Erbengemeinschaft Mutter, Tochter, Sohn Muss ein Mitglied für die Schulden der anderen aufkommen?

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2 Antworten

Der Pflichtteil ist kein Erbteil, sondern ein Anspruch in Geld gegen den / die Erben. Da der Pflichtteilberechtigte kein Erbe ist, kommt er auch nicht direkt für die Nachlassschulden auf. Die Nachlassschulden werden aber vom Wert des Erbes abgezogen, das heißt der Pflichtteil wird geringer.

Was eine Erbengemeinschaft betrifft ist es so, das die Mitglieder der Erbengemeinschaft in Bezug auf die Nachlassgläubiger gesamtschuldnerisch haften. Eine allgemeine Haftung für Schulden der Mitterben gibt es natürlich nicht. Sprich in Bezug auf die Schulden die beim Tod des Erblassers vorhanden waren, können sich die Gläubiger an jeden Erben halten. Allerding entsteht hier ein Ausgleichsanspruch im Innenverhältnis. Sprich der Erbe der gezahlt hat, kann von den Miterben die Zahlung des Entprechenden Anteils fordern.

Insoweit ist es ein RIESEN Unterhschied, ob hier Pflichtteilansprüche oder eine Erbengemeinschaft vorliegt.

Die Verträge wurden allerdings zwischen der Mutter und den Gesellschaften geschlossen. Der Sohn hat nie für etwas unterschrieben.

Die Erbengemeinschaft kann als solche Verträge nur gemeinsam schließen.

Ist das richtig, das der Sohn nun auch noch für alle offenen Rechnungen aufkommen muß, die im Zeitraum vom Tode seines Vater bis zum Tode seiner Mutter entstanden sind?

Nein natürlich nicht. Was die Mutter außerhalb der Erbengemeinschaft mach ist irrelevant. Nur Schulden die direkt gegen die Erbengemeinschaft gerichtet sind, sind relevant.

Warum wird die Tochter nicht zur Zahlung aufgefordert, nachdem Sie das Haus verkauft hat?

Vermutlich weil die Addresse nicht bekannt ist. Der Sohn sollte sich natürlich ebenfalls an die Miterben halten um die von Ihm übernommen Hypotheken anteilig zurückzufordern. Außerdem versuchen Gläubiger sich gerne an alle möglichen Personen zu wenden undabhängig davon ob eine Zahlungspflicht besteht. Versuchen schadet schließlich nicht.

Vielen Dank für Deine Antworten.

Dann werden wir mal unser Glück versuchen und nochmals den Gläubigern der Gasgesellschaft und Stromgesellschaft eine Rückantwort schicken, das es die Erbengemeinschaft in diesem Falle nicht betrifft. Hierbei handelt es sich schließlich um Schulden der Mutter und der Tochter. Und das sie sich an die Tochter wenden müssen, da sie nun das Erbe der Mutter angenommen hat.

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dadurch entstand folgende Erbengemeinschaft: Mutter und je Pflichtteile Tochter 1/8 und Sohn1/8 (Reihenendhaus)

Wenn lediglich Pflichtteilsansprüche für Tochter und Sohn bestehen, besteht keine Erbengemeinschaft, sondern die Mutter ist Alleinerbin. Um die restlichen Fragen zu beantworten, ist es elementar zu wissen, ob nun eine Erbengemeinschaft bestand oder nicht. Hat der Vater die Mutter zur Alleinerbin eingesetzt?

Vielen Dank für Deine Antwort. Um auf die Deine Frage zurück zu kommen. Hat der Vater die Mutter zur Alleinerbin eingesetzt? Der Vater hatte damals kein Testament gemacht. Die gesetzliche Erbfolge trat ein.

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