Erbin hat Erbe zu Lebzeiten ausgeschlagen, Ihr Kind ist verstorben, wer erbt?

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3 Antworten

Langsam: Waren die Enkelkinder Ersatzerben nur für den Fall des (dann durch Ausschlagung eingetreten) Wegfalls der Kinder des Verstorbenen oder wurde ihnen selbst Erbe zugesprochen?

Mit Wegfall eines Ersatzerben erhöht sich die Erbquote der Verbliebenen, wäre der Enkel selbst als Erbe bestimmt nur dann, wer er keine eigenen leiblichen oder adoptierten Abkömmlinge hätte, die dessen Anspruch übernähmen.

Den Eltern der verfügten Erben fiele kein Erbe zu.

G imager761

  1. Ein Erbe kann man nicht zu Lebzeiten des Erblassers ausschlagen, sondern erst nach seinem Tod, und zwar innerhalb von 6 Wochen. Daher kann ihre Frage so nicht richtig sein.

  2. Ich vermute, dass die Kinder einen notariellen Erbverzicht erklärt haben. Das wäre wirksam und würde bedeuten, dass statt ihrer bei testamentarischer Verfügung (oder wohl auch kraft gesetzlicher Erbfolge) die Enkel erben werden. Wenn eines der Enkelkinder vor dem Erblasser verstirbt und bereits selbst Abkömmlinge hat (also Urenkel), könnte die Auslegung des Testaments ergeben, dass dieses an die Stelle des Vorverstorbenen tritt. Hat es keine Abkömmlinge, wird sein Erbanteil den anderen anwachsen. das heisst, wennn es z. B. ursprünglich 4 Enkel gab, auf die je 1/4 entfiel, gibt es dann nur noch 3 Enkel, die jeweils 1/3 erhalten.

Richtig, es war ein Erbverzicht, keine Ausschlagung! ;-) Gleichzeitig wurde damals allerdings ein Testament erstellt, indem namentlich die Enkelkinder als Erben eingesetzt wurden. Ist es dann nicht so, dass dann die Erben des verstorbenen Enkels automatisch wieder dessen Eltern sind (keine Urenkel vorhanden), auch wenn diese damals auf das Erbe verzichtet haben??

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@joedinelo

Ist es dann nicht so, dass dann die Erben des verstorbenen Enkels automatisch wieder dessen Eltern sind

Nein. Nach § 2099 BGB gilt, dass bei Wegfall eines testamentarisch benannten Erbens dessen Anteil dem/den verbleibenden Erben erwächst.

Es sei denn, der Testierende hätte für diesen Fall in weiser Voraussicht Ersatzerben benannt.

G imager761

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"Wenn eines der Enkelkinder vor dem Erblasser verstirbt und bereits selbst Abkömmlinge hat (also Urenkel), könnte die Auslegung des Testaments ergeben, dass dieses an die Stelle des Vorverstorbenen tritt."


Geschätzer Sergius,

AFAIK gilt diese Auslegungsregel nur bei Vorversterben der  Abkömmlinge, also Kinder, des Erblassers und schliesst eine analoge Anwendung auf fernere Erbordnungen aus.

Daher gilt IMHO die von dir zutreffend später ausgeführte Anwachsung es sei denn, es wären explizit für diesen Fall Ersatzerben benannt.

G imager761



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                Kind                                               Kind                                    Kind

Enkel Enkel Enkel Enkel Enkel Enkel

Urenkel Urenkel Urenkel Urenkel Urenkel Urenkel

oder die jeweiligen Cousinen oder Cousins vom Verstorbenen bzw.. deren Kinder.

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