Erfahrung mit Blinden Pferden?

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7 Antworten

Hallo, 

wenn man bestimmte Vorkehrungen trifft, dann kommt ein blindes Pferd sehr gut damit klar. Sie orientieren sich dann durch ihr Gehör. Das heißt, du solltest anfangen viel mit Stimme zu arbeiten. Gibt Trainer, die auf blinde Pferde spezialisiert sind. Die können die zeigen, wie du richtig mit Stimme arbeitest und dich dabei korrigieren. 

Wie alt ist denn deine Stute? Normal ist ein blindes Pferd auch noch reitbar. Hier wird dann auch hauptsächlich über Stimme und noch mit Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck gearbeitet. 

Wegen der Haltung: Am besten steht sie mit einem Pferd, mit dem sie sich ganz gut versteht zusammen. Ich würde sie nicht in eine größere Gruppe dazu gesellen. Zudem würde ich darauf achten, dass da kein Stromzaun angebracht ist, sondern was aus Maschen oder Holz, was ggf etwas höher gebaut ist. 

Schau mal hier: https://www.facebook.com/tirza2008/ Hier wird ganz gut erklärt, wie man mit einem blinden Pferd arbeiten kann. Die Dame macht ja grade das Selbe mit ihrer Stute durch. Vielleicht kannst du sie ja mal anschreiben und sie kann dir noch den ein oder anderen Tipp geben. 

Ich wünsche euch alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Urlewas
29.06.2016, 13:17

Das mit den Stromzäunen verstehe ich sowieso nicht: heutzutage braucht jedes Pferd mindestens eine Paddockbox oder gar einen Aktivstall - aber mit Strom Zaun muss es leben!

Früher, als Pferde noch einzeln im Ständer gehalten wurden, kam es auf eine Weide, die mit einem hölzernen Koppelzaun umgeben war. Das war völlig klar - wo kein Koppelzaun war, gab es kein Pferd. 

Mit Strom wurden nur Kühe eingesperrt...

Schließlich muss sich jedes Pferd wohl mindestens 1-2 x im Leben einen Stromschlag ( vermutlich an der empfindlichen Nase) holen, bevor es lernt, da weg zu bleiben. So was hätte der Bauer seiem Pferd nie zugemutet....

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Kommentar von LoveDancing
29.06.2016, 16:27

Und es gibt auch Pferde, die die Bande anhand des Echos ihrer Schritte erkennen können und so auch frei dort laufen können.

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Kommentar von Lheurebleue
30.06.2016, 07:44

Hallo, Danke für die liebe Antwort. Meine Stute ist leider erst 17 Jahre alt. Nicht mehr reitbar ist sie nicht, wegen der Blindheit sondern einem so empfindlichen Rücken, dass sie dabei nur Schmerzen hat. 

Noch ist es ja Gott sei Dank noch nicht soweit, aber das andere Auge erblindete Komplett in 3 Monaten. Und ich möchte so gut es geht verbreitet sein.

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Oh Mensch, das tut mir Leid. 

Aber mit dem Verlust eines Auges kommen viele Pferde erstaunlich gut klar. Ein halb blindes Pferd sehen wir regelmäßig auf Turnieren. Ihm fehlt ein komplettes Auge, deshalb bin ich mir sehr sicher, dass es halbblind ist. Und dieses Pferd geht trotzdem L und M-Springen!

Der Wallach meines Ältesten wurde erst aufgrund eines Tumors auf dem einen Auge blind und kam, weil es schleichend war, Anfangs damit zurecht, wurde aber immer schreckhafter und weil er auch noch andere gesundheitliche Probleme hatte, kam er schon in recht jungen Jahren auf eine Rentnerweide zusammen mit unserem alten Pony. Die beiden hatten eine echt schöne Zeit. Er duldete zwar niemand anderen an seinem Pony und verkloppte gnadenlos, wen immer er in dessen Nähe fand,  weshalb die beiden auch nur zu zweit blieben. Doch das fanden sie wirklich gut. Dann gab es nach einigen Jahren Metastasen und auch das andere Auge verlor nach und nach seine Sehkraft. Solange er sein Pony hatte und an den Orten war, an denen er sich auskannte, war auch totale Blindheit kein großes Problem. Natürlich war er stellenweise noch schreckhafter, wenn Unvermutetes auftrat, aber über weite Strecken kam er echt gut mit seiner Blindheit zurecht. Erst als die Tumore für ständige starke Schmerzen sorgten, mussten wir ihn leider wehen Herzens erlösen. 

