Erdogans EU Beitritt?

6 Antworten

[...] leider konnte ich nur den üblichen Amateur-Journalisten Müll finden

Dann hast du definitiv nicht mehr als 5 Minuten recherchiert oder sagst das jetzt einfach nur so. Es gibt sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel nur über den gewollten EU-Beitritt der Türkei:

https://de.wikipedia.org/wiki/Beitrittsverhandlungen_der_T%C3%BCrkei_mit_der_Europ%C3%A4ischen_Union

Wie dem auch sei.

Bereits im Jahr 1999 wurde die Türkei als Beitrittskandidat anerkannt. Die Verhandlungen begannen und gingen logischerweise über Jahre hinweg. Allerdings konnte man sich nicht einigen. Das kannst du auch ganz schnell an gar nicht so lange vergangenen Dingen schnell erklären.

Die EU hat viele Richtlinien und ist u.a. dafür da, Menschenrechte auszubreiten und für Gesundheit zu sorgen. Die EU-Richtlinien sind quasi Gesetze für Mitgliedsländer der EU. Wenn ein Land gegen sie verstößt, muss es z.B. Sanktionen zahlen, wobei wir natürlich von erheblich hohen Summen im Millionenbereich reden.

Demnach muss in den Beitrittsverhandlungen auch geschaut werden, ob ein Land sich überhaupt eignet und passt. Dabei ist die Gesetzeslage und die Regierung an sich der entscheidende Faktor. 

Doch der türkische Präsident Erdogan hat genau das getan, was die EU kein Stück sehen möchte. Demokratische Elemente immer weiter abschaffen. Nach dem Putschversuch galt quasi ein Ausnahmezustand, der Erdogan noch mehr Macht gab. Deswegen glauben auch viele, dass der Putschversuch inszeniert war. Dann hat er sich aufgrund dessen noch mehr Macht durch das Referendum zusprechen lassen. Die Stimmen waren bei 50,4%, mehr als knapp. Sehr sicher wurden diese Wahlen sowieso manipuliert, weswegen man auch davon sprechen kann, dass das ohne den Einfluss gar nicht passiert wäre. 

Dazu auch noch folgender Satz vom Wikipedia Artikel:

"Am 6. Juli 2017 sprach sich das EU-Parlament für eine Aussetzung der Gespräche aus, sollte die Türkei die mit dem Referendum beschlossenen Verfassungsänderungen vom April umsetzen."

Zeigt also noch deutlicher, dass er sich selbst ins Aus gespielt hat.

Während dieser Geschehnisse hat Erdogan sich immer unsympathischer gemacht. Merkel und ganz Deutschland ohne Ende als Nazi's bezeichnet, weil z.B. irgendwann ein pol. Auftritt seinerseits in Deutschland verboten wurde, was z.B. auch die Niederlande noch viel eindeutiger taten. Dass niemand in seinem Land jemals eine pol. Rede halten dürfte, der Werbung für sein Land machen würde, ist dabei natürlich für ihn egal. Um es mal auf gut Deutsch zu sagen: Es war ohne Ende Propaganda. Alle als Nazis bezeichnen, was einfach nur ganz offensichtlich Schwachsinn ist und überhaupt keinen Sinn ergeben hat. Dabei richtete er sich am meisten immer gegen Deutschland und Merkel.

Jetzt rate mal, welches Land das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union ist. Richtig, es ist Deutschland. Demnach sitzen in den entsprechenden Parlamenten auch am meisten Deutsche Politiker. Dass das nicht förderlich für den EU-Beitritt der Türkei ist, ist klar. 

Dann kam es immer weiter zu Festnahmen von Beamten, schon direkt nach dem Putschversuch war das so. Aber es hörte nicht auf. Ohne Ende Entlassungen und auch Deutsche Journalisten wurden festgenommen, weil sie etwas gegen Erdogan sagten. Das hat mit Presse- und Meinungsfreiheit, die die EU ebenso schützen will, gar nichts mehr zu tun. Die Beitrittsverhandlungen lagen demnach immer weiter auf Eis, was Erdogan selbst nur förderte. Deutschland wollte die Türkei demnach auch nicht in der EU sehen:

https://www.welt.de/politik/ausland/article167907656/Deutsche-wollen-Abbruch-der-tuerkischen-EU-Beitrittsverhandlungen.html

Auch Juncker, der Präsident der Europäischen Komission, quasi der Präsident der EU, sagte, dass die Türkei "Zurzeit nicht beitrittsfähig" ist:

http://www.epochtimes.de/politik/europa/zurzeit-nicht-beitrittsfaehig-juncker-glaubt-aktuell-nicht-an-eu-beitritt-der-tuerkei-a2230692.html

Vor wenigen Tagen sagte Erdogan dann, nachdem man ihm schon klar sagte, dass ein Beitritt so niemals möglich ist, dass die Türkei nicht mehr beitreten wolle. Es wäre ihm "gleichgültig", sagte er. Er tat quasi so, als wären sie zu cool für die EU, um es mal wieder blöd zu sagen.

https://www.derwesten.de/politik/tuerkei-braucht-laut-erdogan-keine-eu-mitgliedschaft-mehr-id212104365.html

Da habe ich trotz meinem Wissen garantiert mehr für recherchiert als du. Denk mal drüber nach.

