Erfahrungen mit Magen Darm OP am Kaninchen

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hi Maded,

ich kann mich frosting nur anschließen. Magen-Darm-Operationen haben leider einen sehr schlechten Schnitt und sind mit großen Risiken verbunden. Das liegt an zwei Gründen:

1) Kaninchen sind sehr empfindliche Tiere die hohe Ansprüche an Narkose, Schmerzmanegement und Nachsorge stellen. Gerade bei Magendarmproblemen, haben die Kaninchen zuvor schon oft schlecht gefressen, was den Allgemeinzustand und die Narkosefähigkeit stark reduzieren kann

2) Leider ist der Magen-Darm-Trakt von Kaninchen extremst empfindlich. Wenn sie nicht regelmäßig fressen oder Verstopfung haben, dann kommt es schnell zu Schäden an den Strukturen. Diese lassen sich nicht immer in der OP erkennen. Die Därme werden leicht durchlässig und es kann zum Übertritt zu Bakterien und daraus resultierend einer Blutvergiftung kommen. Dazu kommt, dass man eigentlich nach einer OP an den Gedärmen 1-2 Tage nichts fressen sollte, um die Nähte nicht zu belasten und das ist bei einem Kaninchen natürlich (vor allem bei Vorschäden) extrem schwierig bis unmöglich. Es kann auch zum Stagnieren der Darmmotilität kommen, wenn diese nicht anregbar ist, wars das auch :(

Die meisten Tierärzte werden daher davon abraten, wenn sie andere Alternativen sehen und das würde ich auch dir anraten, wenn du merkst, es geht ihr besser.

Das stimmt schon dass eine Magen-Darm OP ziemlich risikoreich ist. Ich hatte selbst noch nicht so einen Fall aber ich würde meine Ninchen nicht operieren lassen und schon gar nicht wenn mir sogar der TA davon abrät.

Wenn doch schon Zeichen der Besserung aufgetreten sind dann führe diese Art der Behandlung doch weiter.

Ja das machen wir auch jetzt. Ist jetzt auch grad ein Tag um dass wir das machen. Sie ist auch schon ein wenig besser drauf. Ich hoffe nur dass es so raus kommt :(

0

Ich wünsche deinem Hässchen Gute Besserung :-/

Falls es wirklich nicht rauskommen sollte und es ihr Probleme bereitet kannst du ja über eine Operation nachdenken. Wenn sie aber dann schon sehr schwach und krank ist solltest du vllt auch in Erwägung ziehen sie einschläfern zu lassen :( Ich weiß nicht genau wie schädlich das Verschluckte ist aber wenn es sie sehr schwächt ist die Chance das sie eine OP überlebt natürlich noch geringer... Aber daran wollen wir mal gar nicht denken ;-)

Wenn du sie wirklich operieren lassen möchtest lass das am besten von einem echten Experten machen, der solche Operationen vielleicht auch schon öfters an Kaninchen durchgeführt hat.

Viel Glück :-)

1

Hallo maded8185,

Ostereierhase hat ja schon wunderbar erklärt, wieso solche OPs bei Kaninchen so extrem gefährlich sind. Eins meiner Kaninchen stand mal kurz davor, die TÄ ließ mir die Entscheidung und ich hab mich dagegen entschieden – eben wegen der immens hohen Gefahr. Ich weiß von so vielen Fällen, wo zwar die OP noch okay war, aber die Kaninchen an Folgeproblemen starben. Um zu erfahren, wo genau etwas festsitzt bei deinem Kaninchen, könnte übrigens mit Kontrastmittel geröntgt werden, das kannst du ja mal bei ihr ansprechen. Bis dahin würde ich besonders wasserreich füttern, evtl. auch (in Absprache mit dem Tierarzt!) Öl und z. B. Anis-Fenchel-Kümmel-Tee einflößen. Öl (gutes Speiseöl), damit es "besser flutscht", und viel Flüssigkeit, um den Darminhalt weich und geschmeidig zu halten. Und natürlich viel Rohfaser füttern, also neben Heu viel frisches Grün (rohfaserhaltiger als Gemüse), und auch für Bewegung sorgen, also z. B. viele Spielmöglichkeiten wie Buddelkiste, Tunnel etc. anbieten, die Bewegung schiebt den Darminhalt ja auch vorwärts. Und ich würde mit dem Tierarzt auch über eine regelmäßige Gabe von Dimeticon (als Sab Simplex auch frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen) sprechen, denn bei Verstopfungen bleibt der Magen-Darm-Inhalt ja länger im Magen-Darm-Trakt, was zu Gären, also sehr schmerzhaften und ggf. auch lebensgefährlichen Blähungen (Aufgasung) führen kann. Der erwähnte Anis-Fenchel-Kümmel-Tee ist da auch hilfreich, ich persönlich würde aber auch noch Dimeticon geben, prophylaktisch, ist ein leichtes Mittel mit sehr guter Wirkung.

