Erfahrung mit gehobener Sprache?

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1 Antwort

Was auch immer du im Internet gefunden hast - wenn du dich wirklich für die deutsche Sprache interessierst, dann empfehle ich dir zur Einstiegslektüre dieses Buch:

- Gerhart Wolff: Deutsche Sprachgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. 6. Aufl. 2009.

Ansonsten gibt es aus allen Epochen sprachliche Besonderheiten, die meist nichts mit den phantasiereichen Formulierungen zu tun haben, derer sich z. B. manche Filme befleißigen. Alldieweil auch viele Mittelaltermärkte belegen, dass sich die dortigen Darsteller bemüßigt fühlen, Vergangenheit vorzugaukeln, indem sie möglichst verdreht und geschraubt zu formulieren sich bemühen. Mögest du von deinem Glauben Abstand nehmen, dass das irgendetwas mit der historischen Realität zu tun hätte.

Es gibt leider aus der ferneren Vergangenheit keine Tonaufnahmen, die belegen könnten, wie die Menschen ihre Sprache artikuliert haben. Aber wir haben eine große Menge an epochenspezifischer Literatur. Für das Hochmittelalter gebe ich dir unten ein Beispiel, aber für das spätere Mittelalter (Oswald von Wolkenstein, Kaiser Maximilian I.), das 16. (Martin Luther), 17. (Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen, Friedrich von Logau) und 18. Jahrhundert (Goethe, Schiller) ist immer die jeweilige Literatur zu Rate zu ziehen.

Nun zum angekündigten Beispiel aus dem Mittelalter, einem der schönsten deutschsprachigen Liebesgedichte, das dir einen sprachlichen Eindruck (Mittelhochdeutsch) vermittelt - den Autor kennt man leider nicht:

Dû bist mîn, ich bin dîn.
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen,
verlorn ist das sluzzelîn:
dû muost ouch immêr darinne sîn.

MfG

Arnold

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