Erfahrungen Hochbegabter mit Zufriedenheit ihrer Leistungen, wie erlebt ihr es?

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4 Antworten

Hallo :),

Bevor ich dir antworte, würde ich dir gerne ein bisschen über mich erzählen: Ich bin auf absolut gar keinen Fall hochbegabt und habe auch kein ADHS; im Gegenteil, ich kann mich ohne Probleme stundenlang auf etwas konzentrieren. Was ich dir damit sagen wollte: In den entscheidenden Punkten ticke ich komplett anders als du... Ich weiß also nicht, ob ich deine Situation zu 100% nachempfinden kann...

Jetzt zu deinen Fragen: Mathe ist ein tolles Fach :), und ein gutes Beispiel für meine Antwort. In meiner letzten Klausur hatte ich 14 Punkte- ein super Ergebnis. Das Heft liegt auf meinem Schreibtisch und bei jedem Blick dorthin, ärgere ich mich aufs Neue über meine Schusselfehler, durch die ich keine 15 Punkte hatte :D. Andere aus meiner Klasse haben sich utopisch über 4 Punkte gefreut... So verschieden sind die einzelnen Menschen ;). Ich schätze dein Charakter fällt einfach in die Klasse der ehrgeizigen und perfektionistischen Charakterzüge (schließlich weißt du, dass du es besser gekonnt hättest). Ich schätze an diesen Eigenschaften können wir nicht viel ändern, sie liege einfach in unserer Persönlichkeit...

Zu simple Dinge... Ich musste bei der Frage sofort an meinen alten Philosophielehrer denken :D. Er hat sich teilweise 60 Minuten mit dem bloßen Inhalt eines Textes beschäftigt *-*- eines SEHR einfachen Textes... Alle anderen Unterrichtsgespräche waren auch alle ziemlich flach... Ich habe mich wirklich ziemlich gelangweilt und irgendwann noch nicht mal mehr im Unterricht aufgepasst. Warum auch? Der Text war nach einmaligem Lesen klar und der Rest der Stunde war somit für mich uninteressant. Den Rest des Schuljahres habe ich also völlig gelangweilt dagesessen und am Ende nur 9 Punkte im Zeugnis gehabt, da meine mündliche Beiteilung natürlich nicht unbedingt die Beste war (als Synonym für fast nicht vorhanden, zu verstehen :D). Gottseidank, haben wir jetzt einen anspruchsvolleren Lehrer ;). Ähnlich sieht die Situation jetzt leider auch bei mir in Deutsch aus... Eine Möglichkeit wäre, dass du nach fordernden Aufgaben fragst und deinen Lehrern das Problem schilderst... Was mir ansonsten immer ganz gut hilft um im Unterricht bei der Sache zu bleiben, ist die Darstellungsweise des Lehrers zu analysieren. Wie ist der Unterricht aufgebaut? Warum stellt er diese Frage? Zu welchem Ergebnis will er kommen? Ist diese Methodik geeignet? Was könnte man im Allgemeinen besser machen? Was signalisiert seine Körpersprache? Zum einen ist das immer ein bisschen Kopfarbeit jeden einzelnen Schritt zu zerlegen und zum anderen kann ich mir vorstellen, dass dir dies auch dabei hilft, dass du keine Punkte mehr in Diskussionen überspringst. Überlege dir immer, ob es nicht noch einen kleinmaschigeren Schritt geben könnte ;). Gibst du Nachhilfe? Vielleicht könntest du damit anfangen... Dein Schüler wird sicher nicht hochbegabt sein und du lernst schnell welche Schritte in deiner Argumentationskette nachvollziehbar sind und welche noch einen Zwischenschritt bedürfen ;)!

Die letzten paar Monate zum Abitur schaffst du- auch mit langweiligem und nervigem Unterricht. Danach kannst du dich für einen anspruchsvolleren Studiengang entscheiden und dann dein Potential voll entfalten (Hast du eigentlich schon Pläne, was du nach deinem Abi machen möchtest?)

Viel Glück :)! 

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Vielleicht könnte es eine Motivation für dich sein, mal an deiner Rechtschreibung und Grammatik zu arbeiten. Oder ist das eines der Dinge, die für dich zu simpel also uninteressant sind? Du willst nächstes Jahr dein Abitur machen, aber was dein Schreibvermögen angeht, hast du extreme Defizite. 

