Erbschaftsstreit Frage an einen Anwalt?

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10 Antworten

Meine Oma hat ihr Haus vor einigen Jahren jeweils zur Hälfte an meine Mutter und ihren Bruder überschrieben.

Hier spielt die genau Zahl der Jahre eine Rolle. Der geschenkte Wert erhöht den Wert des Gesamterbes. Pro Jahr wird der Wert aber um 10% reduziert.

Mein Onkel sagt, er könne nicht einfach aus der Erbfolge ausgeschlossen werden, er müsse vom Erlös sämtlicher Besitztümer ein Viertel erhalten (unabhängig von der Immobilie, da gehört ihm ja die Hälfte).

Der Onkel kann aus der Erbfolge ausgeschlossen werden. Aber er hat durch den Ausschluss anspruch auf eine Pflichtteil. Der Pflichtteil ist kein Erbteil, sondern ein Anspruch in Geld gegen die Erben. Er entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Man beachte, das sie Übertragung der Immobilie pflichtteilmindernd auswirkt. Lebzeitige Geschenke des Erblassers an den Pflichtteilberechtigten werden zu 100% vom Pflichtteil abgezogen. Das da etwas übrig bleibt ist eher fraglich.

Oma vor 2 Wochen verstorben und der Bruder meiner Mutter fordert seinen Pflichtteil von 25 % des restlichen Erbes

Das ist so eben nicht richtig. Es ist das gesamte Erbe incl. Geschenke zu betrachten.

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wann wurde denn das Haus überschrieben? Bs 10 Jahre vor dem Tod des Erblassers gilt das Haus als geerbt. Wenn sie also das Haus iinnerhalb der letzten 10 Jahre überschrieben hat, dann hat Dein Onkel bereits einen Anteil "geerbt".

Nun muss der Wert des GEsamterbes ermittelt werden. Der Pflichtteil beträgt 25% vom Gesamterbe. Wenn dies mit der Haushälfte abgegolten ist, dann hat er keinen Anspruch auf weiteres Erbe.

Unbedingt Anwalt / Notar/Testamentsvollstrecker einschalten und nichts auf Verdacht oder Druck herausgeben!!

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Wenn es keinen guten Grund gibt ihn zu enterben steht ihm sein Pflichtteil zu. Deswegen heißt es Pflichtteil.

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Ich versuche folgenden Vorschlag:

Das Haus ist jeweils zur Hälfte überschrieben - und nur das Haus.

Wenn in einem gültigen Testament jetzt für den übrigen Besitz ein Kind als Alleinerbe eingesetzt ist, steht dem anderen Kind nnur noch der Pflichtteil vom übrigen Besitz zu.

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Vererben eines halben Hauses zu Lebzeiten

Das ist eben KEINE Erbschaft, sondern eine Schenkung. Und hier ist wichtig, wie lang das zurück liegt.

Das Erbe ist das, was zum Todeszeitpunkt vorhanden ist und noch der Oma gehörte. Auch ist die Frage, ob das Testament vor oder nach der Schenkung aufgesetzt wurde. Vermutlich nachher.

Ich denke, er kann sein Pflichtteil einfordern, er sollte allerdings aus Pietätsgründen auf das Verscherbeln bestimmter Sachen verzichten. Es gibt nur wenige Gründe, die es rechtfertigen, ihm sein Pflichtteil vorzuenthalten.

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blackleather 20.03.2012, 15:35

Auch ist die Frage, ob das Testament vor oder nach der Schenkung aufgesetzt wurde

Wofür soll das relevant sein?

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HerrDeWorde 20.03.2012, 16:02
@blackleather

Ob das Haus im Testament vorkommt oder zur Gesamtmasse gezählt wird. Erben und schenken sind in Deutschland keine ganz klar voneinander getrennten Dinge. Die Spitzfindigkeiten muss ein Anwalt klären.

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blackleather 20.03.2012, 17:33
@HerrDeWorde

Und selbst wenn es darin vorkommt - sobald es vor dem Erbfall verschenkt wird, kommt es nicht mehr darin vor und das Testament entfaltet insoweit keine Wirkung. Außerdem wird in einem Testament ja nicht bestimmt, was vererbt wird, sondern wer erbt (§ 1937 BGB); der Rest ist Teilungsanordnung oder Vermächtnis.

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HerrDeWorde 20.03.2012, 17:53
@blackleather

Aha, kein was, nur ein wer. Das war mir neu. Aber gibt es nicht eine Fristenreglung um Verschenken unmittelbar vor dem Vererben zu verhindern? Das haben MIR meine Eltern erklärt, dass es nun keinen Sinn mehr hätte, etwas zu verschenken, da das keinen Unterschied mehr mache. Beim Haus sprachen sie davon, dass es 10 Jahre vorm Todesfall verschenkt werden müsse, was mir schon etwas lang vorkam.

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blackleather 20.03.2012, 18:09
@HerrDeWorde

Also, wenn wir nicht gerade von Vor- bzw. Nacherbschaft reden, dann gibt's sowas nicht.

Diese ominöse 10-Jahres-Frist, von der deine Eltern gesprochen haben, stammt offenbar nicht aus dem Erbrecht, sondern aus dem Erbschaftsteuerrecht. Dort ist geregelt (§ 14 Abs. 1 Satz 1 ErbStG), dass alles, was in 10 Jahren vor dem Erbfall verschenkt wird, der Erbschaft zuzurechnen ist (aber auch nur, wenn der Beschenkte und der Erbe dieselbe Person sind), damit schenkung- bzw. erbschaftsteuerliche Freibeträge nicht mehrfach mitgenommen werden können. Unabhängig davon kann aber jeder Erblasser noch am Tage seines Todes sein gesamtes Hab und Gut nach Lust und Laune verschenken, verkaufen, verspielen oder was auch immer damit machen und wenn es weg ist, hat er eben nichts mehr zu vererben.

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Die Oma kann ihren Sohn im Testament zwar enterben. Sie verhindert damit aber nicht, dass er seinen Pflichtteil erhält.

Der Pflichtteil ist halb so groß wie das Erbe, das den Berechtigten zustehen würde, wenn kein Testament exis­tierte. Er wird immer in Geld ausbezahlt.

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Er hat in der Tat Anspruch auf seinen Pflichtteil, den er auch einfordert.

Ich habe doch richtig verstanden, sie sind Geschwister und Kinder deiner Oma?

Deine Mutter wird ihm den Anspruch gewähren müssen.

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Sorry, so wie die Frage gestellt ist darf Dir normal niemand antworten sofern das Antwortende kein Anwalt ist.

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HerrDeWorde 20.03.2012, 14:55

Stimmt. Warum antwortest du?

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Wenn das Haus überschrieben wurde, dann ist doch kein Erbe da.

Wenn Erbe da ist und die Mutter Alleinerbin ist, dann haben andere nur noch Anspruch auf ein Pflichtteil.

Dieser Pflichtteil ist aber nur noch 50% vom gesetzlichen Pflichtteil, weil jemand Alleinerbe ist.

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rhapsodyinblue 20.03.2012, 14:52

ja, und das fordert nun der Bruder ein - die 25% - die ihm auch vom Gesetz wegen zustehen.

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ichweisnix 21.03.2012, 07:02
@rhapsodyinblue

Er hat wahrscheinlich durch die Übertragung des halben Hauses schon genug bekommen.

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