Erbrecht, kann meine Tochter später von Ihrem Bruder wegen des Erbes verklagt werden?

6 Antworten

ich kenne die rechtliche lage definitiv nicht, bin aber überzeugt davon, daß dein sohn nach eben diesen 10 jahren keinerlei ansprüche mehr geltend machen kann. würde er einen prozess anstrengen, müßte er im falle daß er verliert, die kosten tragen. du könntest zur sicherheit noch ein weiteres vermächtnis verfassen, aus welchem hervorgeht, daß dein sohn z. b. wegen groben undanks vom erbe ausgeschlossen wird. vllt. fragst du auch mal einen online anwalt auf dem gebiet des erbrechts. das ist nicht irre teuer und bekommst eine hieb- und stichfeste aussage und nicht einen anwalt, der in der gleichen stadt wie du, ein geschäft wittert.

Znächst einmal ist diese Schenkung noch 8 Jahre nicht vollzogen :-O

Für dich und deine Tochter bedeutet das:

Für den Fall daß du pflegebedürftig wirst und die Kosten nicht selbst aufbringen kannst und deine Tochter die Differenz nicht zuschießen kann (Elternunterhalt), würde das Sozialamt vor Gewährung von Grundsicherung die Schenkung rückabwickeln und dich zu einem Verkauf zwingen, um deine Pflegekosten aufzubringen.

Dann, das Abschmelzungsmodell hast du richtig erfasst, hat dein Sohn 10 Jahre lang degressiv, d. h. jährlich 10% des Verkehrswertes bei Übertrag fallend, einen Pflichtteilsergänzungsanspruch. Derzeit würden 81% des Übertragungswertes deinem Nachlass zugerechnet, und aus diesem sog. fiktiven Reinnachlass bemässe sich sein Pflichtteilsanspruch gegen deine Tochter als Alleinerbin.

Übrigens auch an den weiteren lebzeitig verschenkten Gegenständen innerhalb der letzten 10 Jahre vor deinem Tode.

Falls er sie trozdem verklagen würde, wie sieht es mit den Anwalts- und Gerichtskosten aus, wenn man wie im diesem Falls zu unrecht vor Gericht gezwungen wird...?

Prozesskosten des Erbschaftsrechts fallen als Verbindlichkeit dem Nachlass zur Last, wären also von deiner Tochter als Erbin aufzubringen.

G imager761

Danke für die informative Antwort, ich hätte da noch eine Frage zu.

Da mein Sohn ja nur Anspruch auf den Pflichtteil hat, wieviel Prozent würden ihn den heute noch zustehen, wenn die Schenkung 2 Jahre her ist. Um es leichter zu rechnen sagen wir mal das, die Immobilie aktuell 100.000 Euro Wert ist. Ich bin jetzt von folgender Rechnung ausgegangen: 100.000 Wert, davon der Pflichtteil 25%, entspricht einen Pflichtteil von 25.000 Euro, und davon werden jedes Jahr 10% abgezogen. Ist diese Rechnung falsch, wie wird das richtig gerechnet?

0

Müsste sie dann die ganzen Kosten tragen, also auch die Anwaltskosten des Klägers und Gerichtskosten? Weil dann könnte man ja ganz leicht so jemanden unter Druck setzten, von wegen, wenn Du mir nicht gibts was ich verlange, verklage ich dich, weil du ja eh alles zahlen musst...wäre ja extrem unfair. Oder muss der Kläger wenigstens seine Anwaltskosten selber zahlen?

0
@anke222

Müsste sie dann die ganzen Kosten tragen

Wenn es ein Urteil gibt, dann gibt es einen Kostenfestsetzungsbeschluss. Heißt, das Gericht legt fest wer vieviel der Kosten zu tragen hat.

Prozesskosten des Erbschaftsrechts fallen als Verbindlichkeit dem Nachlass zur Last, wären also von deiner Tochter als Erbin aufzubringen.

