Erbschaft ausschlagen - was passiert mit dem Pflichtteil?

3 Antworten

Nach §2310 BGB gilt:

Bei der Feststellung des für die Berechnung des Pflichtteils maßgebenden Erbteils werden diejenigen mitgezählt, welche durch letztwillige Verfügung von der Erbfolge ausgeschlossen sind oder die Erbschaft ausgeschlagen haben oder für erbunwürdig erklärt sind. Wer durch Erbverzicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen ist, wird nicht mitgezählt.

Im Klartext, ob ein Anderer ausgeschlagen hat oder nicht ist für die Berechnung des Pflichtteils egal.

meine Halbschwester hat in erster Instanz das Erbe angenommen. Mittlerweile hat sie sich es aber anders úberlegt und wird als noch das Testament ausschlagen.

Eine Ausschlagung ist nur möglich, wenn das Erbe noch nicht angenommen wurde. Ferner ist die Frist von 6 Wochen ab Kenntnis/Testamentseröffnung zu beachten. 

Was passiert nun mit Ihrem Erbteil ?

Soweit nichts anderes geregelt erhalten es die Kinder des ausschlagenden Abkömmlings, und sofern diese nicht vorhanden sind, der andere Testamentarische Erbe.

in unserem Fall wäre es "normal" 1/16 gewese


Das stimmt so nicht. Man beachte §1371 Abs 2 BGB.  Wurde die Frau komplett enterbt, errechnen sich die Pflichtteile ohne den pauschalen Zugewinnausgleich von 1/4. Das heiß die Verteilung ist 1/4 Frau und 3/4 Kinder. Die Frau kann jedoch den realen Zugewinnausgleich verlangen.

Man beachte, das der Pflichtteil und der Zugewinnausgleich jeweils reine Geldansprüche sind.

Eine Erbe gilt 6 Wochen nach Anfall automatisch als angenommen, § 1922 BGB. Die Halbschwester mag Anfechtung ihrer Annahme betreiben.

Bis dahin sind Ehefrau und 4 Kinder des Erblassers gem. § 2303 BGB  pflichtteilsberechtigt und können gegen die testamentarischen Erben, Halbbruder und/oder Halbschwester, ein bewertetes Nachlassverzeichnis verlangen und demnach vom Reinnachlass den zu ihrer Erbquote hälftigen Pflichtteil in Geld geltend machen.

Eine Anfechtung bewirkt die Ausschlagung der Erbschaft, so sie denn durchdringt, § 1957 BGB. Denn nur weil man als gewillkürter Erbe vom Geld nichts mehr will, begründet das keine Anfechtung, sie mag ihr Erbe ja verschenken oder spenden wollen oder auf dem Konto des Erblassers belassen wie sie mag :-O.

"Die Erbschaft fällt demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte; der Anfall gilt als mit dem Erbfall erfolgt." bestimm § 1953 II BGB.

G imager761


sehr interessant,aber wenn sie ausgeschlagen hat,ist doch davon auszugehen,dass nur Schulden da sind??? Die will doch keiner haben....Ansonsten Fachanwalt fragen.

Nein, keine nennenswerten Schulden, nur hat sie sich mit Ihrer Stiefmutter ( Witwe) hoffnungslos überworfen und will jetzt gar nix mehr

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