Erfahrungen mit einem Hund / Welpen aus dem Tierschutz.....wer kann mir da weiter helfen

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

ist leider wie so oft im Leben, es gibt überall auch schwarze Schafe. Finde es teilweise auch bedenklich das es private Tierschutzvereine gibt, die vor Ort zwar ganz viele Hunde vermeintlich retten. Aber die Anzeigen, bzw Beschreibungen der Hunde lässt oftmals drauf schließen, das sie keine Chance haben wenn man sie nicht sofort vermittelt. Liegt wohl daran das es viele tierliebe Menschen gibt, aber nur wenige die sich das leisten können oder fachkundig sind. Dann passiert es eben das Hunde vermittelt werden, die sehr krank sind, schlecht gepflegt sind, weil vor Ort keiner die Tiere auch richtig verpflegt hat. Oder eben das Geld für die Behandlung gefehlt hat. Auch kann es dann passieren das Hunde schlichtweg unter der falschen Rasse vermittelt werden, hatte mal ein im Geschäft stehen, der wollte ein Pointer vom Tierschutz, bekommen hat er ein Pitti-Mix mit flecken.

Solltest also wenn du zu einen Tierschutzverein gehst, die genauso prüfen wie ein Züchter auch. Dafür kannst du Erfahrungsberichte im Internet durchforsten, schauen wie die Tiere vor Ort untergebracht werden und ob manche Aktionen dir so sinnig erscheinen. Auch ist es ein gutes Zeichen wenn der Verein nicht nur Hunde vermittelt, sondern vor Ort Hilfe leistet um das Dilemma auf lange Zeit gesehen zu beenden, das können Kastrationsprojekte sein, Kennzeichnung der Hunde, Projekte das Bewohner die Hunde mitfüttern und die Unterstützung der Vermittlung zb durch Training vor Ort sein. Auch gibt es meist von den privaten Tierschutzvereinen im Ausland mit den hier heimischen Tierheimen Cooperationen, das zb auch das Tierheim mal Hunde herholt oder man sich zumindestens gegenseitig im Internet verlinkt. 

Meine Erfahrungen waren bisher durchweg postiiv. Und ich habe 2 Katzen und 2 Hunde vom Tierschutzverein. Die Katzen kommen aus den heimischen Tierheim, die Hündin kam aus Rumänien zu unser Tierheim und der Rüde kam von Fuerte Ventura angeflogen.Würde alle 4 nie wieder hergeben und hatte bisher bis auf Kleinigkeiten keine nennenswerte Probleme. Klar sollte sein, wenn man sich ein Hund kauft der keine Menschen kennt (reiner Straßenhund) oder ein Hund holt der bereits sehr schlechtes erlebt hat das das kein Anfängerhund mehr ist. Sondern das man da wirklich mit Wissen und Einfühlsamkeit rangehen muss um den Hund zu stabilisieren. Es gibt aber auch genug Hunde im Tierheim die gut sozialsiert sind und nix schlechtes erlebt haben und das sind gute Anfängerhunde in der Regel da man sie schon recht gut auch einschätzen kann.

Und das Schöne an einen Mischling ist eben auch das man ja auch ohne Vorurteil den Hund begegnen kann. Haben auch ein Podenco-Mix, das sollen ja so schwere Charackterhunde sein - unserer kennt die Rassebeschreibung nicht....er ist typisch Hund und das reicht uns auch :) Und grad bei Straßenhunden zb muss man ganz klar sagen das die auf der Straße eine ganz andere Lebenswirklichkeit haben als in einer Wohnung in Deutschland. Sie müßen ihre Kräfte sparen zum überleben auf der Straße. Das macht in der Regel sehr genügsam, die Hunde kennen ein Hundeleben was aus Schlafen, Futtersuche und pures Überleben besteht (Gefahren wie Autos, Menschen, Bahnen, Radfahrer, andere vielleicht übel gelaunte Hunde). Deswegen trifft man in den Beschreibungen eher selten auf Rasseeigenschaften, die können die Hunde auf der Straße gar nicht nachgehen. Größeres Problem ist das eben manche Rasse an ein Leben draußen zb in Spanien etc besser angepasst sind als manche andere Rassehunde. So werden viele Rassehunde die da nicht hingehören oftmals eben schneller krank, grad Schlappohrige Rassen zb auf den kanarischen Inseln haben teilweise wenig Chancen, die Ohren sind nicht gut belüftet und zusammen mit Zecken und den Klima echt ein großes Problem.

Bei Welpen aus den Tierschutz finde ich sollte man sich auf alles mögliche verlassen, aber nicht auf Wesens oder Charackterbeschreibungen, die über ist ein verspielter Welpe der noch alles kennenlernen will hinausgehen. Hier gilt das gleiche wie bei den erwachsenen, auf die Vorgeschichte kommt es an. Der Unterschied ist allerdings das es dann noch zu sicherlich mehr als 70% darauf ankommt was ihr draus macht. Also hier entscheidet ihr etwas mehr über die Zukunft. Wobei ich Anfängern meist eher dazu rate nicht den Welpen zu nehmen der ihm am meisten leid tut, sondern den dem Vorzug zu geben der den besten Lebensstart hatte. 

MFG

Danke!!

1

Viele Hunde aus dem Ausland werden ja schon von Deutschland aus vermittelt. Insofern besteht schon die Möglichkeit, sie vor der endgültigen Adoption kennenzulernen und nicht "die Katze im Sack" anzuschaffen.

