Erbsache/Erbausgleich

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Tasächlich wäre der Reinnachlass mit Stichtag Erbfall zu verteilen, also das, was nach Abzug (auch hälftiger gemeinsame) Verbindlichkeiten und Beerdingungskosten noch übrig bliebe.

Und im Gegensatz zu der Witwe hast du keinen Ergänzungsanspruch: Sie kannn vielmehr die Schenkung an dich über 20.000 EUR, ab Übergang jährlich 10% fallend, den Nachlass hinzurechnen und zur Pflichtteilsquote Ergänzung verlangen, in dem sie dein Erbe entsprechend kürzt, du aber nicht.

Denn der Vortrag, dass die Einzahlungen auf das gemeinsame Konto nicht für den Mitinhaber aufgebraucht wurden, kannst du nicht beweisen und das gemeinsame Familienauto ist Haushaltsgegenstand und gehört damit zum sog. Voraus, § 1932 BGB und wird nicht auf die Erbquote der Witwe angerechnet :-O

Ebenso kann sie Zuwendungen in Anerkennung ihrer Pflge geltend machen, und sich mehr als das Sparbuch 2011, nämlich Pflegekostenleistungensersatz nach SGB vorher aus dem Nachlass entnehmen, § 2057a BGB :-O

Da würde ich schön die Klappe halten und froh sein, wenn du überhaupt die erhoffte Hälfte des Nachlasses bekommst :-O

G imager761

Vielen Dank für die Antwort, wenn nichts mehr vom Erbe übrig wäre, kann sie dann von meiner Schenkung sogar Ergänzung verlangen, sprich eine anteilige Rückzahlung? Sind sie ganz sicher, daß ich keinerlei Ergänzungsanspruch habe ? Weder auf ein innerhalb der letzten 3 Jahre evtl. noch an sie überschriebenes Sparbuch meines Vaters, noch auf den Garten ? Habe ich ein Auskunftsrecht über den Verbleib der Summe des Oder-Kontos ? Woher haben sie ihr rechtliches Wissen ?

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@Wotzeck

Woher haben sie ihr rechtliches Wissen ?

Der Pflichtterilsergänzungsanspruch ist in § 2325 BGB geregelt.

Sind sie ganz sicher, daß ich keinerlei Ergänzungsanspruch habe ?

Ja, da hier keinerlei Schenkungen vorgenommen wurden: Neuanschaffung eines Familienautos für Besorgungsfahrten sind hier völlig anders zu bewerten als Ihre 20.000 EUR für Sondertilgung eines Darlehens. Bei dem Schrebergarten gehen ich von einer notwendigen Übertragung der Pflichten aus Pachtvertrag aus.

Habe ich ein Auskunftsrecht über den Verbleib der Summe des Oder-Kontos ?

Nein, darüber schuldet ihre Stiefmutter ihnen keinerlei Rechenschaft oder Nachweis. Den Kontostand am Sterbetag Ihres Vaters erfahren sie durch Erbfallmeldung der Bank an das Finanzamt.

G imager761

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@imager761

Nochmals vielen Dank für die hilfreichen Antworten, könnten sie mir bitte noch meine erste Frage vom gestrigen Kommentar beantworten ? :wenn nichts mehr vom Erbe übrig wäre, da das Oder-Konto ja angeblich aufgebraucht ist und sonst auch nichts mehr da ist, kann sie dann von meiner Schenkung sogar Ergänzung verlangen, sprich eine anteilige Rückzahlung? Und wie würde es sich verhalten, wenn sie außer dem Oder-Konto noch einen größeren Betrag innerhalb der letzten 3 Jahre überschrieben bekommen hätte? Muß sie mich als Miterbe darüber informieren ? Im Voraus vielen Dank für ihre Antworten.

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@Wotzeck

Lesen sie doch einfach meine Antworten: Ihre Stiefmutter kann ihre Schenkung direkt dem Reinnachlass hinzufügen und zur Pflichtteilsquote ergänzt verlagen aber sie haben keinen Anspruch auf Geld, dass für den Erblasser ausgegeben oder in dankbarer Anerkennung einer aufopfernden Pflege sittliche Pflicht darstellt :-O

Muß sie mich als Miterbe darüber informieren ?

Nein, als Miterbe haben sie keinen derartigen Auskunftsanspruch :-)

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soweit ich weiss, kann man mit seinem eigentum machen, was man möchte, und als erbe zählt das, was beim tod vorhanden ist. wenn du also etwas geschenkt bekommen hattest, hat das mit dem erbe jetzt nichts zu tun. genauso wie die ehefrau dir keine rechenschaft abliefern muss, was sie in den letzten 3 jahren vor dem tod deines vaters für geld von einem gemeinsamen konto verbraten hat.

Da fragst du am besten einen Rechtsanwalt, der sich mit Erbrecht auskennt!

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