Erfahrungen bitte - Wie habt ihr euer Studium finanziert?

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11 Antworten

Ich hatte eine kleine Wohnung außerhalb der Stadt, die weniger gekostet hat als so manches studentische Wohnklo in Uni-Nähe. Dadurch hatte ich den einzigen echten Luxus meiner Uni-Zeit: Mehr Platz als die meisten. Die hatten aber in der Regel auch im Gegensatz zu mir ein Elternhaus, in das sie am Wochenende zurückkehrten.

Finanziert habe ich mich durch Bafög, Kindergeld, Halbwaisenrente und Jobs, erst Kassieren (auf Aushang reagiert), dann Werksstudent in einer großen Firma (die Mutter eines Freundes war dort in der Personalabteilung), danach an der Uni (diverse kleinere, lausig bezahlte HiWi-Jobs, die für die Kommilitonen aus wohlhabendem Elternhaus uninteressant waren) und während des Magisters schon freiberuflich in meinem Fach (Hinweis einer Kommilitonin, es würden dort Leute gesucht und - ganz absurd - Leistung). Die Kassiererei war von den Zeiten zu steif und das halbe WE ging dafür drauf, deshalb der Wechsel in den Werkstudenten-Job, wo ich meine Arbeitsstunden in die Lücken zwischen den Uni-Veranstaltungen schieben konnte. Die Uni-Jobs und die freiberufliche Arbeit waren zeitlich einigermaßen flexibel, letztere war der Startpunkt dafür, dass ich auch nach dem Magister Geld in meinem Orchideenfach verdienen konnte. Meist habe ich während des Semesters ca. 10 Stunden in der Woche gearbeitet (mal deutlich mehr, mal weniger, wenn beispielsweise Prüfungen oder Seminararbeiten anstanden), in den Semesterferien habe ich dann soweit möglich kräftig aufgestockt.

Unterstützung durch meine Familie hatte ich keine, am Anfang hatte ich geringe Rücklagen, da ich zwischen Abi und Studium teils Vollzeit gearbeitet hatte, die waren aber nach dem ersten Jahr und ein paar größeren Exkursionen dahin.  Am schwierigsten war die Finanzierung meines Auslandssemesters.

Nachdem mein vorheriger Lebensstil auch alles andere als berauschend war und das Verhältnis zu meiner Familie mehr als angespannt war, habe ich vor allem meine neu gewonnene Freiheit genossen, gen Ende des Monats wurde das Essen halt meist recht schlicht. Für mich war das relativ normal, etwas frustrierend war der Kontrast zu den Studenten, die von den Eltern alles bekamen, was sie wollten. Ab und an hätte ich es gerne auch mal ein bißchen leichter gehabt.

MiaSidewinder 27.02.2017, 16:29

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

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Also ich habe ein Appartment.

Mit etwas Zuschuss von den Eltern. Haupteinnahmequelle war über die Zeit gesehen 10% Bafög, 70% Stipendium und 20% HiWi an der Uni.

Meine Jobs waren Tutor  (über meinen vorherigen Betreuer der Bachelorarbeit) und über meinen Betreuer der Masterarbeit ( dauer etwa 1 Jahr). Sozusagen über Beziehungen.

Zeitlich war das kein Problem, aber für das Stipendium musste ich meine Noten im Oberen Bereich halten.

WG bzw. Studentenwohnheim. Finanziert über Bafög, Waisenrente und Arbeit. Gekellnert im Restaurant, Weihnachtsmarkt, Gemüsehandel, später Werkstudent im Museum. Letzteren Job über Beziehungen bekommen. Weil ich viel reisen musste für meine Magisterarbeit, hatte ich gegen Ende ein Stipendium der Universität. Dafür hatte mein Magistervater gesorgt.

Da ich mit Studieren beschäftigt war, habe ich mir wenig Gedanken über meinen Lebensstil gemacht. Ich fühlte mich schon privilegiert, überhaupt studieren zu können. 

Ich hatte im ersten Semester drei Nebenjobs. Wollte es mir nicht von meinen Eltern finanzieren lassen, sondern selbstständig sein. Und mich gleichzeitig für Stipendien beworben und eins bekommen. Nicht alle Stipendiengeber schauen übrigens auf sehr gute Noten (ich weiß, dass es viele Bewerber abschreckt). Freiweilliges Engagement und Zielstrebigkeit zählen auch.

Ganz klassisch:

Zimmer im Studentenwohnheim

Solange meine Schwester auch noch in der Ausbildung war Bafög und dann hatte ich zum Schluss noch ein Stipendium.

Ansonsten jedes Wochenende am Samstag im Restaurant eines Möbelhauses gearbeitet und in den Semsterferien dann in Vollzeit.

Zum Ende des Studiums noch einen Hiwi-Job im Rechenzentrum.

Eine Notfallkasse gab es nicht. Studienfahrten wurden über die Arbeit in den Semesterferien bzw. Werkstudent nach meinem 2. praktischen Semester finanziert.

Eine nette Frage. Ich habe ca. 1970 studiert, in der DDR. Das Studium hat mir neben den üblichen Schreibmaterial ein Buch für 70 Mark (und ein paar andere) und eine monatliche Studiengebühr von 7 Mark gekostet. Da paßt sicher nicht über die allgemeine Negativberichterstattung in der DDR, aber es war so.

Hallo!
Ist bei mir schon lange her...
Habe von den Eltern Geld bekommen , bin aber auch ( parallel in 2 Jobs) jobben gegangen..

Eigentumswohnung, einige Jahre vorher gearbeitet und gespart + Studienkredit.

Hallo!
Ich hatte einen Nebenjob in einem Cafe und bin am Wochenende auch in einer Disco jobben gegangen. Dadurch kam ich finanziell ganz gut über die Runden.

Arbeit auf 450€-Basis das ganze Jahr lang und Bafög.

Bei den Eltern im Keller gewohnt und den nach und nach ausgebaut. 2-3mal unter der Woche in der Kneipe gejobbt. Sogar am Vorabend einer mündlichen Prüfung, Kneipe abgeschlossen und dort noch gelernt und stinkend wie ein Bock nach Rauch und Alkohol angetreten und bestanden, aber gerade noch so ;)

Achso, nebenher habe ich auch noch Unterhalt gelöhnt.


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