Eine "Wundertüte" bekommt man aber trotzdem. 

Wir haben einen Hund aus Griechenland übernommen als er ein halbes Jahr alt war. Er war von Anfang an lieb und nett und sehr zurückhaltend. Hatte aber unheimliche Angst vor Männern. Bis heute kann man schlecht einschätzen, wie seine Reaktion Fremden gegenüber ausfällt. Auch im Umgang ist man auch nach 8 Jahren, die er jetzt bei uns ist, mit manch einem Verhalten konfrontiert, das man sich nur erklären kann, dass er eine schlimme Vorgeschichte gehabt haben muss. Genaueres über seine Herkunft konnte uns die Vermittlungsorganisation leider nicht sagen, nur, dass er offenbar in einer Mülltonne entsorgt worden ist. 

Problematisch sind auch die Aussagen der Vermittler ausländischer Hunde über die so genannten Mittelmeerkrankheiten. Wie mir hier in Deutschland eine damit sehr erfahrene Tierärztin gesagt hat, sind gerade die Tests im Welpenalter nicht zu 100% verlässlich, sondern man muss später noch mal einen Test machen, der Aufschluss darüber gibt, ob das Tier krank ist oder nicht. 

So sehr ich meinen Hund liebe und ihn ganz gewiss nicht mehr hergeben würde, aber für mich war das definitiv der erste und letzte Hund aus dem Ausland. Da seine Reaktionen nicht immer einzuschätzen sind, er mit manchen Menschen und Hunden immer noch seine Probleme hat, macht ihn manchmal nicht ganz so "alltagstauglich". 

Natürlich kann man nicht verallgemeinern, meine Mutter hat z.B. einen Hund aus dem ungarischen Tierschutz, da kann man kaum Unterschiede zu den "normalen" Hunden ohne traumatische Erfahrungen feststellen. 

Muss also jeder für sich selbst entscheiden, ob er so einen Hund aufnehmen möchte oder nicht, aber man sollte wohl immer bedenken, dass man nicht unbedingt einen normal sozialisierten Hund in seinem Leben hat und mit dem damit auftretenden Schwierigkeiten umgehen können muss. 

Danke für deine ehrlichen Worte!

1

Hallo,

die Gene, die in einem Hund stecken, vor allem bei Mixen, sind immer eine "Wundertüte".

Aber bei einem Welpen hat der Halter immer noch die ganze Bandbreite, den Hund so zu sozialisieren und zu erziehen, dass nur Positives bleibt.

Das ist bei einem älteren Hund schon schwieriger, die ja mit Sicherheit auch schon viele negative Erfahrungen gemacht haben - auch mit den Menschen.

Es ist also ungleich schwieriger, einen älteren Hund zu korrigieren - und das bedarf meist auch einer Menge Erfahrung und Zeit und Geduld.

Und natürlich werden dir selten die "negativen" Aspekte eines solchen Hundes vor Augen geführt - denn dann wäre die Chance, ihn zu vermitteln, ja noch schwieriger. Immer auch darauf achten, welche Organisation hinter einer Auslandsadoption steckt - mittlerweile gibt es da wohl auch eine "Tiermafia", die mit dem Mitleid der Menschen Geld verdienen will. Nichtsdestotrotz gibt es auch seriöse Vermittlungen - da wird man dir aber auch die problematischen Verhaltensweisen mitteilen.

Wir haben vor sechs Wochen eine spanische Podenca in unser Rudel integriert - dass sie einen unbändigen kaum kontrollierbaren Jagdtrieb hat, sagte man uns. Daran arbeiten wir fleißig (einen starken Jagdtrieb kennen wir aber auch seit 35 Jahren von unseren Whippets).

Hunde aus einem ortsnahen Tierheim kann man wenigstens kennenlernen - Hunde aus dem Ausland leider nicht. Und dann braucht man eine seriöse Organisation im Rücken - mit einem Plan B, wenn es gar nicht klappen sollte.

Gutes Gelingen

Daniela

Danke Daniela.....

0

es kommt sehr auf die organisation an, die den hund vermitterlt. ich habe meinen hund von der deutsch-spanischen tierrettungsgesellschaft "albamadrid" - die arbeitet auch mit den loklaen tierheimen Deutschland zusammen.

man hatte sehr lange mit mir ueber meine lebensverhaeltnisse gesprochen und mir dann den dafuer idealen hund vermittelt. der bereichert seit 13 jahren   unser leben (kam mit ca 18 monaten zu uns...) er war genauso wie er beschrieben wurde und es gab auch keine "versteckten fehler"..

in den langen gespraechen war klr -sie wissen sehr vile uber das verhalten des hundes und seinen bedeurfnissen und wollten wirklich dass tier und halter zusammen passen..

5
@inicio

Es wäre wünschenswert wenn es mehr solcher Orgas geben würde!!! ;-) 

2

Ich habe eine 6 Jahre alte Schäferhündin aus dem Ausland kommen lassen. Ein Traumhund. Ein wahrer Schatz war sie. Sie musste ich leider nach weiteren 6,5 wunderschönen gemeinsamen Jahren aufgrund Hemangiosarkom vor drei Tagen einschläfern lassen. Sie fehlt mir . RIP kleine Maus!!

Oh. Mein Beileid.

1

Was möchtest Du wissen?