Erfahrung mit Lithium

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2 Antworten

Hallo carolle,

Lithium wird als Rezedivprophylaxe u. a. bei depressiven Erkrankungen eingesetzt, insbesondere bei bipolaren (manisch-depressiven) Störungen, da auch eine antimanische Wirkung nachgewiesen ist.

Vor Beginn einer Lithium-Therapie müssen einige Voruntersuchungen durchgeführt werden. Da Lithium nur über eine geringe therapeutische Breite verfügt, müssen vor allem zu Beginn der Einstellung, wie auch später regelmässig der Lithiumspiegel durch Laborkontrollen bestimmt werden.

Nebenwirkungen treten häufig nur zu Beginn der Therapie auf, können aber oft durch Dosisreduktion wieder behoben werden. Zu den häufiger auftretenden Nebenwirkungen gehören Probleme beim Wasserlassen, vermehrter Durst, Gewichtszunahme und gelegentlich auch Veränderungen der Nieren- oder Schilddrüsenwerte, weshalb diese im Laufe der Behandlung auch regelmässig überprüft werden sollten. Ich kenne eine Menge Patienten, die Lithium nehmen, und kann Ihnen sagen, dass eine Gewichtszunahme nur leicht bis mässig oder gar nicht auftritt.

Da eine Lithium-Therapie eine längerfristige Behandlung darstellt, sollte bei Frauen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden und nicht in Planung sein.

Alles in allem wird Lithium meist gut vertragen und hat nicht zuletzt auch deshalb als Prophylaxe in der Depressionstherapie nach wie vor einen hohen Stellenwert.

Viele Grüße

carolle 12.10.2010, 02:27

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.Dafür ein Däumchen.Bei der Kombination von mehreren Medikamenten ist es nur manchmal ganz gut,Nebenwirkungen auch zuordnen zu können.Wenn es nur Lithium wäre,wäre die Sache wohl tatsächlich erträglich.Wohl dem,der nur Lithium braucht.

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rayondesoleil 12.10.2010, 21:52
@carolle

Ich kann Sie insofern beruhigen, dass die wenigsten Patienten "nur" Lithium nehmen. (Kein wirklicher Trost, ich weiß...)

Sprechen Sie am besten Ihren Arzt direkt auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten an. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, sie sich nicht mit Lithium vertragen. Wenn Ihrem Arzt aber alle Medikamente, die Sie einnehmen, bekannt sind, wird er das berücksichtigen.

In der Regel erhalten Patienten zu Beginn der Lithium-Einstellung eine Informationsbroschüre und einen "Lithium-Paß", in dem die Tagesdosis und der aktuelle Lithium-Spiegel eingetragen sind. Diesen können Sie dann anderen Ärzten vorlegen, damit diese ebenfalls über Ihre Lithium-Medikation informiert sind.

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hier - ganz unten auf der seite - gibt es erfahrungsberichte von anderen darüber: http://www.sanego.de/Medikamente/Lithium/

carolle 11.10.2010, 07:05

Ja,danke.Da war ich schon.Ist aber auch nicht sehr ergiebig.

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