Erdogan / Türkei: Bemängelt er an Deutschland, was er selbst in seinem eigenen Land noch viel fieser betreibt?

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10 Antworten

Seit dem 1. WK ist das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland wie das zwischen einem kleinen Bruder zum großen Bruder.

Die aktuellen Macho-Gebärden von Erdogan gegen Deutschland sollen vorallem den Türken signalisieren, dass Erdogan für eine starke, selbstbewußte Türkei steht, die sich von seinem großen Bruder emanzipieren möchte.

Die Türkei möchte DE und der EU im Allgemeinen auf Augenhöhe begegnen und das macht Erdogan wohl, indem er nicht die Türkei aufwertet, sondern die EU-Mitgliedstaaten abwertet und "von oben" runterholt, auf seine Augenhöhe...

Warum der Mehrheit der türkischen Bürger dabei das Herz vor Nationalstolz aufblüht, ist wohl eine andere Frage....

Sonja66 06.07.2017, 10:49

Kann ich mir auch so gut vorstellen, genau. Danke!

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Nein.

Das kann man so nicht sagen, jedenfalls nicht mit deinem Vergleich. Angemessener wäre der Vergleich mit den Einreiseverboten für deutsche Bundestagsabgeordnete, die die Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt in Incirlik besuchen wollten.

"Das türkische Volk" ikann nichts be,erken, weil es eine abstrakte Begriffsverallgemeinerung ist ohne jedwede Subjektqualität. Unter den Türken wiederum gibt es durchaus viele, die Erdolfs Bigotterie bemerken und ihm entsprechend ihre politische Unterstützung versagen. Das Referendum konnte er ja nur sehr knapp für sich entscheiden.

Ebensowenig hat "Deutschland" irgendeine Subjektqualität. Ansonsten mache ich mir keinerlei Sorgen, dass die Bundesregierung Erdolf gegenüber hinreichend Standfestigkeit an den Tag legt.

Dein letzter Absatz ist sprachlich verhunzt und nicht zu verstehen.

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Sonja66 06.07.2017, 11:11

Das kann man so nicht sagen, jedenfalls nicht mit deinem Vergleich. 

Ok. Und warum? Du sagst einfach nein ohne jegliche Begründung.

Angemessener wäre der Vergleich mit den Einreiseverboten für deutsche Bundestagsabgeordnete, die die Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt in Incirlik besuchen wollten.

Ok. Und warum das? Würde gerne besser verstehen!

Unter den Türken wiederum gibt es durchaus viele, die Erdolfs Bigotterie bemerken und ihm entsprechend ihre politische Unterstützung versagen. 

Viele? Und doch zu wenig?
Aber gut, ist ja deren Sache.....

Erdolfs Bigotterie 

^^ und :D -  "Erdolf" für mich ein neuer Begriff.

Dein letzter Absatz ist sprachlich verhunzt und nicht zu verstehen.

Soso.....

Also das Verhalten von Menschen bezüglich Diktatoren fasziniert mich irgendwie. Ich mein, dass sich sooo viele Menschen (weltweit) von wenigen Menschen immer wieder so viel Fremdbestimmung aufdrücken lassen. Steckt dahinter etwa eine Angst vor Freiheit?

Diktatoren in D werden vielleicht eher Lobbyisten genannt, Politiker sind eventuell ihre Marionetten. Das Thema fesselt mich immer wieder und ich vermute Ängste, Bequemlichkeit, mangelnde Bildung, zu wenig Ziele und so ..... dahinter, wenn Menschen sich freiwillig zu sehr einschränken lassen.

Naja, und ich frage mich, wo wohl die Grenzen der Deutschen so sind, bis sie sich adäquat gegen Fremdbestimmung und Machtüberhang wehren. Sind diese vielleicht nur vermeintlich enger gesetzt, als die der Türken, weil man es aufgrund einer Themenverschiebung nur schwer erkennen kann.

Ansonsten mache ich mir keinerlei Sorgen, dass die Bundesregierung Erdolf gegenüber hinreichend Standfestigkeit an den Tag legt.

Würde mich ärgern, wenn wir uns von ihm zu viel gefallen lassen würden, unsere Werte brechen und so weiter und so fort.....
Ich hätte lieber ein D, dass sich selbst treu ist.

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atzef 06.07.2017, 11:29
@Sonja66

Bei dem Auftrittsverbot der Bundesregierung für Erdogan handelt es sich um ein Verbot gegenüber einem ausländischen Staatsoberhaupt, Der FS vermischt das nun mit Beeinträchtigungen für die Opposition in der Türkei, wobei die ja durchaus auch weiterhin demonstrieren darf, siehe den "langen Marsch" des CHP-Vorsitzenden.