Das kann passieren, muß es aber nicht. Es hängt vom Einzelfall ab. Durch die Kostenübernahme würde der Pflichtteilberechtigte ja zu 25% durch einen geringen Pflichtteil beteiligt.

0

Achtung, gefährliches Halbwissen ... bin kein Experte, beziehe meine Meinung nur aus einem einzigen Fall im Bekanntenkreis, in dem der ''Schenker'' vor Ablauf der 10 Jahre verstarb ...

In diesem Fall klagte die Tochter, die ausgeschlossen worden war vom Erbe auf ihr Pflichtteil und bekam Recht, 1/4 des Wertes des Hauses musste ihr ausgezahlt werden ...

Ist ungefähr 10 (oder etwas mehr) Jahre her ... aber wenn sich nichts geändert hat, ist es wohl immer noch so ... das Haus ist erst ''sicher verschenkt'' wenn du die 10 Jahre Schenkungszeit überlebt hast ....

Diese 10 Jahresfrist ist mir bekannt, und für den Fall, das ich vorher ablebe, muss meine Tochter natürlich den Pflichtteil auszahlen, aber hierzu gibt es ein neues Gesetzt seit 2010. Quelle: http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/erbrechtsreform.htm

Damit ist unter anderem geregelt, das bei Schenkung zu Lebzeiten, der Pflichtteilberechtigte jedes Jahr 10% Anspruch auf den Pflichtteil verliert, und nach wie vor nach 10 Jahren keinen Anspruch mehr hat.

0
@anke222

ich weiß absolut sicher, dass damals im Urteil erklärt wurde, das es KEINERLEI Anspruch gegeben hätte, wenn der Vater 10 Jahre überlebt hätte (überschreibung des Hauses war, wie bei dir, notariell vorgenommen worden und daher auch formal rechtssicher) ...

Ich gehe davon aus, dass das hier in deinem Fall auch so ist ... wenn also keinerlei Ansprüche bestehen, und dein Sohn trotzdem klagt, wird er auch für die Kosten aufkommen müssen, und deine Tochter ist aus der Nummer raus ...

0

Kann mein Bruder meine Mutter auf den Pflichtteil verklagen zu Lebzeiten?`

Meine Mutter erfreut sich bester Gesundheit, und ich habe von Ihr auch schon Ihr Haus geschenkt bekommen. Mein Bruder, zu dem wir beide keinen Kontakt haben, kann er meine Mutter irgendwie verklagen, so das er seinen Pflichtteil zu Lebzeiten von Ihr bekommen kann, oder irgend eine Art ausgleichszahlung fordern kann? Weil Sie lebt ja noch, und kann doch mit Ihrem Vermögen/ Immobilien machen was Sie möchte oder etwas nicht?

...zur Frage

Mutter hat Haus geerbt will es nur dem Sohn weitervererben, kann Tochter ausgeschlossen werden?

Meine Schwiegermutter hat nach dem Tod des Mannes Haus und Schulden geerbt.Nun will sie das Haus ihrem Sohn weitervererben, es ist aber noch eine Tochter da. Die kann sich jedoch nicht an den Schulden beteiligen weshalb sie vom Erbe ausgeschlossen werden soll. Geht das und fällt dann der Pflichtteil auch weg oder müsste der Sohn den Pflichtteil trotzdem bezahlen obwohl er ja durch das Erbe gezwungen ist die gesamten Schulden zu übernehmen?

...zur Frage

Vorzeitige Forderung: Höhe Pflichtteil Berliner Testament?

Hallo Community,

Frage zu einer verzwickten Konstellation:

Ehemann und Ehefrau haben ein Berliner Testament geschlossen, setzen sich somit gegenseitig als Erben ein. Erben des zuletzt Verstorbenen sollen deren vier Kinder sein

  • Person A (Kind Ehemann aus vorheriger Ehe)
  • Person B (Kind Ehemann aus vorheriger Ehe)
  • Person C (Kind Ehefrau aus vorheriger Beziehung)
  • Person D (Kind aus Affäre des Ehemanns).