Was es verschluckt haben könnte, weißt du nicht? Wäre natürlich super, wenn ihr da eine Idee hättet, um die Gefahrenquelle für die Zukunft abzustellen.

Alles Gute für den kleinen Patienten, lG Ninken

Also heute ist sie schon was besser drauf. Sie kommt aus dem Käfig raus und isst mehr. Viel mehr. Ist ein wenig aufgeweckter. Hat auch Kot ausgeschieden. Viel. Weiß aber nicht ob das was da drin war raus ist. Kann ja auch zusammen geknubbelter Kot gewesen sein. Die Ärztin konnte es zerdrücken meinte sie. Ich hoffe dass es ihr morgen auch besser geht.

0
@maded8185

Das hört sich doch super an :-) Im Moment steht ja wieder Fellwechsel an, da kommt es oft zu Verdauungsproblemen zu durch zu viele Haare im Bauch. Wenn die Köttel kleiner und härter werden, oft auch so kleine Köttel durch Haarstränge miteinander verbunden sind ("Köttelketten"), dann ist es sinnvoll, neben viel Rohfaserhaltigem und viel Wasserhaltigem auch mal "Nagermalt" zu geben. Ich hab gute Erfahrungen mit der Maltpaste von Gimbi gemacht, gibt´s z.B. beim Fressnapf oder man kann es bei zooplus/de bestellen. Es gibt Kaninchen, die zu Verstopfungen neigen (mein eines Kaninchen, das mal kurz vor der Not-OP stand, ist so ein Kandidat …), da ist es dann gut, bei Anzeichen von drohender Verstopfung das Nagermalt zu geben. Zu deiner Häsin noch mal: Gut, dass sie sich bewegen mag, unterstützt das, Bewegung ist super für den Weitertransport des Darminhalts. Sagst du morgen noch mal Bescheid, wie es ihr geht? Würde mich freuen. Weiterhin gute Besserung, lG Ninken

0

Ich sag morgen bescheid wie es ihr geht. Wir geben ihr das sab simplex auch. Da sie auch ein blähbauch hatte. Ihr hilft das gut. Sie isst immer mehr und das freut uns. Dass sie wieder Appetit hat. Hoffe es bleibt so. Danke für die netten Antworten :)

0

Guten morgen. Also unserer kleinen geht es wieder gut. Ich denke es ist raus. Sie frisst ganz normal und kommt raus und läuft im Garten hin und her. Sie ist noch ein wenig schwach aber ich denke das wird auch noch. War ja ne lange zeit die sie krank war. Und am Bauch fühlt man auch nix mehr.

0
@maded8185

Das freut mich sehr zu lesen :-) Eventuell müsst ihr das Sab Simplex noch mal ein bisschen weitergeben, eigentlich schleicht man es nach so einer Sache über ein paar Tage hinweg langsam aus, da sich nach so etwas schneller wieder Blähungen einstellen. Ich würde es ihr vorsichtshalber im Moment noch morgens und abends geben. Wenn ihr das nicht möchtet, beobachtet sie zumindest gut und gebt es ihr bei den kleinsten Anzeichen von Unwohlsein. Und ich würde mir auch das Nagermalt besorgen und bei kleiner und härter werdenden Kötteln geben. Nagermalt und Sab Simplex sind gute (und harmlose) Mittel, um solche Probleme eventuell schon im Keim ersticken zu können. Wenn ein Kaninchen allerdings erst mal heftige Symptome zeigt (Fressunlust, Bewegungsunlust, geschweige denn Schmerzsymptome oder Apathie), dann reichen diese einfachen Sachen natürlich nicht mehr aus, dann muss man sofort zum Röntgen etc. zum Arzt. Aber oft kann man die Sache halt wirklich im Keim ersticken mit einer angepassten Fütterung (viel Rohfasern, viel Wasserreiches), viel Bewegung, und eben ggf. mit Nagermalt und Sab Simplex. Weiterhin alles Gute für die Kleine und für euch, lieben Gruß, Ninken

0

Danke schön. Was ist denn dieses Nagermalt?

