Erbrecht bei geschiedenen Eltern?

10 Antworten

inwiefern hat sein Testament Auswirkungen auf das Erbrecht?

Ein Testamant deiner Mutter bzw. deiner Eltern wird bereits mit Zugang des Scheidungsantrags unwirksam, § 2077 I 2 BGB. Der eheliche Zugewinn der Scheidungsparteien wird durch Hausratteilung und Zugewinnausgleich herbeigeführt.

Was erbt seine neue Frau, was erbe ich?

Nach der gesetzl. Erbfolge und im gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft neu verheiratet, beerbt die neue Ehefrau das Gleiche wie deine Mutter bekommen hätte: Ihr steht zunächst der sog. Voraus zu, § 1932 BGB, sie erbt 1/4 des Reinnachlasses eures Vaters, § 1931 BGB und ein weiteres Viertel als pauschlierter Zugewinn, § 1371 BGB.

Demnach bekommt sie die Hälfte desjenigen, was dein Vater bei seinem Tod abzüglich (auch hälftig gemeinsamer) Verbindluchkeiten und Bestattungskosten hinterlässt, das Familienauto und Haushaltsgegenstände zusätzlich und die andere Hälfte du oder musst sie anteilig mit allen (auch nachgeborenen oder adoptierten) Kindern deines Vaters teilen.

Von dieser Erbfolge darf dein Vater durch (gemeinsames) Testament abweichen, (womit du erst beim Tod des längstlebenden Ehegatten erbst) oder nur den zu deiner Erbquote hälftigen Pflichteil in Geld beanspruchen darfst.

G imager761

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Super Informationen,danke!

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Zunächstmal ist die Ehe a priori eine Zugewinngemeinschaft, d.h. jeder Ehegatte hat sein Vermögen, so wie bei unverheirateten. Am Ende der Ehe wird der Zugewinn dann ausgeglichen. Endet die Ehe durch den Tod, wird der Zugewinn pauschal ausgeglichen indem sich die Erbquote des überlebenden Ehegatten um 1/4 erhöht. Ferner erbt der Überlebende Ehegatte neben Erben der 1. Ordnung 1/4. Insgesammt also 1/2. Die andere Hälfte erben die Kinder zu gleichen Teilen.

inwiefern hat sein Testament Auswirkungen auf das Erbrecht?

Durch ein Testament kann man die Erbfolge abweichend regeln, es entstehen dann aber gegenüber den Ehegatten oder den Kindern unter Umständen Pflichtteilansprüche.

Ein guter Artikel wurde bereits verlinkt.

Solche Fragen kommen, wenn man es selbst (noch?) zu nichts gebracht hat und das Fell des Bären verteilt, bevor er erlegt ist. Hey: Es ist das Leben und die Kohle Deiner Eltern und die dürfen damit erstmal machen, was sie wollen. Wenn Du dumm tust, verschenken sie einfach alles vor dem Tod und selbst Dein Pflichtteil ist dann Null

Du hast zum jetztigen Zeitpunkt Anspruch auf Nullkommanix, denn sie leben noch und ich hoffe doch sehr, dass Du ihnen das gönnst.

Was würdest Du eigentlich selbst denken, wenn eines Deiner Kinder in der Situation nur um die mal zu erbende Kohle zittert. Das fändest Du sicher auch widerlich.

Insofern: Gute Besserung.

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Im Internet klugscheißen ist so einfach^^

Du kennst meine Lage nicht und ebenso nicht mich. Mir selbst geht es sehr gut.

Nun kam es eben zu diesem Fall in meiner Familie, schlimm genug, da muss mir noch irgendein möchtegern Philosoph was über mein Fehlverhalten erzählen.

Mir geht es super. Die Frage habe ich gestellt um eine rationale Antwort auf meine rationale Frage zu bekommen und keinen Sonntagsunterricht.

Ich "zittere" wegen keinem Geld. Ich will lediglich, wie es jeder tun würde (ja auch du), wissen wie sich das Erbrecht in einer solchen Lage ändert.

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Erbrecht, zweite Ehe

Der Mann M hat zwei erwachsene Kinder aus der ersten geschiedenen Ehe und 100.000 EUR auf dem Konto. Er heiratet  die Frau F, die zum Zeitpunkt der Eheschließung eine erwachsene Tochter und kein Vermögen (= 0) besitzt. Keiner der Kinder wurde vom Ehepartner adoptiert. Es wurden bei der Eheschließung keine Vereinbarungen oder Verträge zwischen Mann und der Frau geschlossen. Nach der Heirat ist das ersparte Vermögen auf  200.000 EUR angewachsen. Der Geldbeschaffer war stets der Mann (falls es überhaupt eine Rolle spielt).

Fall 1. Es gibt kein Testament und der Mann stirbt. Welche Summen würden erben

  1. die Frau
  2. die Kinder des Mannes
  3. die Tochter der Frau

Fall 2. Es gibt kein Testament und die Frau stirbt. Welche Summen würden erben

  1. der Mann
  2. die Tochter der Frau
  3. die Kinder des Mannes

A. Beide Ehepartner möchten, dass die Kinder des Mannes das meiste erben und dass die Tochter der Frau unabhängig von der Sterbefolge möglichst wenig oder am besten gar nichts bekommt. Wie könnte die Lösung aussehen?

B. Nur der Mann möchte, dass die Kinder des Mannes das meiste erben und dass die Tochter der Frau unabhängig von der Sterbefolge möglichst wenig oder am besten gar nichts bekommt. Wie könnte die Lösung aussehen?

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