Erbrecht: Geht der Wille des Verstorbenen über dass geltende Recht?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Bezüglich Auflagen in einem Testament gilt der § 2149 BGB . 
Insofern eine Klausel,  die den Verkauf des Hauses ausschließt im Testament enthalten ist, stellt das eine solche Auflage dar.

Hier der Satz 1:

"Die Vollziehung einer Auflage können der Erbe, der Miterbe und derjenige verlangen, welchem der Wegfall des mit der Auflage zunächst Beschwerten unmittelbar zustatten kommen würde."

Demnach können die Eltern des Verstorbenen , da sie wenn deine Mutter die Erbschaft nicht angenommen hätte geerbt hätten , verlangen , dass das Haus nicht verkauft wird.

Natürlich ist es auch möglich diese Auflage anzufechten.
Man könnte z.B argumentieren,  dass es sicherlich nicht der Wille des Erblassers gewesen wäre, dass die Bedachte in finanzieller Not das Haus nicht verkaufen kann obwohl es nötig wäre.

Aber das zu klären, wird ein komplexer Streit vor Gericht, schließlich soll ja ermittelt werden was der Erblasser als er sein Testament geschrieben hat wollte. ( Der genaue Wortlaut des Testaments spielt zwar eine wichtige Rolle, kann aber auch häufig von einem Richter abweichend ausgelegt werden.


Alternativ dazu kann sich ja deine Mutter eventuell das Haus ja den Eltern des Verstorbenen entgeltlich übereignen. Diese werden einem Verkauf an sich selbst ja eventuell nicht entgegen treten, und deine Mutter könnte mit der Auszahlung sicherlich auch gut leben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von shooter3009
19.05.2017, 19:13

Erstmal Danke für die hilfreiche Antwort! Letzteres ist leider keine Option weil das Geld in eine Eigentumswohnung fließen soll, und das Haus an sich zwar deutlich unter dem Marktpreis liegt, aber der genannte Betrag für meine Mutter nicht abtilgbar wäre, wenn sie in die Eigentumswohnung investiert (Diese haben wir sehr günstig von einer alten Dame kaufen können; Die Mieten in unserer Gegend sind mit Sozialhilfe nicht zu finanzieren)

0

Erbrecht ist auch geltendes Recht und durch das Grundgesetz gesichert (Art 14 Abs 1.)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deine Frage kann man nicht beantworten, da der genaue Wortlaut der notariellen Urkunde nicht bekannt ist. Und auch nicht bekannt ist was im Grundbuch dazu steht. Unter Umständen besteht ja auch noch ein Nießbrauchrecht.

Sinnvoll wäre, dass man die Unterlagen von einem Notar prüfen lässt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

... das verstehe sogar ich.

Nur Rosinenpicken ist eben nicht und wenn Geld fehlt, gibt es doch Sozialhilfe für alles was am Haus anfällt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?