Person A, B und C sollen je 7/24 des Vermögens erben, Person D nur den Pflichtteil i.H.v. 3/24. Es gibt eine Klausel, nach der jedes Kind dann nur den Pflichtteil erben würde, wenn es vorzeitig (zu Lebzeiten des Längstlebenden) sein Erbe fordern würde.

Nun die Fragen:

(1) Stirbt der Ehemann zuerst, hätte Person D dann überhaupt einen Nachteil SOFORT den Pflichtteil zu fordern, wenn die Ehefrau noch lebt? Also bilden sich die 3/24 zu jedem Zeitpunkt aus der gesamt verfügbaren Erbmasse beider oder wäre der Anspruch von Person D in dem Moment 1/16?

(2) Hätte Person D nach sofortiger Forderung des Pflichtteil aus (1) dennoch nach dem Tod der Ehefrau Anspruch auf einen Anteil der Erbmasse (da es nicht das leibliche Kind der Ehefrau ist)?

(3) Würde von der Ehefrau eine Aufstellung aller Vermögenswerte gefordert werden, müsste sie dann den gegenwärtigen Stand liefern oder den zum Todeszeitpunkt des Ehemannes?

...zur Frage

Testament der Eltern - Ungleiche Erbverteilung - Emotionen, entzogene Liebe, mangelnde Anerkennung?

Ich halte gerade das Testament meiner Eltern in der Hand und verstehe diese ungleiche Verteilung nicht. Mein Vater ist bereits verstorben. Will mir mein Vater über seinen Tod hinaus zeigen, was ich ihm "wert" war? Soll und kann ich das Testament als persönliche "Wertschätzung" betrachten... bzw. als "Weniger-Wert-Schätzung"? Mein Vater hat schon zu Lebzeiten meine Schwester immer hervorgehoben. Bis jetzt konnte ich damit umgehen. Dieses Testament zu lesen, ist für mich wie ein persönlicher Schlag ins Gesicht. Ich mag es am liebsten ausschlagen. Soll meine Schwester ruhig alles haben. Ja, ich fühle mich verletzt... persönlich und offensichtlich zurückgesetzt. Und ich gebe zu, es tut weh. Sehr sogar... weil ich im Rückblick auf mein Leben und meine Kindheit nochmal auf "materielle Weise" Geringschätzung erfahre. Das tut echt verdammt weh. Mein Vater war Alkoholiker und litt an Morbus Korsakow. Er war gewalttätig und cholerisch. Meine Oma und meine Tante versuchten mich als Kind oft in Schutz zu nehmen und handelten sich Ärger mit meinem Vater ein. Ich habe viele Jahre Psychotherapie hinter mir und gedacht, ich käme damit endlich klar. Nun wird mir bewusst, dass meine Eltern mich nie wirklich geliebt haben! Mein Vater muss mich gehasst haben!

Ich werde das Erbe ausschlagen und den Kontakt zu meiner Familie abbrechen. Zu meiner Schwester hatte ich noch nie ein inniges Verhältnis. Sie hat mich so oft ausgespielt.

Eröffnung des Testaments im Mai 2011 meiner Eltern nach dem Tode meines Vaters im April 2011. (Namen und Ortsangaben, sowie Grundstücksgemarkungen bleiben anonym.)

Unser letzter Wille!

Die beiden Eheleute setzen sich gegenseitig bi zum Ableben des Letzten zum alleinigen Erben ein. Stirbt einer der Eheleute, geht sämtlicher Besitz auf den anderen über. Nach dem Ableben beider geht deren ganzer Besitz mit folgender Aufteilung auf deren zwei Kinder B. (B. = das bin ich) geb. am…. und A., geb. am…. mit allen Vollmächten gegenüber Banken, Versicherungen und Behörden über.