Doch meine persönliche Erfahrung mit einem erst halbblinden und dann ganz blinden Pferd haben mir gezeigt, dass auch diese sich in ihr verändertes Leben einfinden können, speziell wenn es schleichend ist und sie sich nach und nach daran gewöhnen. Es kommt aber auch auf das Wesen des jeweiligen Pferdes an - der eine reagiert gelassen und versucht sich in Ruhe zu orientieren und der andere wird panisch und schädigt sich dabei unter Umständen selber.

Ich drücke Dir und Deinem Pferd ganz fest die Daumen, dass alles gut geht und er sich gut zurecht finden wird, er einen Freund findet, der ihm beisteht und ihm noch ein paar schöne Jahre bleiben.

ich habe nun den dritten, der sehbehindert ist bzw blind, 26 und 30 Jahre valt und Herden-tauglich*(wenn man weiß, wie) und reitbar

der halbblinde geht um Gechirr, so daß die blinde eite von einem Kumpel abgedeckt wird - man mekrt nix !!! NUR wenn ein fremder ihn führt, kann es mal auffallen, daß er sich nicht von beiden eiten gleich gut führen läßt, inzwischen auch geritten (6 Monate), klappt auch gut, mag draußen aber am liebsten neben einem Kumpel gehen oder dahinter

als beim anderen die Erblindung plötzlich kam, war er erstmal scheu auf der kranken Seite, hat ich aber binnen weniger Wochen dran gewöhnt und mir wieder geglaubt, daß er überall mit mir hingehen kann, egal ob geritten,geführt oder im Einspänner

beidseitig blind, bzw nur noch hell-dunkel-sichtig - wie oben, aber viel unauffälliger, da der prozeß seeehr langam voranging, voll reitbar, allein oder in der Gruppe, drinnen oder draußen - NATÜRLICH muß ich für ihn gucken !
und trotz einer Schwerhörigkeit, klappt alles prima - ich denke, er riecht jetzt aufmerksamer.

Hab keine Angst!

auch mit E-BANDzäunen kommen die klar !  sie prüfen in die Luft hinein bis gaaanz dicht vor dem Zaun.

 bitte VOR der Vollständigen Erblindung einen Parnter für den Lebensabend zugesellen und eine endgültige Haltungstelle

obwohl: meine Süßen ziehen  mit den blinden in wechselnder Herdenkonstellation monatlich von Weide zu Weide - einmal den Zaun abgehen reicht ihnen

Dein Pferd muß lange noch nicht sterben !

Der Stallwechsel sollte auf jeden Fall stattfinden, wenn sie noch auf einem Auge sehen kann. Wenn ein Kumpel dabei ist, mit dem sie befreundet ist, kann dieser sozusagen der "Blindenhund" werden. Dann ist sie auch nicht ganz orientierungslos. Es gibt blinde Pferde, die geritten werden, der Reiter muss dann dem Pferd das Augenlicht ersetzen. Insgesamt musst Du abwarten, wie sie sich verhält und dann entscheiden.

Kommentar von Lheurebleue
29.06.2016, 07:58

Natürlich findet der Stallwechsel davor statt. Reiten möchte ich sie eh nicht mehr großartig, sie hat mir gezeigt, dass sie genug hat. Und eine Kleine Herde gibt es dann dort auch :)

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Meine Reitbeteidigung ist auch blind und hat keine Probleme damit...
Kommt halt drauf an wenn das Pferd unruhig ist muss man ganz ruhig reiten weil er sonst in Panik geriet...

Kommentar von FelixFoxx
29.06.2016, 09:20

Da es mir hier immer öfter auffällt: Es heißt Reitbeteiligung...

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Kommentar von coskie
30.06.2016, 08:02

Rein theoretisch ja egal wie es geschrieben wird... Aber danke

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Kommentar von kruemel84
29.06.2016, 09:53

Schnief....

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Geritten werden ist für ein blindes Pferd besser, als seinen Kumpels überlassen zu werden, da Pferde ja viel über Körpersprache korrespondieren.

Kommentar von Lheurebleue
29.06.2016, 08:00

Sie wird aber zu 90% nicht mehr reitbar sein, das hat aber andere Gründe. Ich denke, wenn sie einen Freund dort findet, in einer kleinen Herde mit 4 - 5 Pferden und sie dann erst etwas sehen kann, ist es keine blöde Option.

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