0
@maded8185

Eine Paste aus (u.a.) Malt, Ölen und Ballaststoffen. Hilft gerade bei zu vielen Haaren im Magen-Darm-Trakt meiner Erfahrung nach besser, als lediglich Öl einzuflößen.

0
@Ninken

Hier ein Link dazu (gibt´s auch z.B. bei zooplus etc.):

http://www.fressnapf.de/shop/gimbi-nager-malt-50g?gclid=CNO82feGz8ACFQoCwwodDz4Ayg

Papaya ist auch drin, hieß eine Zeit lang, das sei sehr gut bei Problemen mit verschluckten Haaren, was mittlerweile arg umstritten bis widerlegt ist, aber die anderen Inhaltsstoffe helfen offenkundig sehr. Wenn ich Nagermalt gebe, kommen die Haare super raus, die Köttel werden wieder normal groß, es hilft wirklich gut beim Abtransport …

0

Ok danke. Werd ich mir holen :)

0

Unser Häschen hat bis eben gut gegessen und wollte jetzt auf Klo und geht immer so mit dem Rücken nach oben. Kann es sein dass noch was nach geschoben wurde was sie nicht so gut raus bekommt? Wir haben ihr nochmal sab simplex gegeben und das Abführmittel. War es zu früh angesetzt? Es war doch alles gut. Wie lange soll sie es denn bekommen?

0
@maded8185

Was ist das denn für ein "Abführmittel"? Ist wichtig, bitte guck nach oder frag nach … Eventuell wären jetzt ein paar Gaben gutes Haushaltsöl hilfreich, aber kommt darauf an, was sie als "Abführmittel" bekommt, deshalb die Frage. Sab Simplex unbedingt weitergeben (ich würd´s noch dreimal am Tag geben; wie viel gebt ihr und wie schwer ist sie?), offenkundig ist ja noch nicht wieder alles okay, und da kann es halt schnell wieder zu Blähungen kommen. Wie lange das noch geht, kann ich dir nicht sagen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, musst du beobachten. Wir können auch gerne per PN in Kontakt bleiben, wenn dir das lieber ist. Motiviert sie weiterhin zur Bewegung und gebt ihr viel frisches Grün zu fressen, aber nur, was sie kennt und immer gut vertragen hat. Artenreiche Wiese zum Beispiel, Möhrengrün etc. Da ist einerseits viel Rohfaser in grober Struktur drin und andererseits Flüssigkeit, beides wichtig für den Schub. Und vermeidet kontraproduktives Futter wie Pellets, Trockengemüse etc. Trockenfutter gebt ihr ja nicht, oder? Wäre ganz schlecht, es quillt im Magen sehr auf. Und schreib mir bitte, was sie als Abführmittel bekommt. Hier noch ein Link zum Thema Verstopfung:

http://www.diebrain.de/k-verstopft.html

LG Ninken

0

Also heute morgen hatte sie wirklich große köttel die sie denke ich gestört haben bzw weh getan haben. Bis jetzt hat sie normal gegessen und geköttelt. Kann man es den vorbeugen dass nicht so Verdauungsprobleme hat? Können auch gerne pn schreiben. Gibst viele gute Tipps ;)

0

Ah ja das Abführmittel heisst denke ich lactulose. Bin jetzt nicht zu Hause.