Bei den deutschen Bundestagsabgeordneten handelt es sich aus türkischer Sicht ebenfalls um ausländische Politiker, die letztlich Wahlkampf und Stimmenwerbung unter Landsleuten im Ausland betreiben wollen.

Fast exakt die Hälfte. Schau dir halt mal das Ergebnis des Referendums an.

Die meisten Menschen, die unter Diktaturen oder in Autokratien leben müssen, tun das ja nicht freiwillig und motiviert, sondern bei Strafe für Leib und Leben erzwungenermaßen. Daran finde ich nichts Faszinierendes.

Diktatoren mit Lobbyisten, also Interessenvertretern gleichzusetzen, ist dummes Propagandagesülze extremistischer Provenience und denunziert, was essentiell für eine funktionierende Demokratie ist: Interessenvertretung! 

Hinter dieser Art der "Kritik" schimmert unverkennbar der kleine stalinistische oder faschistische Führer hindurch, der sich im Besitz der Interessenidentität mit "seinem Volk" wähnt - und dann maßgebliche Teile davon, die da nicht hineinpassen, wegsperrt - im günstigeren Fall...

Durch wen werden "wir" den fremdbestimmt? Und deine Ausführungen zum "Machtüberhang" sind erneut sprachlich ebenso verhunzt wie inhaltlich unbestimmt und beliebig.

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Sonja66 06.07.2017, 12:14
@atzef

Danke, verstehe jetzt!

Die meisten Menschen, die unter Diktaturen oder in Autokratien leben müssen, tun das ja nicht freiwillig und motiviert, sondern bei Strafe für Leib und Leben erzwungenermaßen.

Ja schon. Aber sie könnten sich ja dagegen wehren, auch wenn es Opfer kostet, denn was bleibt denn sonst schon noch Lebenswertes übrig?

Daran finde ich nichts Faszinierendes.

Wie gesagt, ich schon. Welche Hintergründe zu solch einem Verhalten führen. Das interessiert mich schon sehr.

In der Türkei finde ich, geht alles so schleichend, dass man doch alles Freiheitsraubende leicht erkennen könnte.

Diktatoren mit Lobbyisten, also Interessenvertretern gleichzusetzen, ist dummes Propagandagesülze extremistischer Provenience und denunziert, was essentiell für eine funktionierende Demokratie ist:
Interessenvertretung! 

Aber natürlich geht es um Interessen. Ganz klar! Wohl aber nur die Weniger.

Diese Wenigen haben schon ganz schön Macht, wie ich meine......

Durch wen werden "wir" den fremdbestimmt?

Durch Werbung?
Durch latente Suggerierung?
Durch Gesetze und Bestimmungen?
Als Vasallenstaat der Westalliierten von den USA?
Von solcher Art Managern wie Peter Löscher, Siemens-Vorstandsvorsitzender, Paul Achleitner, Finanzvorstand der Allianz, Jens Weidmann, Dieter Zetsche, Vorstandschef Daimler, ....?
Durch Repräsentanten der Verbände?
Energiekonzerne?
Lebensmittelbranche?
Durch die Falschen?  ;-)
Banken?
Medienkonzerne?

Beispiele für Dinge, die wir zum Teil gegen unseren Willen tun müssen:
Steuern zahlen, Gebühren, Wehrdienst leisten, Straßenverkehrsordnung, Schulbildung,…

Diese Dinge werden durchgesetzt von…. Behörden, Polizei, Ämtern, Ministerien, Regierungen,… sprich Staatsorganen.

Klar, durch Wahlen vom Volk an die Volksparteien übertragen. Die aber handeln gerne anders, als sie sprechen.

Und weiter befinden sich natürlich entsprechende Drahtzieher hinter all den Politikern.

Fremdbestimmt natürlich nur, wenn wir dabei mitmachen, es zulassen.

Und deine Ausführungen zum "Machtüberhang" sind erneut sprachlich ebenso verhunzt wie inhaltlich unbestimmt und beliebig.

Stimmt doch gar nicht. Nur du kannst sie nicht nachvollziehen.  ;-)

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Erdogan ist ein verlogener Dikator und Muslim - davon gibt es jede Menge. Andererseits ist Türkei ein gespaltenes Land, ein Teil davon ist immer noch fortschrittlich. Bei denen dürfte er wenig Sympathie haben. Aber die Mehrheit scheint, wie leider in allen muslimischen Ländern, ihm in seinem Konservativismus und Antiwestlichkeit zu folgen.

