, egal ob mit oder ohne Medikamente. Im Falle einer Angststörung wird vorwiegend eine Verhaltenstherapie empfohlen. Es ist wichtig eine Therapie mit einem Konzept zu machen und nicht einfach ein oberflächliches Gespräch beim Arzt oder Psychologen zu führen. Das Problem einer Psychotherapie ist einfach, dass es lange dauern kann bis sie wirkt. Dafür hat sie keine Nebenwirkungen.

Wenn die Beschwerden zu stark werden, kommen häufig auch Medikamente zum Einsatz. Dabei gibt es vor allem zwei Wirkstoffgruppen die dazu gebraucht werden um Ängste zu lösen.

  • Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Sie können einfach bei unmittelbarem Bedarf eingenommen werden und wirken hoch effektiv nach ca. 20-30 Minuten. Meine extremen Panikattacken waren durch Benzodiazepine bzw. Lorazepam (Tavor/Temesta) wie weggeblasen. Auch haben sie fast keine Nebenwirkungen (ausg. Müdigkeit) und man kann sie mit den meisten anderen Medikamenten kombinieren (jedoch nicht mit Alkohol). Das Problem dieser Benzodiazepine ist jedoch, dass sie bei längerem und regelmässigem Gebrauch (nach ca. 4-8 Wochen) abhängig machen. Zudem ergibt sich mit der Zeit eine Toleranzentwicklung was zur Folge hat, dass man immer höhere Dosen nehmen muss. Für den Notfallgebrauch sind sie jedoch ein Segen. http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  • Antidepressiva der SSRI und SSNRI Gruppe werden als Langzeitmedikation eingesetzt. Sie machen nicht abhängig und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung. Dafür haben sie andere Nachteile. Sie müssen täglich eingenommen werden (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf) und es dauert 3-5 Wochen bis sie wirken. Zudem haben sie vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen. Das perfide ist, dass diese Medikament die Angst zunächst verstärken können bis sie nach einigen Wochen angstlösend wirken. http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Wenn ohne Medikamente geht umso besser, wenn nur mit ist es auch kein Weltuntergang.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Angelwithwings
16.07.2017, 19:24

Danke das war echt hilfreich :)

0

Jede Angststörung ist anders. Da sind viele Faktoren wichtig zu beachten. Deshalb gibt es kein Medikament das für alle Angststörungen hilft. Genau so ist es auch mit Therapie.

Grundsätzlich gilt, die Kombination aus Medikation und Therapie ist die hilfreichste Intervention. Um heraus zu finden was dir helfen könnte musst du zu einem Facharzt, also einem Psychiater gehen. Der kann diverse Tests mit dir machen die helfen heraus zu finden was dein Weg sein könnte.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was könnt ihr empfehlen bei einer Angststörungen?

Das zu tun, was dir deine Ärzte und/oder Therapeuten sagen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meine Empfehlung.

Als erstes den Weg zum Arzt, dann Überweisung zum Neurologen für die Medikation und Gesprächstherapeut.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

bei Angststörungen kann eine Tagesklinik mit Sozialtraining helfen, außerdem Cipramil

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das macht der Psychiater mit dir individuell. Jeder braucht was anderes

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich empfehle gar nichts. Das macht dein behandelnder Arzt. Und dem solltest du vertrauen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?