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Liebe Grüße

TechnikSpezi

Guten Tag,

de facto sind die Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union (EU) mit der Türkei bereits gescheitert und können nicht mehr zu einem positiven Abschluss führen. Dieses Unterfangen scheitert schon allein an der Zypern-Frage, die sich offenbar nicht lösen lässt. Hinzu kommt die Einführung eines Präsidialsystems, die nicht mit den eine Grundvoraussetzung für einen Beitritt bildenen Statuen der EU-Kommission vereinbar ist.

Aus jenem Grunde kommt immer wieder der Vorwurf auf beide Seiten wären gegenüber der jeweils anderen nicht ehrlich.

Zwar könnte man der EU zudem vorwerfen, dass sie die antidemokratische
Entwicklung nicht konsequent sanktioniert iSd Kriterien für einen
etwaigen Beitritt, so ist es mittlerweile nicht mehr nur in
diplomatischen Kreisen ein offenes Geheimnis, dass die ohnehin viel zu
lang andauernden und zudem äußerst schleppenden Beitrittsverhandlungen
mit der Türkei spätestens seit dem Referendum zum Präsidialsystem
endgültig gescheitert sind und somit eine Beendigung der
Beitrittsverhandlungen und der damit verbundenen (nicht unerheblichen)
Fördermitteln nun geboten wäre, allerdings ist fraglich, ob dieses
Signal seitens der EU sinnvoll wäre.

Ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen seitens der EU könnte als Ausschluss eines Staates aufgrund seines islamischen Prägung in politischer Hinsicht missverstanden werden.

Meines Erachtens setzt die EU darauf, dass die Türkei sich durch Wiedereinführung der Todesstrafe im türkischen Strafrecht selbst disqualifiziert, weswegen die EU hier zuwartet.

Erdogan möchte einen EU-Beitritt der Türkei (schon allein aus wirtschaftlicher Sicht), diesen allerdings zu seinen Bedingungen, worauf sich die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten nicht einlassen wird.

Allerdings wird auch Erdogan im Falle eines Abbruchs der Beitrittsverhandlungen sowie im Falle eines EU-Beitritts der Türkei gestärkt aus dieser Situation gehen.

Bricht die EU die Beitrittsverhandlungen endgültig, also offiziell, ab, so wird Erdogan eine Feindseeligkeit seitens der EU gegenüber der Türkei als Grund hierfür ausmachen.

Tritt die Türkei irgendwann der EU bei, so ist dies sein Projekt, dass er als starker Präsident erfolgreich beendet hat.

Dies stellt allerdings nur einen Auszug aus seit 1999 andauernden zähen Verhandlungen dar, in denen bislang erst ein einzige Kapitel erfolgreich abgeschlossen wurde, während acht Kapitel suspendiert werden mussten.

Es wäre mir neu, wenn Erdogan seinen EU-Beitritt beantragt hätte.

Die Türkei ist seit 1999 offizieller Beitrittskandidat.

Seit 2005 laufen die Beitrittsverhandlungen.

Die Grundlagen wurden schon im Ankara Abkommen 1963 gelegt.

Das Hauptproblem bei den Beitrittsverhandlungen ist nicht Erdogan, sondern seit Beginn der Verhandlungen, dass die Türkei das Gebiet eines EU Mitgliedes, nämlich Zyperns, nicht anerkennt.

Seit 2007 bezieht die Türkei Annäherungsbeihilfen von der EU. Bis 2020 werden das 8,5 Mrd. Euro sein.

Die Verhandlungen waren schon vor Erdogans Egotripp schwierig und zäh, wegen der Themenmenschenrechte, unabhängikeit der Justiz, angeblicher, oder tatsächlicher Folter in den Gefängnissen usw. usw.

Zu dem Thema lassen sich viele unabhängig Quellen finden und auswerten.

Ach so, ich bin Hobby-, aber kein Amateurjournalist. Wenn ich journalistisch schreibe, bekomme ich Geld.

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