Erfahrungen mit Genesung von einer Essstörung?

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2 Antworten

Das geht leider vielen Essgestörten so, dass sie die Krankheit nicht vollständig loslassen wollen. Das ist aber meistens die Essstörung, die einem das einredet. Diese Stimme kann man nicht so leicht betäuben, aber man kann vernünftig mit ihr argumentieren. Es ist auf jeden Fall gut, dass du dich für den Recovery-Weg entschieden hast, Daumen hoch!!!

Hier ein paar mögliche Denkanstöße.. 1. Regelblutung Die Regelblutung ist zwar unangenehm, aber immer nur alle 4 Wochen. Die Essstörung ist jeden Tag unangenehm. Außerdem, möchtest du dich in 10 Jahren über Unfruchtbarkeit ärgern? Möchtest du deine Libido (Lust an Sex) verlieren? Außerdem sorgt der weibliche Hormonhaushalt für ein intensiveres Gefühlserleben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mich einfach nur KRANK macht, nicht mehr so viel fühlen zu können. 2. Schwitzen Möchtest du einen Deodorant mit dir herumtragen oder ständig frieren? Möchtest du mal kurz auf die Toilette, um dich frisch zu machen oder möchtest du mal kurz auf die Toilette, um dich zu erholen, da dir der Alltag die letzte Kraft raubt? 3. Aufgebläht sein Also. Man bildet sich ein, der Bauch wäre dick und alle würden es sehen und hässlich finden. Aber stell dir mal die Frage: Wenn du dich normal bewegst, zum Beispiel auf einen Menschen zugehst, in den Bus einsteigst oder dich neben deine Freundin auf die Couch setzt oder was auch immer...Würde da IRGENDJEMAND auf deinen Bauch schauen, geschweigedenn bemerken, dass er dicker ist, als vor dem Essen? Hast du jemals einen Klassenkameraden angeschaut und dir gedacht : "Oh, der Bauch sieht aber so aus, als hätte der heute schon gefrühstückt." Niemand schaut auf deinen Bauch oder bewertet dich sogar danach. Und auch du musst dir immer wieder sagen: Ja, ich habe etwas in meinem Bauch und deshalb ist er jetzt dicker. Aber wenn er wieder leer ist, ist er auch wieder dünner. Mein Bauch hat gerade am Anfang meiner Genesungsphase abends manchmal das 2-2,5-fache Volumen gehabt. Auch jetzt ist er tagsüber deutlich geschwungener. Aber wenn ich den Pulli drüber hab, sieht man fast gar nichts mehr. Und wenn du etwas sehr enges und dünnes trägst, kannst du kurzfristig den Bauch immer noch einziehen, wenn du denkst, es schaut jemand. 4. Toilette Also, das kann ich nicht nachvollziehen..wenn ich aufs Klo muss, freue ich mich immer ein wenig, da ich mich dann irgendwie erleichtert fühle. Der Körper entsorgt damit nur Giftstoffe, unverdauliche Reste und Bakterien. Außerdem fühlt sich der Bauch danach auch nicht mehr so aufgebläht an. Der Körper braucht das Ausscheiden, um sich gesund und "sauber" zu halten. Möchtest du lieber 2 mal mehr am Tag aufs Klo oder willst du an Nierenversagen sterben und tagelang nicht kac*** können? 5. Gewichtsverlust Also das ist so ne Sache...Da möchte ich eigentlich gar nichts zu sage, da ich deine Motive nicht kenne und das halt das gefährliche Hauptsymptom der Krankheit ist, die aus dem Ruder gelaufen ist. Damit musst du dich abfinden, dass du aufs Abnehmen verzichten müssen wirst, wie ein Alkoholiker auf Alkohol.

Du wirst aber feststellen, dass nach einiger Zeit mit steigendem Gewicht auch deine Lebensfreude steigt. Die Genesung lohnt sich. Mit einer Essstörung KANN man NICHT glücklich sein. Wer etwas anderes behauptet, belügt sich selbst. Es gibt leider oft Rückschläge, aber man geht, wenn man es geschafft hat, stärker und schlauer aus der ganzen Sache.

Ich wünsche dir viel Glück! LG Elli

Ich kann dir nicht wirklich viele Tipps geben aber vielleicht helfen dir diese beiden : bzgl deiner Regel könntest du beim Frauenarzt die Pille verschreiben lassen. Wenn du sie durchnimmst bekommst du deine Regel auch nicht. Sprich dein Vorhaben aber mit der Ärztin ab. Ich mach das seit einigen Jahren weil ich extreme Schmerzen habe während meiner regel .. Gegen das schwitzen kann ich dir Niveau Stress Protect empfehlen.

Das sind wahrscheinlich nicht die Antworten die du dir erhoffst aber vielleicht kann es dir helfen dich ein wenig besser zu fühlen.

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