Erbrecht wer zahlt Bererdigung und wie läuft das mit dem Pflichtteil?

12 Antworten

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Wenn die Lebensgefährtin des Erblassers als Alleinerbin eingesetzt worden ist, gibt es doch keine Veranlassung für die Kinder, das (für sie nicht angefallene) Erbe auszuschlagen ! Ihre Frage ist daher nicht sachgerecht.  Wenn das Testament wirksam ist, hätten die Kinder als Nicht-Erben Anspruch auf ihre Pflichtteile in Höhe des (Geld-)Wertes von 1/2 ihres gesetzlichen Erbteils. aber keine Erbansprüche, die sie ausschlagen könnten.  Wenn davon auszugehen ist, dass diese drei Kinder bei Fehlen eines Testaments die alleinigen gesetzlichen Erben wären, würde auf sie je 1/3 entfallen. Mithin betrügen ihre Pflichtteile je 1/6 des Nachlasswertes (in Geld).  Pflichtteile müssen von der Erbin nur auf Verlangen der Berechtigten gezahlt werden, fallen also nicht gewissermaßen automatisch an. Die Verjährungsfrist für die Pflichtteilsforderung beträgt drei Jahre.  Auch das behinderte Kind hat kein Erbrecht, sondern kann ebenfalls nur seinen Pflichtteil verlangen. Wenn aber nur Schulden vorhanden sind, wäre das Pflichtteilsverlangen ohnehin völlig sinnlos, weil keine "Masse" vorhanden ist.  Für die Bestattungskosten wird primär der Nachlass herangezogen, was bedeutet, dass die Erbin (LG) sie tragen müsste. Ob angesichts der Überschuldung des Nachlasses angezeigt sein könnte, dass  die LG das Erbe ausschlägt, damit die gesetzliche Erbfolge in Kraft treten lässt mit der Folge, dass dann die Kinder erben würden und die Kosten zu tragen hätten, ist eine Frage, die Sie klären müssten. Da aber die Kinder schon erklärt haben, dass sie das Erbe ausschlagen würden (wenn sie Erben würden, was sie nach gegenwärtigem Stand eben nicht sind !), würde es vermutlich in letzter Konsequenz dazu kommen, dass der Staat den Erblasser beerbt.  Die Beteiligten sollten sich einigen, wer die Kosten der Beerdigung bzw. welche Anteile daran übernimmt.  Das werden sie doch dem Verstorbenen vermutlich  "schuldig sein".

Oh okay das wusste ich nicht das mit dem ausschlagen war ja jetzt auf dem Pflichtteil bezogen. 

Ich wäre auch dafür das alle zusammen legen um die Beerdigung zu bezahlen, aber meist ist es ja so das alle die Hände aufhalten und keiner was geben möchte..finde ich persönlich total schade Garde in solchen Sachen..

ich denke mal das wir die Beerdigung gleich übernehmen die könnte man ja dann wieder in den Pflichtteil verrechnen oder.

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1. Die Beerdigung bezahlen die Erben. Wer das Erbe ausschlägt ist da raus, ausser das Erbe würde für die Beerdigungskosten nicht ausreichen.

2. Wer testamentarisch Alleinerbe wird, hat die Auszahlung der Pflichtteile vorzunehmen.

3. Meines Erachtens führt die Ausschlagung von zwei Kindern nicht zu einer Verminderung des auszuzahlenden Pflichtteils. Wer ausschlägt gilt als zum Erbfalll als nicht lebend. Also bekommt das eine Kind die Hälfte von gesetzlichen Erbe. Damit 1/2 vom ganzen in Geld.

4. Damit ist das Kind, was nicht ausschlägt auch mit der Hälfte der Beerdigungskosten zu belasten.

Das Kind ist ja kein Erbe und kann nur den Pflichtteil gelten machen.

Die anderen beiden würden sozusagen den Pflichtteil ausschlagen oder halt nicht verlangen. Also würde es doch auf 1/6 bleiben vermute ich mal (Pflichteil)

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@Mexxy

Nein, das ist eben nicht so.

 § 1953 (BGB) Wirkung der Ausschlagung (1) Wird die Erbschaft ausgeschlagen, so gilt der Anfall an den Ausschlagenden als nicht erfolgt.  (2) Die Erbschaft fällt demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte; der Anfall gilt als mit dem Erbfall erfolgt.

Die Formulierung ist eindeutig. Die Beiden die Ausschlagen gelten als nicht lebend. Somit wachsen deren Anteile dem verbliebenen Kind zu.

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@wfwbinder

Aber wenn sei nicht ausschlagen, einfach den Pflichtteil nicht fordern? Dann gilt das doch nicht, oder?.

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@sassenach4u

Wenn sie einfach nichts machen, also den Pflichtteil nicht fordern, bekommt das dritte Kind nur das 1/6

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Wenn deine Mutter als Alleinerbe eingesetzt wurde, erben die Kinder des Mannes zumindest einen Pflichteil, das bedeutet, ihnen steht zusammen die Hälfte des gesamten Erbes zu.

Würde einer der Kinder das Erbe ausschlagen, ginge sein Anteil an die anderen Kinder über  - der Pflichteil bleibt also gleich groß. 

Zu Beerdigung wenn der Staat diese übernimmt holt er sich das Geld von den Kindern oder von den die Erben?. 

Diese Kosten würden aus dem Erbe gezahlt werden. Ist kein "positives" Erbe vorhanden, müssten die Familienangehörigen die Kosten tragen, nur, wenn sie dazu finanziell nicht in der Lage wären, würden die Kosten vom Staat getragen...

Also sehe ich das richtig wenn die zwei Geschwister zu unseren Gunsten keinen Pflichtanteil haben möchten bringt das garnichts? Dann würde trotz Testament die Hälfte! vom Haus an das behinderte Kind gehen?

Was ist das für eine kranke Rechtssprechung. 

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@Mexxy

Nein, nicht die Hälfte. Das behinderte Kind hat auch nur den Pflichtteilsanspruch! Wenn Erbmasse vorhanden ist, dann muss dieser Anspruch seitens des Betreuungsgerichtes durchgesetzt werden. Das liegt daran, dass das Kind sicher nicht von seinem eigenen Geld lebt sondern auf staatliche Hilfe angewiesen ist.

Warum soll die Allgemeinheit dann alles zahlen und das Kind fordert seinen Anteil nicht, welcher es und damit die Allgemeinheit finanziell entlastet.

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@sassenach4u

Ja von mir aus kann er ja sein Pflichteil verlangen, aber ich werde es ihm nicht aufdrängen ;)..

Nein ich hatte das jetzt falsch verstanden. Ich dachte wenn die anderen beiden ihren Pflichtteil nicht annehmen möchten, das dieser Teil dann auf den Dritten übertragen wird.. Bei drei Kindern hätte jeder ein Pflichtteil von 1/6 und hätte sich das übertragen hätte der eine ja 3/6 also die Hälfte.. 

Zum glück ist es nicht so..

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