Erbschaftsstreit - kann man meinen Vater einfach entmündigen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

 

Die Voraussetzungen für die Anordnung einer rechtlichen Betreuung ergeben sich aus § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuchs: "(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann. (1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden. (2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können. (3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden. (4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat." Wenn die Betreuung angeregt wird, holt das Amtsgericht ein fachärztliches Gutachten ein und hört den Betroffenen persönlich an. Als Betreuer wird natürlich niemand bestellt, bei dem ein Interessenkonflikt vorliegen könnte.

Danke. Weißt Du auch, was  "von Amts wegen" genau bedeutet? Wenn Tante zum Gericht schreibt, mein Vater sei Plemplem, müssen die dem Nachgehen?

LG

0
@emaillefutzy

Ich komme leider erst heute dazu, eine Antwort zu schreiben. Wenn die Tante an das Gericht schreibt, ist das eine Anregung, dass das Gericht von Amts wegen, d.h. ohne einen Antrag des Betroffenen, tätig werden soll. Meistens gibt es auf der Ebene der Landkreise/kreisfreien Städte eine Betreuungsstelle, die Hausbesuche macht und Betreuer vorschlägt. In der Regel wird diese Stelle vom Gericht zunächst um eine Stellungnahme gebeten. Dann eventuell Anhörung der übrigen Verwandten, psychiatrisches Gutachten und förmliche Anhörung des Betroffenen durch das Gericht.

0
@Bruno47

Danke für Deine hilfreiche Antwort. Ich konnte durch Deinen Rat meiner Tante zuvorkommen und regel das jetzt selbst. Ist zwar stressreich, aber wenigstens kam keiner zu Schaden. Herzliche Grüße!

0

Entmündigung gibt es nicht mehr.

Man kann nur noch die Betreuung für bestimmte Dinge bei Gericht beantragen, z.B. Betreuung der finanziellen Angelegenheiten, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Betreuung in medizinischen Angelegenheiten, etc.

Am Besten, Du gehst selbst zum Gericht und beantragst die Betreuung in finanziellen Angelegenheiten. Gleichzeitig beantragst Du, dass das Amt einen Betreuer bestellt (Vorsicht! Viele schwarze Schafe), oder Du schlägst einen Menschen aus der Familie vor, dem Du vertraust. Du kannst natürlich auch Dich selber vorschlagen, immerhin bist Du der Sohn (sorry, oder Tochter).

Deine Tante wird damit wenig Erfolg haben, zumindest solange es Dich noch gibt. Wieso kann eigentlich ums Erbe gestritten werden? Gab es kein Testament?

Doch, aber das entsprach nicht dem Erbrecht. Ein Erbe ist bereits verstorben. Das war uralt. LG

0
@emaillefutzy

Wenn ein Erbe verstorben ist, dann geht das ja trotzdem seinen Gang. Aber ich weiß, man kann, wenn man will, natürlich trefflich darüber streiten. (Ich werde das in den nächsten Tagen und Wochen selbst mitbekommen :-() Lass Dir auf jeden Fall das Heft nicht aus der Hand nehmen. Deine Tante hat bezüglich Deines Vaters nichts zu bestimmen, solange Kinder (also Du) da sind.

0

Erbe annehmen?

Mein Vater ist vor 3 Monaten verstorben. Ich habe das Erbe wegen Schulden ausgeschlagen. Meine Mutter und meine Schwester haben das Erbe angenommen. Jetzt liegt meine Mutter im Sterben, würde da das Erbe gerne annehmen. Da ich das Erbe meines Vaters ausgeschlagen habe, meine Schwester aber nicht. Sie wird auch das Erbe unserer Mutter annehmen. Wie werden die Erbschulden aufgeteilt? Wenn ich das Erbe meiner Mutter annehme und das meines Vaters schon ausgeschlagen habe. Sind es dann 75% für meine Schwester und 25% für mich?

...zur Frage

Vater unterschlug mit Schwester Erbe vom verst. Bruder..Bei Vaters Tod habe ich erst mitbekommen dass ich leer ausging. Kann ich von Schwester Erbe verlangen?

Hallo..

Ich suche seit paar Tagen im Net.. Aber fand bisher keine Antwort auf meine Frage. Daher versuche ich es heute mal selbst.

Meine Mutter brachte mich mit in die Ehe und ich wurde vom Vater adoptiert. Habe somit eine Schwester und einen Bruder als Geschwister dazu bekommen (die brachte Vater mit in die Ehe).

Vor ein paar Jahren erfuhr ich vom Vater dass mein Bruder verstorben ist, und wir alle das Erbe ablehnen sollen, damit die Pflegerin vom Bruder alles Erben kann.

Zwei Tage später rief Vater erneut an und meinte ich brauch doch nicht ablehnen.. Er nimmt das Erbe doch an, weil die Pflegerin sich nicht um die Beerdigung kümmert und wenn er eh alles machen muss braucht sie nichts. Zu diesem Zeitpunkt wusste auch keiner ob es überhaupt was zu Erben gibt, da der Bruder keinen Kontakt zur Familie mehr wollte.

Dies geschah alles 2010.

Vater meinte damals es gab nichts zu Erben und das bisschen Geld was er bekam benötigte er um Wohnung zu entrümpeln etc. und ein altes Auto was meine Schwester bekam. Ich ging leer aus.

Jetzt 2018 ist Vater verstorben.

Beim durch schauen seiner Unterlagen habe ich Abrechnungen entdeckt, dass es um die 23-25 Tausend Euro Erbe gab.

Und Vater zahlte meiner Schwester ca 10 Tausend davon aus.

Meine Mutter meinte sie hat keine Ahnung was Vater gemacht hat und meinte es gab im Nachhinein noch eine Zahlung die Vater der Schwester auch nicht gab und behielt. (ca 3 tsd)

Meine Mutter hat meine Geschwister nicht adoptiert und ist somit nicht Erb berechtigt und leibliche Mutter vom verst. Bruder lebt auch nicht mehr.

Nun meine Frage.. Kann ich jetzt meinen Pflichtteil von meiner Schwester einfordern??

Wenn ja.. gelten da irgendwelche Fristen?

Habe allerdings die Befürchtung dass meine Mutter die Unterlagen die den Geldbetrag/ Geldzufluss beweisen geschreddert hat.

War eh immer das schwarze Schaf in der Familie und wohne deshalb auch weiter weg, bekomme daher auch kaum was mit.

Mir geht's nicht ums Geld, dies würde ich eh meinen Kindern schenken. Mir geht's ums Recht und dass ich mir nicht immer alles gefallen lassen will.

Ich hoffe es kann mir jemand helfen und antworten, oder hat ähnliches erlebt und erzählt mir davon.

Würde mich echt freuen.

Danke im Voraus

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?