Hier mehr über die Türkei und Ihrer wechselvollen Entwicklung: http://geschichte-forum.forums.ag/t698-die-turkei-nach-ataturk-kampf-zwischen-fortschritt-und-ruckschritt-welche-rolle-spielt-der-islam-der-kranke-mann-am-bosporus

Sonja66 06.07.2017, 11:29

Andererseits ist Türkei ein gespaltenes Land,,,

Das findet sich irgendwie heutzutage in mehreren Ländern so, also das Gespalten-sein.

Aber die Mehrheit scheint, wie leider in allen muslimischen Ländern, ihm in seinem Konservativismus und Antiwestlichkeit zu folgen.

Hoffentlich tun dies die Deutschen nicht, auch wenn es andere Lebensbereiche betrifft.
Oder folgen wir hier zu sehr dem Kapitalismus und Lobbyisten?

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napoloni 06.07.2017, 15:40

Erdogan ist ein verlogener Dikator und Muslim

Der zweite Teil dieser Zeile war unnötig. Man sagt ja auch nicht, Hitler war ein verlogener Diktator und Vegetarier.

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Mastrodonato 06.07.2017, 20:30
@napoloni

Und wieder einer dieser naiven Islamverharmloser. Er hatte mal gesagt: Unsere Minarette sind unsere Lanzen, unsere Kuppeln die Helme und die Gläubigen unsere Soldaten. Und so ist es auch. 

Ausserdem dürfen Muslime Andersgläubige belügen. Und er hat schon auch mit Unruhen gedroht, die Muslime in Europa anrichten würden und wenn wir weiterhin so naiv sind es auch tun werden.

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Viele religiös konservative Türken sehen heute in Erdogan eine religiöse Retter-Figur. Sie haben die Kemalisten mit ihrer laizistischen Politik als repressiv empfunden. Sie sagen: Erdogan befreit die Religion aus ihrer Unterdrückung. Erdogan wird von vielen fast schon mit dem Prophet gleichgesetzt.

Lesenswert: Politischer Islam - Erdogan als Erlöser
http://www.deutschlandfunk.de/politischer-islam-erdogan-als-erloeser.886.de.html?dram:article_id=380737

Sonja66 06.07.2017, 10:15

Womit wir auch wieder beim Thema Bildung wären.....
Und genau die wird von ihm natürlich eingeschränkt.

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Nikkom 06.07.2017, 10:22
@Sonja66

So sehe ich es auch. Eine Diktatur braucht eine große bildungsferne Unterschicht, und das weiß natürlich Herr Erdogan.

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Nun ja, das ist aber normal. Wir alle neigen dazu, den Splitter im Auge des anderen zu wahrzunehme und den eigenen Balken nicht zu sehen.

Das hörst du hier in Straßeninterviews fast täglich. "Das muss doch mal gesagt werden dürfen." Oder noch besser: "Wir haben doch Meinungsfreiheit."

"Ja," denke ich dann zynisch. "Und das wäre das Erste, was ihr abschaffen würdet."

Von daher lösen solche Sprüche wie die von  Erdogan stets nur verärgertes Achselzucken bei mir aus.

Sonja66 06.07.2017, 14:21

Wir alle neigen dazu, den Splitter im Auge des anderen zu wahrzunehme und den eigenen Balken nicht zu sehen.

Oh ja! Da sagst du was!

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"Wer nicht für mich ist, ist wider mich."

Alle, deren Meinung von der Erdowahns abweicht, sind natürlich Terroristen oder stecken zumindest mit Ihnen unter einer Decke.

Wer will schon gerne Terrorist sein?

Es ist schon eine Schande, dass das "Volk" diesem Schmierenkomödianten so auf den Leim geht. Insbesondere das hier in Deutschland lebende.

Wir Deutschen können aus eigener Geschicht erkennen, wo das hinführt.

Sonja66 06.07.2017, 11:23

Wir Deutschen können aus eigener Geschicht erkennen, wo das hinführt.

Eben. Hoffentlich lernten wir daraus und machen nicht den selben Fehler.

Oder stecken wir da schon mittendrin und unsere Diktatoren heißen einfach nur Lobbyisten?

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Kritik an Erdogan ist nicht erlaubt, nur er darf andere kritisieren. Das ist doch nicht so schwierig zu verstehen. 

