Erbrecht bzgl. Halbgeschwister und Schenkungen der letzten 10 Jahre

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4 Antworten

Zunächstmal ist die Frage, ob die Geschenke nach §2050 BGB auszugleichen sind.

http://dejure.org/gesetze/BGB/2050.html

In diesen Falle wäre das Geld komplett auszulgeichen, also so als wäre es mit zum Erbe gehörend. Maximal aber das was die anderen als Erbteil erhalten haben.

Ferner gibt einen sogenannten Ergänzungspflichtteil, sofern nicht nach §2050 BGB auszugleichen ist. Hierbei ist grob gesagt wie folgt zu rechen:

Die Schenkungen werden dem Gesamterbe zugerechnet. Dabei wird bei den Schenkungen pro Jahr 10% abgeschmolzen. Heißt wären die 30000€ vor 5 Jahren verschenkt wurden, wäre noch 15000€ anzurechnen.

Aus dem so erhöhten Erbe ist der Pflichtteil zu berechnen. Dies ist die Hälfte der gesetzlichen Erbquote. Das erhaltene Erbe ist auf den Pflichtteil anzurechen also abzuziehen.

Beispiel: Das Erbe besteht aus 9000€. Dann hätten sie 1/6 davon also 1500€ als Erbe erhalten. Der Pflichtteil wäre nur die Hälfte des gesetzlichen also (9000€+15000€)/12 also 2000€. Davon ist das Erhaltene abzuziehen also 1500€, so das 500€ als Zusatz/Ergänzungspflichtteil bleiben.

Es ist leicht zu erkennen, das es sofern sie gesetzlicher Erbe waren ( also nicht durch Testament beschränkt) ein Anspruch sich nur ergibt, wenn die Schenkungen nach Abschmelzung den Wert des Nachlasses übersteigen.

Ihnen stehen gegenüber den Geschwistern Erbergänzugnsansprüche in der Höhe Ihres Erbteils zu. Wurde zu je1/3-Anteil hinsichtlich der Geldbeträge geebrbt, können Sie Ihren Anteil von den nachweisbaren Schenkungen der letzten 10 Jahre vor dem Tod des Erblassers verlangen. - Bleibt zu hoffen, dass ein solcher Nachweis überhaupt möglich ist, falls es sich dabei um Barzuwendungen gehandelt hat über deren Verbleib keinerlei Aufzeichnungen existieren!?!

Ini61 24.10.2012, 15:40

Hallo Schelm1. Danke für Deine Antwort.. Wir haben es mittlerweile "Schwarz auf Weiß", dass diese Geldschenkungen tatsächlich stattgefunden haben. Wie gesagt, haben diese mir unbekannten Halbgeschwister insgesamt ca. 30.000Euro bekommen. WIEVIEL, sollte es rechtlich tatsächlich so aussehen, würde mir dann wohl in etwa zustehen?

Natürlich werde ich noch einen Anwalt aufsuchen. Doch es interessiert mich vorher schon sehr.

LG, Ini61

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Theoretisch kannst du versuchen, dort einen Ausgleich geltend zu machen, aber praktisch? Kannst du die Schnkungen beweisen? Welche Zweck hatten diese etc.pp.?

Du solltest dich in diesem Fall unbedingt mit einem Anwalt zusammen setzen. Die Erstberatung kostet ja auch nicht die Welt (Wenn überhaupt)

ichweisnix 24.10.2012, 23:25

Kannst du die Schnkungen beweisen?

Die Kontoauszüge der letzen 10 Jahre bekommt man als Erbe von der Bank.

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Ein Anwalt kann dir das genau erklären

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