Erbrecht - bin völlig verwirrt - wer erklärt es mir einfach?

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6 Antworten

Lass dich nicht noch mehr verwirren :-(

Ohne Testament im Güterstand der Zugewinngemeinschaft (Regelfall) verheiratet und kinderlos verstorben, erbt der Längstlebende 3/4 des auf den Verstorbenen entfallenden Vermögens, 1/4 dessen Eltern.

Bei Gütertrennung 1/2, die andere Hälfte entweder die Eltern des Verstorbenen oder, vorverstorben, desssen Geschwister.

Es beruhigt die Nerven, wenn man sich per Testament wechselseitig oder jeder in eigenem Testament den anderen zum Alleinerben bestimmt: dann bekäme der Längstlebende alles, so wie es denn erwartet und gewünscht wird.

Einzig einen Pflichtteilsanspruch der Eltern des Verstorbenen wäre nach entsprechender ausdrücklicher Forderung zu erfüllen, bei Zugewinngemeinschaft 1/8 des Reinnachlasses (abzgl. Schulden und Beerdigung) in Geld zu zahlen. Geschwister der/s Erblassser/in haben diesen Anspruch nicht.

G imager761

Lieber imager761,

du hast Recht, ist alles so verwirrend. Würde mir auch nicht so viele Gedanken machen, wenn mein Mann nicht schon 3mal schwer krebskrank gewesen wäre. Es ist ja nicht so, das wir viel Geld hätten, doch ich sehe auch nicht ein, mein hart erarbeitetes Bisschen mit seiner Familie zu teilen, die mich noch nie akzeptiert hat, und mit der wir seit Jahren keinen Kontakt haben. Schließlich bezahle ich eigentlich alles (von seiner Mini-Rente könnte nichtmal er allein leben).

Hast du einen guten Tipp, wie wir alles testamentarisch regeln können? Müssen wir damit zum Rechtsanwalt/Notar oder wie funktioniert das?

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Gesetzlicher Alleinerbe wird der Ehegatte erst dann, wenn weder Erben der zweiten Ordnung noch Großeltern leben. Bei einem ehevertraglich vereinbarten Güterstand können andere Erbquoten gelten. Zusätzlich erhält der Ehegatte neben Abkömmlingen vorab die Gegenstände als Voraus, die er zur Führung eines angemessenen Haushalts benötigt. Neben anderen Erben erstreckt sich der Voraus auf den gesamten Hausrat und die Hochzeitsgeschenke.

Aufgrund der geschilderten gesetzlichen Erbfolge fällt z.B. der Hälfteanteil eines verstorbenen Ehegatten an dem gemeinschaftlichen Haus nicht ohne weiteres dem überlebenden Ehegatten allein zu. Vielmehr vererbt sich dieser Anteil zur Hälfte an Abkömmlinge und bei kinderloser Ehe zu einem Viertel an Eltern bzw. Geschwister oder Geschwisterkinder

"geklaut" bei www.rechtswanwalt-bruchmann.de

Also macht besser ein Testament auf Gegenseitigkeit.

Ohne Testament geht wirklich die Hälfte an die Verwandschaft. Deswegen macht man ja Testamente, sonst greift die gesetzliche Erbfolge. Die Heiratsurkunde sichert nur, dass man überhaupt etwas bekommt - nicht alles.

Dein Mann stirbt, du bekommst einen Teil, den anderen müssten seine Kinder bekommen. Ihr habt keine Kinder, also geht dieser Teil an seine Eltern. Die Eltern sind aber schon verstorben, deswegen geht dieser Teil an die Kinder seiner Eltern, also seine Geschwister. Hat er keine oder keine mehr, geht das Erbe an die nächste Linie.

Wenn du stirbst, passiert das gleiche mit deinem Erbe und deiner Familie.

Wollt ihr das verhindern, müsst ihr ein Testament machen.

Ohne Testament geht wirklich die Hälfte an die Verwandschaft.

Das ist schlicht falsch :-O

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ernährt euch gut macht sport und macht euch nicht so viel gedanken es ist noch nicht so weit viel glück

ist wahrscheinlich nett gemeint :-) Hab früher auch so gedacht, doch es kann schneller vorbei sein als erwartet.. trotzdem Danke für die netten Worte!

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Wo wohnst du? In Österreich gibt es einen Pflichtteil; wie es in Deutschland oder der Schweiz aussieht weiß ich nicht.

wohne in Deutschland :-)

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