Erbrecht

3 Antworten

Grundsätzlich hat Raimund1 Recht mit seiner Argumentation. Aber wenn ein Kind ausdrücklich von jedem Erbe ausgeschlossen wurde, bleibt nur der Weg des Gerichts, um entweder das Testament anzufechten oder den Pflichtteil einzuklagen. Das gilt dann ganz besonders, wenn die Vaterschaft nicht anerkannt wurde.

Kinder haben üblicherweise ein Anrecht auf den sogenannten Pflichtteil. Davon kann ein Kind nur unter besonders schweren Umständen ausgeschlossen werden. Ein Eintrag im Stammbuch ersetzt weder die gesetzliche Erbfolge noch ein Testament

Leiblichen und adoptierten Kindern steht in deutschland mindestens der sog. "Pflichtteil" zu, also der halbe gesetzliche Erbteil nach BGB. Eine zu lebzeit nicht ausgesprochene Anerkennung der Vaterschaft seites des Erblassers ändert daran nichts.

Die Möchtegern-Erbin müßte erst nachweisen, dass sie Erbberechtigt ist, z.B. durch einen Gentest. Das ist allerdings ohne Einverständnis der Angehörigen (Ehefrau, evtl. anerkannter Kinder) nicht ohne weiteres möglich und müsste gerichtlich angestrengt werden, wenn die angehörigen unkooperativ sind.

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@Indy72

Die Problematik besteht ganz einfach darin, dass es ihr nie um ihren "Vater" ging sondern immer nur um Geld. Dass mit dem Gentest dürfte en weiteres Problem darstellen; da er in seinem Testament verfügt hat dass er verbrannt werden möchte! Keiner seiner Kinder hat sich je um den Man gekümmert, im Gegenteil sie wünschten ihm die Pest an den Hals. Für mich schwer nach zu vollziehen!

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@aruef65

Ich würde es einfach drauf ankommen lassen. Wer erben will, ohne dass er im Testament erwähnt ist, muss nachweisen, dass ihm ein Pflichtteil zusteht, nicht umgekehrt. Apropo... Für eeinen Gentest reicht eine getragene Unterwäsche, ein Zigarrettenstummel oder auch paar Haare... Einge ganze leiche braucht man dazu nicht.

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@aruef65

Wenn sie nicht nachweisen kann, dass er ihr Vater war und er ihr nichts vererbt hat, kann sie wohl auch nichts verlangen.

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@betrax

Richtig! Obwohl es blieben noch Zeugenaussagen, die auch gewisse Beweiskraft haben.

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@Indy72

Danke für diese ganzen Infos! Die werde ich an meine Mutter weitergebe! Doch etwas beschäftigt mich noch!Stimmt es,dass an alle potentiellen Erben auch die Unkosten umgelegt werden können? Es heißt doch dass man nicht nur Rechte sondern auch Pflichten hat. Kann also meine Mutter die Beerdigungskosten von ihr zurück verlangen (auch wenn schon bezahlt wurde)?

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@aruef65

Die Bestattungskosten werden aus der Erbmasse gezahlt. Nur wenn die nicht reicht (aber dann würdest du die Frage oben vermutlich nicht stellen), ist der Erbe verpflichtet.

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@koira1975

Richtig, denn wie gesagt er war Frührentner mit einer nicht gerade üppigen Rente und meine Mutter ist auch Rentnerin! Danke nochmal für die ganzen Infos. Ist schon traurig wenn man so etwas miterleben muss! Ich würde alles dafür geben, wenn die beiden noch viele Jahre zusammen glücklich sein dürften. Doch dass geht leider nicht.

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