Sonja66 06.07.2017, 10:53

Stimmt auch wieder, weiß gar nicht, was ich habe....  ;-)

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Bevarian 06.07.2017, 18:39

;)))

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Wir Türken wollen ihn ja auch nicht und ja wir merken alles was er sagt, das Problem ist wir können nichts dagegen tun, weil er bei jeder Wahl schummelt. Er hat überall seine Leute deshalb können wir nichts machen.

Sonja66 06.07.2017, 10:10

An die totale Ausgeliefertheit und Hilflosigkeit glaube ich grundsätzlich nicht. Wenn sich genug Mutige finden würden, dann wären diese viel genug, um dagegen aufzubegehren.

Aber es erfordert natürlich enorm viel Mut und Courage (= die Rage des Herzens).

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lifestyle76 06.07.2017, 10:16
@Sonja66

Stimmt, man müsste sein Leben aufs Spiel setzen und langjährige Haftstrafen riskieren, wie viele andere Türken, die gegen ihre Regierung aufgestanden sind. Nicht alle haben diesen Mut, auch weil sie Verantwportung für ihre Familie tragen. Da 50% für und 50% gegen die Verfassungsänderung waren, würde es auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen. Die Verantwortlichen wissen das genau und nutzen es für ihre Zwecke.

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Sonja66 06.07.2017, 10:52
@lifestyle76

Ja, da ist sicherlich was dran.

Aber ohne Rebellion, Aufstand, Bürgerkrieg oder so..... stelle ich mir die Frage, was den Menschen dann noch bliebe.

Was bleibt den Menschen, wenn sie nicht für ihre Freiheit kämpfen? Unterdrückung, Fremdbestimmung...?

Haben Türken Angst vor Freiheit?

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lifestyle76 06.07.2017, 11:45
@Sonja66

Würdest Du im Angesicht einer langjährigen Haftstrafe und den Berichten über Folter in den Gefängnissen gegen Deine Regierung kämpfen? Gerade heute wurden wieder führende Mitglieder von der türkischen Amnesty International Sektion verhaftet.

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Sonja66 06.07.2017, 12:18
@lifestyle76

Also einmal will ich schon sagen, dass das natürlich eine gewaltige Sache ist. Keine Leichtigkeit. Aber wenn ich sehe, wie Menschen ohne Aufbegehren dahin vegetieren, würde ich mich wahrscheinlich lieber meiner Angst vor dem Tod stellen, denn so hätte es für mich absolut keinen Sinn weiter zu leben.

Gefangen gehalten und gefoltert wollte ich natürlich nicht werden, wenn es irgendwie ginge, würde ich lieber den eigenen Tod dann vorziehen.

Und wenn sich dafür genug finden könnten, dann würde ja die Macht z.B. Erdogans stark mindern. Sind es nur zu wenige, die gegen ihn oder Fremdbestimmung rebellieren, kann er natürlich immer wieder alles unter Kontrolle bringen.

Ja, ich denke wirklich, dass ich so mutig wie nur irgend möglich sein wollte. All diese Menschen brachten anderen Menschen immer wieder Freiheit und Frieden.

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Dahika 06.07.2017, 14:09
@Sonja66

Wenn sich genug Mutige finden würden, dann wären diese viel genug, um dagegen aufzubegehren.

Tja, das hätten wir mal vor ca 85 Jahren beherzigen sollen.

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Dahika 06.07.2017, 14:11
@Sonja66

Genauso viel oder so wenig wie jedes andere Volk,das in einer Diktatur lebt, auch. Die haben keine Angst vor der Freiheit, sondern Angst vor Gefängnis und Folter.
Es ist immer so einfach, wenn man satt und bequem auf dem Sofa vor dem Fernseher hockt, vom Aufbegehren zu reden mit dem Wissen, dass man selbst nur zum Kühlschrank laufen muss.

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Sonja66 06.07.2017, 14:24
@Dahika

Es ist immer so einfach, wenn man satt und bequem auf dem Sofa vor dem Fernseher hockt, vom Aufbegehren zu reden mit dem Wissen, dass man selbst nur zum Kühlschrank laufen muss.

Deshalb ja meine ersten zwei Sätze!

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Sonja66 06.07.2017, 14:25
@Dahika

Tja, das hätten wir mal vor ca 85 Jahren beherzigen sollen.

Stimmt.

Du siehst also dafür aktuell keine Notwenigkeit?

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kiing001 07.07.2017, 16:04

Klar wollen wir Erdogan!

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Klasse Frage, Daumen hoch! Du hast ja so Recht. Ich hoff inständig, das Merkel nicht schon wieder einknickt. 

der hat ja auch den Knall nicht gehört

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