Barbesitz aus Bankkonten und Versicherungen sind zum gleichen Anteil aufzuteilen. Das Haus auf dem Grundstück 49a in XXXXXX soll unsere Tochter A. übernehmen. Sie hat einen Anteil von 35% des derzeitlichen amtl. Schätzwertes vom bebauten Grundstück 49a in XXXXXX an ihre Schwester B. (ich) auszuzahlen. Sollte dieses Grundstück innerhalb 10 Jahren nach dem Ableben des letzten der Eheleute verkauft werden, ist ein Ausgleich von 15% des Verkaufswertes an ihre Schwester B. zu zahlen. Dazu erhält A das Grundstück auf der Gemarkung XXXXXX, Lgb. Nr. XXXXb ….XY-Acker und den Erbanteil von dem Grundstück Lgb. Nr. 934 in XXXXX auf der Gemarkung XXXX . Die Tochter B. erhält das Grundstück XXXX Lgb.-Nr. XXX in YYYYY, Gemarkung XY.

Sollte dieses Grundstück ebenfalls innerhalb 10 Jahren anch dem Ableben der Eheleute in der Baunutzungszone ausgeweisen werden, sind an die Tochter Annette 25% des Verkaufsertrages zu zahlen.

XXXX, den xy.September 1991

...zur Frage

Sind diese Anwaltskosten in Ordnung?

Guten Tag, ich habe eine Frage zu Anwaltskosten.

Mein Bruder hat das Elternhaus geerbt. Wert ca. 200.000,- Euro.

Ich habe Anspruch auf meinen Pflichtteil. Deswegen habe ich meinen Bruder schriftlich aufgefordert, mir ein Nachlassverzeichnis zu übermitteln, mit der Frist 2 Wochen.

Die Auskunft wurde nicht fristgerecht erteilt, ich habe einen Anwalt genommen. Der hat meinen Bruder in Verzug gesetzt. Er hat ihm Kosten Verzugsschaden ca. 500,- Euro bei vorläufigem Geschäftswert 5.000,- Euro angerechnet.

Jetzt habe ich endlich die Auskunft erhalten. Ohne Gutachter wurde das Haus auf ca. 60.000 Euro geschätzt.

Der Anwalt meines Bruders schreibt, dass eine Wertermittlung seinem Mandant nicht zugemutet werden kann, da ein Aktivnachlass, aus dem die Kosten für ein Gutachten entnommen werden könnten, nicht vorhanden ist.

Habe ich in diesem Fall Anspruch auf ein Gutachten? Muss es mein Bruder bestellen und bezahlen? Wie lange ist das Gutachten gültig?

Mein Anwalt will jetzt eine Auskunftsklage einreichen. Ich habe mir Zeit zum Überlegen genommen.

Ich habe jetzt eine Rechnung von meinem Anwalt erhalten. Kosten ca. 500,- Euro bei vorläufigem Geschäftswert 5.000,- Euro.

Ich habe meinem Anwalt eine Vollmacht gegeben. Ich habe mit ihm ausgemacht, dass er mich vorher informiert, wenn mir Kosten entstehen werden.

Ich ging davon aus, dass ich in diesem Fall keine Kosten habe. Ist es normal, dass mein Anwalt beide Parteien abkassiert?

Mit welchen Kosten muss ich rechnen, falls ich meinen Pflichtteil vor Gericht einklage?

...zur Frage

Sohn nimmt Pflichtteil Tochter verzichtet Enkel wird Erbe?

Kurze Erklärung, meine Oma (verwitwet) hat ein Haus. Im Testament steht Ihre Tochter als Erbin und Ihr Sohn aber von meiner Mutter der Bruder das er seinen Pflichtteil bekommt. Wenn meine Oma jetzt möchte das ein Enkel das Haus erbt, die Tochter meiner Oma also unsere Mutter auf Ihren Pflichtteil verzichtet und nur der Sohn seinen Pflichtteil bekommt, also 25% oder? kann man dann das Haus der Enkelin überschreiben?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?