0
@maded8185

Lactulose ist okay, es macht den Stuhl weicher und größer. Die sehr großen Köttel, die du gefunden hast, dürften zum einen an der Lactulose liegen, außerdem sind Köttel, die h i n t e r einer Verstopfung waren, auch zusammengeschoben gewesen und kommen deshalb als größere Köttel raus. Also ein gutes Zeichen, die großen Köttel :-)

Vorbeugen:

Erstens generell Fütterung ohne Fertigfutter und ohne Pellets (quillt alles im Magen sehr stark auf und entzieht dem Körper außerdem Flüssigkeit), stattdessen vor allem viel Grünfutter (Wiese/Blätter etc., Grünes vom Gemüse, z. B. Möhrengrün, Blätter von Mairüben/Radieschen/Blumenkohl, Blätter (und Stangen …) vom Knollensellerie, Blätter (und Stangen) vom Stangensellerie (manchmal bekommt man ja solche Stangen, an denen sehr viele Blätter sind, super Futter), frische Kräuter … Hab bestimmt noch einiges vergessen, ich geb dir gleich noch einen Link zum Thema Fütterung.

Zweitens: Viel Bewegung. Kaninchen haben nur eine sehr schwache Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, brauchen Wildkaninchen ja auch nicht, da sie ständig rumhoppeln auf der Suche nach ihrem natürlichen, rohfaserhaltigen Futter. Unsere Hauskaninchen brauchen genauso 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, herumzuhoppeln (Käfighaltung ist daher auch schlecht für die Verdauung, es sollte schon ein Gehege von mindestens 4qm sein für zwei Tiere, dazu häufig Auslauf auf noch größerer Fläche). Gehege und andere Auslaufflächen interessant gestalten, immer wieder mal was umstellen und/oder neu reinbringen, die Neugier führt dann auch zu mehr Bewegung :-)

Drittens: Auf die Köttel achten, insbesondere, wenn die Tiere viel haaren. Werden die Köttel klein und hart (oft auch unförmig dabei), flutscht es offenkundig nicht so gut im Darm. Die Köttel sind so klein und hart, weil sie ungewöhnlich lange im Darmtrakt waren und ihnen dabei Wasser entzogen wurde. Kleine, harte Köttel sind daher ein Warnsignal. Beim Fellwechsel sind oft auch Haare nicht nur in den Kötteln selbst, sondern auch dazwischen, man findet also "Köttelketten". An sich nichts Schlechtes, die Haare müssen ja raus, aber dann ist halt Beobachten sehr wichtig. Werden die Köttel zu hart und klein, gebe ich Nagermalt. Meistens reicht dann eine Gabe am Tag (bei einem 2-3 kg schweren Kaninchen gebe ich etwa 1 ml, ziehe mir das Nagermalt in eine Spritze und gebe es ins Mäulchen). Eventuell in den nächsten Tagen wiederholen. Man kann auch mal etwas gutes Haushaltsöl geben, Angaben dazu siehe Artikel von diebrain zur Verstopfung (hatte ich schon mal verlinkt). Und man kann auch mal etwas Tee einflößen, am besten einen, der zusätzlich noch gut gegen Blähungen ist (vorsichtshalber, kommt ja dann schneller mal dazu …), damit die Köttel weicher werden. Ich gebe dann gerne auch etwas Dimeticon (Sab Simplex oder direkt Dimeticon vom Tierarzt) zur Vorbeugung von Blähungen.

Wenn immer wieder zu kleine Köttel kommen, würde ich eine Kotprobe abgeben, auch unliebsame Darm-Mitbewohner wie Parasiten, "falsche" Bakterien oder zu viele Hefepilze können zu solchen Verdauungsproblemen führen. Kotprobe über mindestens drei Tage sammeln, nicht alles wird ständig ausgeschieden.

Und dann natürlich noch darauf achten, dass die Kaninchen an nichts rankommen können, was gefährlich werden könnte (PVC-Ränder, Gummi etc.). Ach ja, und als Einstreu für die Klos keine Strohpellets verwenden. Die werden leider von einigen Kaninchen gefressen und quellen dann immens im Körper auf … Besser z. B. Hanfstreu oder gutes, nicht staubiges Holzstreu (wie das für Pferde …), plus natürlich Stroh darüber, damit die Tiere nicht auf der nassen Einstreu sitzen nach ein paar Stunden …

Jo, so weit, was mir gerade so einfällt :-) Wenn du noch Fragen hast, immer gern, kannst mir auch ein Freundschaftsangebot machen. Lieben Gruß, Ninken

0

Was möchtest Du wissen?