Dass du mit deinen Noten unzufrieden bist liegt an deinem Stolz und deinem Ehrgeiz. Du hast selbst hohe Maßstäbe an dich. Ein solcher Ehrgeiz kann aber auch zu pedantischem Perfektionismus führen, auch zu einer Zwangsneurose unf Angststörungen. Du solltest dir einen freiheitlichen Ausgleich suchen, bei dem du deinen Stress abbauen kannst. Am besten irgendetwas mit körperlicher Betätigung. Wenn du für ein paar Stunden in der Woche loslassen kannst und dich mal nicht auf deine Leistungen konzentrieren musst, kannst du dich ein wenig entspannen. Du läufst sonst Gefahr, dich zu übernehmen.

Wenn du in Gesprächen über gewisse Punkte hinweg springst, dann solltest du lernen, deinen Gesprächspartnern mehr zuzuhören. Sei nicht immer der bestimmende Part und der Lenker des Gesprächs. Lass den anderen eine Chance, dir zu folgen. Und nimm dich etwas zurück. Viele Menschen können gut erzählen, aber nur wenige können gut zuhören.

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir.

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thatrandomguys 13.11.2016, 00:31

Hallo Markus,

erstmal danke für deine Antwort. Das meine Rechtschreibung und Grammatik in der deutschen Sprache mein größter Schwachpunkt ist, das ist mir bekannt. Das ist auch meine größte Schwäche ich kann anderen des öfteren meine Standpunkte nicht gut erklären, da ich halt viele Punkte meist überspringe,da ich meist schon 3 Sätze weiter in Gedanken bin und so enstehen auch meißt komische Satzformulierungen. Ich nehme mir deinen Rat zu Herzen und habe gleich eine weitere Frage. Hättest du evtl. ein Tipp für mich wie ich es hinkriege auf den Satz zu konzentrieren den ich grad formuliere und nicht über den Satz nachdenke der direkt danach kommt? Vllt hat ja auch jemand anders eine Antwort über mich, ich freue mich über jeden Tipp, jeden Anreiz oder sonstiges.

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MarkusPK 13.11.2016, 00:40
@thatrandomguys

Da hilft nur Übung. Eine ziemlich stumpfsinnige, aber wirkungsvolle Übung ist es, jeden Tag eine halbe Seite eines Buches einfach abzuschreiben. Hierbei lernst du, dich auf einen einzigen Satz zu konzentrieren, ihn abzuarbeiten und dann den nächsten Satz abzuschreiben. Da du dir hierbei keine Gedanken mehr machen musst, weil du ihn ja bloß kopierst und nicht selbst formierst, lernst du dadurch vielleicht, deinen zu schnellen Kopf zum Schweigen zu bringen. Du könntest auch beginnen, ein Tagebuch zu führen, um auch das Formulieren zu üben.

Die einzige andere Methode:nach jedem Satz diesen noch einmal kontrolllesen. Und das jedesmal sofort. Leider kommt man so total aus dem Flow und vergisst oft, in welchen Zusammenhang man den gerade geschrieben Satz denn nun setzen wollte und verliert schnell den roten Faden.

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thatrandomguys 13.11.2016, 17:22
@MarkusPK

Ich werde sobald der Prüfungsstress vorbei ist sofort damit anfangen täglich einen kleinen Zeitungsartikel abzuschreiben. Schaden kann es ja nicht ;). Die zweite Methode ist glaube eher unpraktisch für mich, da ich schon ohne das kontrolllesen Probleme habe mich zu konzentrieren, damit würde ich ja ewig an einem kleinen Absatz sitzen.

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Ich kann, vom ADHS abstehen, eigentlich nahezu alles nachvollziehen, was du berichtest. Diese Phase zu erleben, dass man diese Leistung erbringen muss, ist normal, da du auf diese Perspektive getrimmt wirst und zu wenig Lebenserfahrung besitzt. Es ist ein langer Prozess des Lernens, dass man sich nicht an diesen Erfolgen messen oder aufhängen darf. Genauso, wie man seine Prioritäten setzt. Aus philosophischer Betrachtung resultiert sogar, dass die Noten in der Schule letztendlich völlig irrelevant sind. Man benötigt Willenskraft und Vernunft, um darüber zu stehen. Aber das wirst du im Laufe der Zeit vermutlich selbst bemerken. 

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Deine Frage kommt mir bekannt vor?? Und wenn ich rechne, dann bist du mit 5 Jahren eingeschult worden. Und für einen Abiturient ist dein Deutsch miserabel, egal wie du das begründest. Im späteren Arbeitsleben wird es keinen interesserieren wie du das begründest. Trotzdem alles Gute

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paulklaus 13.11.2016, 12:02

Jaaa ! Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion, Stil / Syntax sind "leicht unterirdisch"...

Aber angeblich - so lernte ich mal - sollen noch so gravierende Defizite in DEN Bereichen NICHT im Widerspruch zur Hochbegabung stehen...

(Merkwürdige Logik ?!)

pk

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